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US-Präsidentschaftsvorwahlen

Buttigieg ist offizieller Sieger in Iowa – Homo-Hasser verschärfen Attacken

Hauchdünn konnte der erste offen schwule Präsidentschaftskandidat der Demokraten die Auftakt-Vorwahl im Agrarstaat Iowa gewinnen. Homophobe Kommentatoren schießen sich unterdessen auf ihn ein.


Beim Wahlkampf in Iowa müssen Kandidaten traditionell auf Jahrmärkten alles in den Mund stecken, was ihnen in die Hand gedrückt wird – auch Pete Buttigieg spielte dieses Spiel brav mit (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Der Iowa-Landesverband der Demokratischen Partei hat am Donnerstagabend das Endergebnis der Vorwahl im Bundesstaat bekannt gegeben: Demnach konnte sich der offen schwule Kandidat Pete Buttigieg mit 26,2 Prozent der Delegiertenstimmen hauchdünn gegen den linksgerichteten Senator Bernie Sanders durchsetzen, der es auf 26,1 Prozent brachte. Auf den weiteren Plätzen folgen Elizabeth Warren (18,0 Prozent), Joe Biden (15,8 Prozent) und Amy Klobuchar (12,3 Prozent).

Die Wahl am Montag war von einer blamablen technischen Panne überschattet worden, weshalb sich die Auszählung verzögerte. Das offizielle Wahlsystem weicht von der reinen Stimmenanzahl ab: Beim sogenannten "Popular Vote" lag Sanders mit 45.826 Stimmen vor Buttigieg mit 43.195.

Twitter / PeteButtigieg | Buttigieg bedankt sich bei seinen Wählerinnen und Wählern

In der Praxis teilen sich Sanders und Buttigieg den ersten Platz: Sie erhalten je elf "pledged delegates", die im Sommer bei einem Parteitag den Kandidaten bestimmen sollen. Allerdings sind dann rund 2.000 Delegierte nötig, um die Kandidatur zu gewinnen. Die nächste Vorwahl findet am Dienstag in New Hampshire statt. Im Februar gibt es dann noch "Primaries" in Nevada und South Carolina. Die wirkliche Vorentscheidung fällt am 3. März beim sogenannten "Super Tuesday", bei dem Vorwahlen in 14 Bundesstaaten anstehen, darunter auch in den großen Staaten Texas und Kalifornien.

Buttigieg ist der erste offen schwule Kandidat, allerdings werden laut einer Umfrage die vom linken Flügel der Demokraten stehenden Kandidaten Bernie Sanders und Elizabeth Warren von LGBTI-Wählerinnen und -Wählern favorisiert (queer.de berichtete). Der sich als moderate Alternative inszenierende Buttigieg liegt bei LGBTI nur auf Rang vier. Wettbüros sehen derzeit Sanders sowie den New Yorker Milliardär Michael Bloomberg, der erst später in die Vorwahlen einsteigen will, als Kandidaten mit den besten Aussichten auf den Sieg.

Twitter / colbertlateshow | Der US-Wahlkampf findet auch in Latenightshows statt…

Twitter / TheView | …oder in Nachmittagsshows, in der Hausfrauen die Kernzielgruppe sind. Hier reagiert er auf das virale Video einer seiner Anhängerinnen, die ihre Stimme zurücknehmen möchte, nachdem sie erfährt, dass Buttigieg schwul ist

Homo-Hasser wegen Buttigieg in Panik

Unterdessen verstärken LGBTI-feindliche Kommentatoren der Republikaner die Angriffe auf Buttigieg, der als Afghanistan-Veteran und gläubiger Christ auch im Lager der Konservativen nach Stimmen fischt. Bereits vergangenes Jahr hatte Star-Prediger Franklin Graham Buttigieg aufgefordert, wegen seiner Homosexualität Buße zu tun (queer.de berichtete). Graham soll im Juni ausgerechnet zum Start der CSD-Saison in Köln auftreten (queer.de berichtete).

Besonders aggressiv ging der prominente Moderator Bryan Fischer von der LGBTI-feindlichen American Family Association (AFA) gegen Buttigieg vor: Der 68-Jährige sagte in seiner Radiosendung am Mittwoch, Buttigieg könne wegen seiner sexuellen Orientierung nicht Präsident werden: "Wollen wir als amerikanisches Volk jemanden, der in diese Art von sexuellem Verhalten an den Tag legt, als Vorbild für den Rest des Landes? Soll er als Vorbild für Amerikas Kinder dienen? Ich stimme mit Nein."

