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Katholische Kirche

Mainzer Bischof: Gleichgeschlechtliche Hochzeiten sind unkatholisch

Hochzeiten von Schwulen und Lesben gingen "an den Markenkern der katholischen Anthropologie", so Peter Kohlgraf.


Peter Kohlgraf ist seit 2017 katholischer Erzbischof von Mainz (Bild: © Olaf Kosinsky / wikipedia)

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat in einem Interview mit der "Allgemeinen Zeitung" bekräftigt, dass gleichgeschlechtliche Eheschließungen auf keinen Fall in der katholischen Kirche geschlossen werden könnten. "Das geht dann schon an den Markenkern der katholischen Anthropologie, also der Lehre vom Menschen", so der 52-Jährige. "Die Ehe in der katholischen Kirche ist nunmal definiert als Gemeinschaft von Mann und Frau, mit der Offenheit für Nachkommenschaft." Der Bischof verschweigt dabei freilich, dass in der katholischen Kirche auch Heterosexuelle heiraten dürfen, die keine Kinder bekommen können, etwa ältere Paare.

Mit seinem Äußerungen heizte Kohlgraf die Debatte um die Anerkennung von sexuellen Minderheiten innerhalb der katholischen Kirche weiter an. Erst vor wenigen Tagen hatte der Hamburger Erzbischof Stefan Heße noch mehr Offenheit gegenüber Schwulen und Lesben gefordert und sich von der geltenden Lehre des Vatikan zur Homosexualität distanziert (queer.de berichtete).

Kohlgraf: Spielraum bei anderen Themen

Kohlgraf ergänzte in dem Interview, dass er – außer bei der Frage der Homosexuellen – durchaus Reformbereitschaft in der katholischen Kirche sieht. Er könne sich etwa vorstellen, dass die Kirche bei "anderen Beziehungsformen" ihre moraltheologische Einstellung ändert. Auch bei der Weihung von Frauen zu Priesterinnen gibt es offenbar Spielraum, auch wenn "sehr lange Prozesse in der Weltkirche erforderlich" seien.

Mit seiner Einschätzung von Homosexualität liegt Kohlgraf auf der Linie des Papstes: Franziskus hatte erst kürzlich vor amerikanischen Bischöfen vor der Gleichbehandlung von Homo-Paaren gewarnt (queer.de berichtete). Derzeit dürfen gleichgeschlechtliche Ehepaare in der katholischen Kirche noch nicht einmal gesegnet werden – übrigens anders als Tiere oder Autos, die immer wieder bei Segnungsgottesdiensten im Zentrum stehen. (dk)



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#1 GerritAnonym
  • 05.02.2020, 14:37h
  • "Mainzer Bischof: Gleichgeschlechtliche Hochzeiten sind unkatholisch"

    Kindesmissbrauch aber auch...

    Sollte man nicht zuerst mal vor der eigenen Haustür kehren und diese Vorfälle alle lückenlos und schonungslos aufklären statt zu vertuschen, ehe man sich Urteile über andere erlaubt?
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#2 PetterAnonym
  • 05.02.2020, 14:41h
  • "Mainzer Bischof: Gleichgeschlechtliche Hochzeiten sind unkatholisch"

    Da kann ich ihn beruhigen. Wir wollen auch gar nicht katholisch sein.

    Mit solchen scheinheiligen Leuten, die Hass predigen und Liebe verachten und obendrein demokratische Grundwerte wie den Gleichheitsgrundsatz ablehnen, wollen wir gar nichts zu tun haben.

    Wir brauchen gar nicht deren Zustimmung zu unserem Leben, unseren Gefühlen oder unserer Sexualität.

