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Dresden

Homophober Präsident al-Sisi: Doch kein Orden vom Semperopernball

Nach Protesten, unter anderem auch von LGBTI-Aktivisten, macht der Dresdner Opernballverein einen Rückzieher: Dem ägyptischen Diktator wird doch der St.-Georgs-Ordens aberkannt.


Abdel Fattah al-Sisi regiert Ägypten seit 2014 mit harter Hand – und lässt auch vermehrt Homosexuelle verfolgen (Bild: Jim Mattis / wikipedia)

Der Semperopernball in Dresden macht die umstrittene Auszeichnung des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi wieder rückgängig. Ballchef Hans-Joachim Frey habe dies nach einem Treffen mit Sänger Peter Maffay entschieden, erklärte Pressesprecher Holger Zastrow am Dienstagabend gegenüber deutschen Medien. "Peter Maffay hat es gefordert, Hans-Joachim Frey hat ihm das zugesichert", sagte Frey der "Bild"-Zeitung. Der Ball wird am Freitagabend in der weltberühmten Semperoper stattfinden.

Die Auszeichnung des "Autokraten und Unterdrücker" (Sachsens SPD-Wirtschaftsminister Martin Dulig) war Ende Januar auf scharfe Kritik gestoßen. Auch die Arbeitsgemeinschaft für Akzeptanz und Gleichstellung in der SPD Sachsen (SPDqueer) kritisierte die Verleihung des Ordens, weil unter al-Sisi die Verfolgung Homosexueller zugenommen habe (queer.de berichtete).

Der Orden wird seit 14 Jahren in den Kategorien Sport, Kultur und Politik an Persönlichkeiten verliehen, die sich um Deutschland, die neuen Bundesländer und um Sachsen verdient gemacht haben. Der Semperopernball hatte al-Sisi als "Hoffnungsträger und Mutmacher eines ganzen Kontinents" sowie "Brückenbauer und Friedenstifter" gelobt.

So langsam wirds ernst! Erster Probentag für unsere Debütanten mit dem Team der Tanzschule Lax. Wir wünschen Euch viel Spaß!! Bilder: Foto Kahle

Gepostet von SemperOpernball am Montag, 3. Februar 2020
Facebook / SemperOpernball | Die Vorbereitungen auf den Ball laufen bereits auf hohen Touren

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Semperopernball erlitt Exodus von Promis

Die als Co-Moderatorin vorgesehene "Tagesschau"-Sprecherin Judith Rakers sagte vergangene Woche nach dem Shitstorm wegen der Preisverleihung ab, auch die kurze Zeit später benannte Boulevardmoderatorin Mareile Höppner nahm nach Kritik ebenfalls entnervt ihren Hut. Schlagersänger Roland Kaiser distanzierte sich ebenfalls, wird dem Ball aber nach einer Entschuldigung von Frey doch erhalten bleiben. Wegen der Kontroverse sagten weitere Prominente ihre Teilnahme ab, darunter SAP-Gründer Dietmar Hopp und sein Laudator, der Fußballmanager Uli Hoeneß. Die Veranstalter gaben bekannt, dass nun komplett auf die Ordensverleihung verzichtet werde.

In Ägypten stehen homosexuelle Handlungen zwar nicht direkt unter Strafe. Sexuelle Minderheiten können aber nach anderen schwammig formulierten Gesetzen, etwa zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Moral oder gegen "Ausschweifungen", verfolgt werden. Aus einer einst sporadischen Verfolgung hatte sich laut Menschenrechtsorganisationen unter al-Sisi der Verfolgungsdruck in den letzten Jahren massiv erhöht. So wurden zwischen März 2013 und März 2017 Schätzungen zufolge rund 230 Menschen wegen Homosexualität festgenommen, in den 13 Jahren zuvor rund 190. (dk)



#1 Ralph
  • 05.02.2020, 10:20h
  • Das ist eine gute Nachricht. Es bleibt indes das ungute Gefühl, dass weder bessere Einsicht noch der Protest vieler Bürgerinnen und Bürger das bewirkt haben, sondern dass vor großen Namen wie Maffay und Hoeneß gekuscht wird. Damit will ich nicht den Einsatz von Prominenten gegen diesen Skandal schmälern, im Gegenteil freut mich sehr, dass da auch Leute protestiert haben, an die ich nicht gleich gedacht hätte. Dennoch: Das Fußvolk ist den Machern des Opernballs egal. Sie reagieren lediglich auf die Peinlichkeit, dass Promis, mit denen sie ihre Veranstaltung schmücken wollten, wegbleiben und das auch noch öffentlich zu Protokoll geben. Andererseits: Ich erinnere mich an Zeiten, da machten Sportler, Sänger, Schauspieler keinen Finger krumm, wenn es um Politik ging, Hauptsache sie wurden beim großen Anlass fotografiert. Dass das nicht mehr so ist, hat die Ballmacher sicher mächtig überrascht.
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#2 FliegenAnonym
#3 NuminexEhemaliges Profil
  • 05.02.2020, 10:59h
  • Ich denke die Veranstaltung wird sowas wie der Echo 2.0. Sprich: wegen der eigenen Dummheit zwangsläufig abgeschafft. Und das ist gut so!
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#4 mactorProfil
  • 05.02.2020, 11:27hBerlin
  • Was für ein Unsinn.
    Erst jemanden auszeichnen, hinterher feststellen das diese Person die falsche dafür ist und dann wieder wegnehmen...

    Warum überlegt man sich nicht vorher wen man auszeichnet? Gibs da keine kompetente, intelligente Jury oder sowas?
    Wer hat denn das bestimmt/beschlossen?
    Alle sofort feuern!
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#5 ZenkimausAnonym
  • 05.02.2020, 13:09h
  • Bin dafür dass das der letzte Ball wird. Unfähigkeit und oder Dummheit haben es soweit kommen lassen. Karten gibt es auch noch. Ich hoffe das kein Mensch vor der Oper erscheint.
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#6 DorfbackenfeteAnonym
  • 05.02.2020, 14:01h
  • Da sitzen in der jury die Preiskandidaten aussucht ja wohl ziemlich die Pfeifen drin, die nicht mal richtig googlen können, wie es aussieht. Die sollten sich mal ein Beispiel am Feuerwehrfest nehmen. Wenn da die Bratwurst schlecht ist, kann der Metzger einpacken.
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#7 zundermxeAnonym
  • 05.02.2020, 17:50h
  • So dumm ist niemand.
    So billig darf die Erklärung oder Entschuldigung nicht sein.

    Wer diesen Mörder mit einem Preis auszeichnen will, ist selbst ein politischer Extremist.

    Es muss aufgeklärt werden, wie es dazu kommen konnte und wer die Fäden gezogen hat. Dann muss es weitere Konsequenzen geben.
    Dies ist keine Bagatelle oder Provinz-Posse.
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