Twitter / RightWingWatch

Im religionskritischen Blog "Patheos" wird diese Aussage des erklärten Trump-Fans als Doppelmoral gedeutet: "Buttigieg, der in einer monogamen gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt, ist also gotteslästerlich. Aber ein drei Mal verheirateter Mann, der Schweigegeld an Pornostars zahlt, mit denen er etwas hatte, während seine gegenwärtige Ehefrau schwanger mit seinem fünften Kind war? Der ist der Beste." (dk)



#1 NuminexEhemaliges Profil
  • 07.02.2020, 13:32h
  • Letztendlich ist es egal, wer es wird, solange dieses Mal tatsächlich das Endergebnis aller Auszählungen und der Wille der Basis respektiert wird. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Demokraten schlau genug sind, zu erkennen, dass man nur den Hauch einer Chance hat, wenn man ohne die belasteten Biden und Sanders ins Feld zieht. Der eine ist körperlich fertig, der andere politisch vergiftet. Da wären Warren oder Buttigieg ein frischer und unverbrauchter Gegenentwurf.
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#2 zundermxeAnonym
  • 07.02.2020, 14:39h
  • Antwort auf #1 von Numinex
  • Denke auch, dass es erstmal egal ist, wer es wird.
    Jedoch sollte diese Person politisch und persönlich ausdrücklich einen glaubwürdigen Gegenentwurf zu Trump bieten.
    Dann sollten alle Demokraten diese eine Person vorbehaltlos unterstützen um ein neues Clinton-Debakel möglichst zu verhindern.

    Natürlich wäre es die Höchststrafe für Tramp gegen einen Homo zu verlieren. Seine Männlichkeit, wenn sie je vorhanden war, würde sich davon nie wieder erholen. Doch leider ist das erstmal Wunschdenken.

    Persönlich bin ich immer noch eindeutig für Bernie.
    Wer über so viele Jahre bewiesen hat, dass er in der Lage ist jünger und fortschrittlicher zu denken und zu handeln als viele, die um Jahrzehnte jünger sind, muss sich sein biologisches Alter nicht vorwerfen lassen.
    Nelson Mandela wurde auch erst im hohen Alter Präsident.
    Da hat auch niemand nach seinem Gesundheitszustand gefragt.
    Ich würde persönlich immer einen alten Einstein einem unbeschriebenem Blatt vorziehen.
    Weiß, dass ich damit voll gegen die Denke der Zeit bin. Aber jung ist wer nicht dem biologischem Alter nach.
    Jung und lebendig ist wer, der es schafft über viele Jahre nicht aufzugeben und stets nach seinen Möglichkeiten für seine Ziele und Vorstellungen kämpft und stets offen ist für Menschen.
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#3 NuminexEhemaliges Profil
  • 07.02.2020, 15:54h
  • Antwort auf #2 von zundermxe
  • Mir gings nicht um das biologische Alter, sondern darum, dass er erst im Oktober letzten Jahres einen Herzinfarkt hatte. Normalerweise ruht man dann und setzt sich so wenig Stress wie möglich aus. Also das genaue Gegenteil eines Wahlkampfes und Präsidialamtes.
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#4 zundermxeAnonym
  • 07.02.2020, 17:15h
  • Antwort auf #3 von Numinex
  • Wollt Dich mit meinem Kommentar auch nicht kritisieren. Nur ausdrücken, dass ich persönlich mit dem Alter erstmal kein Problem habe und dies für mich auch kein Argument ist. Mir manchmal sogar erwachsenere Politiker*innen wünschen würde.

    So sehr Bernie meine erste politische Wahl wäre, so sehr hab ich aber auch unabhängig vom Alter meine Bedenken ob ich ihm das persönlich wünschen möchte. Er hat sich entschieden anzutreten und das respektiere ich und zieh meinen Hut.
    Mit Sicherheit gibt es persönlich deutlich schönere Lebensperspektiven als amerikanischer Präsident zu werden.
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#5 dellbronx51069Anonym
  • 07.02.2020, 17:53h
  • So sehr ich ihm und dem Land den Sieg wünsche, ist ein so gespaltenes und christfaschistisches Land bereit für einen schwulen Präsidenten? Allein der Glaube DARAN fehlt mir ! Ich hoffe nur das es ihm nicht ergeht wie einst Harvey Milk.
    Man sollte nicht vergessen wieviel Hass und Waffen dort im Volk unterwegs sind.
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#8 DramaQueen24Profil
  • 08.02.2020, 07:52hBerlin
  • Auch, wenn Buttgieg am Ende wenig Chancen haben wird, der Kandidat der Dems zu werden, so zeigen die Reaktionen des fundamentalistisch-republikanischen Lagers doch, dass ihnen ein schwuler Präsident panische Angst macht. Allein schon dafür ist seine Kandidatur es wert, den Reps die scheinheiligen Masken von ihren hässlichen Visagen zu reißen!
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#9 DramaQueen24Profil
  • 08.02.2020, 07:56hBerlin
  • Antwort auf #1 von Numinex
  • Weder Biden noch Sanders sind belastet. Trump, der Angst vor Biden als Gegenkandidaten hat, hatte diese Gerüchte über beiden und seinen Sohn ausgestreut. Und Sanders, der nie Mitglied der Dems ist, tritt als unabhängiger Kandidat an. Und im Gegensatz zu Biden, der ein Mann des Parteiestablishments ist, ist Sanders immer links geblieben.
    Red also keinen Stuss!
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#10 Taladin66Profil
  • 08.02.2020, 10:15hBremen
  • Ich finde ihn sehr sympathisch, denke aber auch dass Bernie die bessere "politische" Wahl wäre.
    Ich denke auch nicht, dass die ganzen evangelikalen einen schwulen Präsidenten haben wollen....
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