    Die sollen nur aufhören, sich in Politik einzumischen und die Trennung von Staat und Kirche akzeptieren. Was die von mir halten ist mir dann egal, denn ich halte auch nichts von denen und deren Meinung ist schlicht irrelevant.
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#3 DamienAnonym
  • 05.02.2020, 14:44h
  • Antwort auf #1 von Gerrit
  • bin schon gespannt, ob und wann die weichspülungen, verwässerungen und verdrehungen von mönkebüscher/lars & friends kommen, dass das nicht so ist wie es klingt, sondern die rkk eigentlich der beste freund von lgbtiq* ist.
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#4 Ralph
  • 05.02.2020, 15:35h
  • Wie schon an anderer Stelle gesagt: Die spielen guter Cop - böser Cop. Heße spielt den guten, Kohlgraf den bösen. Nebenbei: In RLP kocht gerade ein Skandal um den früheren Bischof von Trier, einen gewissen Stein, hoch, der in seiner Amtszeit (1967-80) offenbar massiv Kinderschänder gedeckt und vor Strafverfolgung geschützt hat. Liebe ist unkatholisch. Kindesmissbrauch ist katholisch. Möge jeder selbst ein moralisches Urteil fällen.
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#5 Ex-KatholikAnonym
  • 05.02.2020, 15:57h
  • Hochzeiten anderer (oder gar keiner) Konfession sind auch unkatholisch. Komischerweise kommt da die Kirche nicht (mehr) auf die Idee, sich darüber zu echauffieren oder dem Staat reinzureden, welche Ehen er gefälligst anzuerkennen hat.
    Hätte die RKK mal lieber geschwiegen, als es rein um die staatliche Ehe bzw. früher um die eingetragene Lebenspartnerschaft ging. Si tacuisses...
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#6 MenschenleereAnonym
  • 05.02.2020, 16:51h
  • Aha. Die Menschenlehre der Wirklichkeit ist auch unkatholisch. Welch ein Glück.
    der Bischof muss mit seiner Menschenleere selber klarkommen. Sex mit Kindern am umkehrschluß ist also katholisch.
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#7 Miguel53deProfil
  • 05.02.2020, 18:31hOttawa
  • Antwort auf #1 von Gerrit
  • Gleichgeschlechtliche Ehen sind unkatholisch - Kindesmissbrauch aber auch.

    Da kann man noch ergänzen. Zumindest was des Bischofs Begriff der Anthropologie angeht. Da passt nämlich auch das erzwungene Zölibat nicht. Und der Umgang mit Frauen, die von Priestern schwanger werde und diese Kinder entweder abtreiben oder sie allein erziehen - müssen. Gar nicht zu reden von der Zusammenarbeit mit Regierungen, wie der Pis in Polen und Gewaltherrschern weltweit.

    Auch das eigene Arbeitsrecht der RKK passt nicht, wenn dabei staatliche Gesetze ausgehobelt werden und Diskriminierungen möglich und die Regel sind. Und und und.

    Aber was rede ich. Nachdem wir hier gerade über die angeblich bevorstehende Öffnung der Kirche in Deutschland diskutiert haben, sind wir hier schon nach wenigen Tagen wieder zurück auf dem Boden der Tatsachen.

    Wie zu erwarten und der Mehrheit vorhergesagt.
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#9 AndreasKAProfil
  • 05.02.2020, 18:50hKarlsruhe
  • Dieser "synodale Weg mit seiner vorgesehenen zweijährigen Dauer ist doch nichts anderes als eine Nebelkerze.

    Die Rotkäppchen zerfen sich, es gibt fortschrittliche (Heße) und reaktionäre (dieser Mainzer Vogel) Positionen und am Ende wird doch nur wieder ein halbseidenes Positionspapier herauskommen in dem windelweich zarte Öffnungen angedeutet werden.

    Warum sich über das Hinunter aufregen?

    Mit Sicherheit kommt vom big boss mit dem weißen Kleid dann doch das Veto im Sinne, dass sowas wie Gleichberechtigung von queeren Menschen, Frauen, Arbeitskräften, trallalla verhindert wird.

    Hinhaltetaktik, Quatschbude - einfach entbehrlich das Ganze und lediglich ein Podium für Selbstdarsteller und gleichzeitig süßes Betäubungsgift für alle, die ernsthaft an die Modernisierung der RKK glauben und Hoffnung in diese Veranstaltung setzen.

    Macht die Augen auf. Die Kirche ist qua Amt konservativ. Die Menschen sollen in ihren Augen den Kirchen- und Glaubensregeln dienen und damit ein Gottesbild absichern, dessen Existenz alles andere als bewiesen, gesichert oder auch nur erforderlich oder wahrscheinlich ist.

    Am besten wird es sein, dieses Affentheater zu ignorieren und das voraussehbare Larifari-Ergebnis irgendwann aufgrund seiner Dürftigkeit zu verlachen.
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#10 AlexAnonym
  • 05.02.2020, 19:21h
  • Dass dieser unmoralische und übrigens auch unchristliche Verein es überhaupt noch wagt, Urteile über andere Menschen zu fällen oder sich überhaupt noch irgendwo einzumischen, zeugt nicht nur von extremer Arroganz, sondern auch von Realitätsverlust.
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