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Einreise in die USA

Wenn sich Trump für deinen Instagram-Account interessiert

Wer ein Visum für die Vereinigten Staaten beantragt, muss seit letztem Jahr mehr Daten preisgeben und nicht nur über E-Mail-Adressen und Telefonnummern, sondern auch über Social-Media-Accounts informieren.


Wer die Freiheitstatue in New York besuchen will, muss viele persönliche Daten von sich freigeben (Bild: Javier Ignacio Acuña Ditzel / flickr)
  • 7. Februar 2020, 17:13h, noch kein Kommentar

Die Behörden der Vereinigten Staaten von Amerika sind gegenüber Personen, die in die USA einreisen möchten, schon seit einigen Jahren ziemlich wissbegierig und verlangen verschiedenste Daten. Selbst ohne Visum muss man vor Abreise einen ESTA Antrag (Electronic System for Travel Authorization, deutsch: Elektronisches System zur Reisegenehmigung) stellen: Und Reisewillige, die den Antrag auf die Erteilung eines Visums stellen, müssen seit vergangenem Jahr nicht nur Telefonnummern sowie E-Mail-Adressen angeben, sondern auch über ihre Konten in den Sozialen Medien informieren.

Hintergrund für diese Verschärfung der Auskunftspflichten war eine Entscheidung der Regierung unter US-Präsident Donald Trump. Diese hatte schon im März 2018 angekündigt, künftig bei Visa-Anträgen auch "social media identifiers" abfragen zu wollen. Das Außenministerium der Vereinigten Staaten begründete den Schritt mit der nationalen Sicherheit, die oberste Priorität habe, sowie dem Bestreben, US-Bürger schützen und legitime Reisen in die USA unterstützen zu wollen.


Der Reisepass allein genügt nicht für einen Tripp nach Los Angeles (Bild: Sebastian Kippe / flickr)

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Umfassender Sicherheitscheck für alle USA-Besucher

Gleichzeitig kündigte das von Mike Pompeo geleitete Ministerium an, dass jeder, der in die Vereinigten Staaten reisen oder einwandern wolle, einem umfassenden Sicherheitscheck unterzogen werde, zu dem auch eine verstärkte Überprüfung sowie die Bestätigung der Identität zähle. "Serious problems" bei der Visa-Vergabe sollen denen drohen, die die geforderten Daten nicht offenlegen.

Die Informationen müssen Einwanderungs- und Reisewillige in das Formular DS-160, das zu diesem Zweck entsprechend erweitert wurde, eintragen. Hier sollen Antragsteller nicht nur alle aktuellen Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Social-Media-Accounts angeben, sondern auch solche, die sie innerhalb der letzten fünf Jahre genutzt haben. Bei den Sozialen Medien sind im Formular explizit Facebook, Instagram, Reddit, Twitter und Youtube aufgeführt, wobei Antragsteller Ergänzungen vornehmen können.

Laut dem US-Außenministerium gelten diese strengeren Auskunftspflichten nicht nur für Einwanderungsvisa, sondern auch für die verschiedenen Arten von Nichteinwanderungsvisa. Eine Ausnahme gilt für Personen, die ESTA für die USA Einreise beantragt haben. Zwar findet sich auch hier bereits seit Ende 2016 die Aufforderung, Konten in den Social Media anzugeben. Doch hier bleibt diese Angabe bislang freiwillig. Das gilt für die meisten Touristen, die nur eine begrenzte Zeit in den USA verbringen wollen.

Direktlink | Video mit Informationen zur Einreise in die USA

ESTA-Antrag spätestens drei Tage vor Abflug stellen

Einen ESTA-Antrag sollten Reisende mindestens 72 Stunden vor dem Abflug in die Vereinigten Staaten stellen, das System erteilt eine Bestätigung oder Ablehnung meist innerhalb weniger Sekunden. Falls der Antrag abgelehnt wird, muss ein reguläres Visum beantragt werden, was zusätzlich etwa vier bis acht Wochen benötigt.

Jeder Reisende muss bei der Eintragung einige Fragen über die persönliche Vergangenheit beantworten. So heißt es im Vordruck etwa: "Wurden Sie jemals verhaftet oder eines Verbrechens überführt, das zu ernsthaften Sachschäden oder gravierenden Schäden für andere Personen oder Regierungsbehörden geführt hat?"

Zur Antragsstellung ist noch keine Angabe konkreter Reisepläne nötig; über die Registriernummer kann man Reisedetails einer bestehenden ESTA-Genehmigung nachträglich ändern. Für die Antragstellung ist ein regulärer, biometrischer Reisepass mit einem elektronischen Chip erforderlich. Deutsche vorläufige- und Kinderreisepässe haben diesen Chip nicht.

Eine ESTA-Genehmigung ist zwei Jahre gültig

Wurde die Anreise durch ESTA nicht genehmigt, muss der Betroffene vor seiner Reise in die Vereinigten Staaten bei einer US-Botschaft oder einem US-Konsulat ein Nicht-Einwanderungsvisum beantragen. Die Genehmigung erstreckt sich zudem nur auf die Anreise zu den USA, nicht jedoch auf die Einreise. Ob eine Einreise genehmigt wird, entscheidet nach der Ankunft ein Beamter der amerikanischen Zoll- und Grenzschutzbehörde vor Ort.

Eine Reisegenehmigung ist bis zu zwei Jahren gültig, es sei denn, sie wird vorher widerrufen oder der Reisepass wird vorher ungültig. Die Genehmigung gilt für mehrere Einreisen in die Vereinigten Staaten; der Antragsteller kann seine neue Zieladresse über die ESTA-Website selbst ändern. Die Reisegenehmigung muss bei Einreise noch gültig sein, jedoch darf sie vor Abreise auslaufen, wobei der gesamte Aufenthalt ohne Visum nicht mehr als 90 Tage dauern darf. (ak)