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Reality-Show

"'Big Brother' machte mich schwul"

Am Montag startet auf Sat.1 die 20. Staffel von "Big Brother". In die Fernseh-WG ziehen u.a. der schwule Pat und mit Gina und Michelle zwei bisexuelle Frauen.


Die drei queeren Kandidat*innen der 20. Staffel (v.l.n.r.): Michelle, Pat und Gina (Bild: SAT.1 / Arya Shirazi)

Die Jubiläumsstaffel von "Big Brother" hat eine Queer-Quote von (mindestens) 21,4 Prozent. Unter den 14 Kandidat*innen, die Sat.1 in dieser Woche vorstellte, zählen drei klar zur LGBTI-Community: der schwule Pat und die beiden bisexuellen Frauen Gina und Michelle.

Für den 30-jährigen Trauredner Pat aus Niedersachsen ist der Einzug in die 20. deutsche TV-WG etwas ganz Besonderes: "'Big Brother' machte mich schwul", wird er auf der SAT.1-Homepage zitiert. Durch Walter aus der zweiten Staffel habe er gemerkt, dass er auf Männer stehe.

"Ich bin ein Hypochonder, eine Nervensäge, viel zu eitel und man muss mir alles fünfmal erklären – dennoch bin ich ganz liebenswert", sagt Pat über sich selbst. Er beschreibt sich zudem als "nicht sehr intelligent". Pat kann seiner Meinung nach zwar nicht mit umfassendem Allgemeinwissen glänzen, aber dafür habe er eine andere Stärke: seine hohe soziale Intelligenz. Bei Themen, die für andere tabu sind, nehme er kein Blatt vor den Mund – vor allem bei Sexthemen.

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Gina und Michelle lieben Männer und Frauen

Der Sender selbst gibt sich in der Beschreibung der queeren Kandidat*innen eher verschwurbelt: "Vor allem in Bezug auf ihr Liebesleben ist nicht alles so klar", heißt es auf der Sat.1-Website über die 19-jährige Kellnerin Gina aus Würzburg, die ebenfalls in die "Big Brother"-WG einzieht. "Momentan ist Gina bisexuell, sie verliebt sich schnell in beide Geschlechter, doch die richtige Definition von 'Liebe' hat sie für sich selbst noch nicht gefunden."

Ob Michelle ihr helfen kann? "Die optimistische 26-Jährige ist bisexuell. Sie verliebt sich in den Menschen und nicht in sein Geschlecht", stellt Sat.1 die dritte queere Kandidatin vor. "Aktuell fühlt sie sich eher zu Männern hingezogen", heißt es über die Altenpflegerin, die schlechte Erfahrungen in einer lesbischen Beziehung machte: "Drei Jahre lang wurde Michelle von ihrer 13 Jahre älteren Lebensgefährtin manipuliert, diszipliniert, belogen und betrogen. Daraufhin folgte eine lange Phase der Selbstfindung."

"Wie viel ein Mensch wert ist, bestimmst du"

In der neuen Staffel der Reality-Show "Big Brother" werden die Kandidat*innen in zwei Häusern leben – einem rustikalen Blockhaus und einem futuristischen sogenannten Glashaus. Das Glashaus stehe laut Sat.1 für die Online-Welt – es bietet allerlei digitale Annehmlichkeiten. Zugleich sind die Bewohner*innen dort aber auch dem "permanenten und teils gnadenlosen Feedback" der Zuschauer*innen ausgesetzt. Anders sieht es im Blockhaus aus, das den gemütlichen Charme einer Skihütte versprüht. Dort lebt man einfacher, aber auch zurückgezogener.

Die neue Staffel sorgte schon vor dem Start für viel Kritik. Sat.1 bewirbt die Show mit Sätzen wie "Wie viel ein Mensch wert ist, bestimmst du". Die Zuschauer*innen können während der Show gelbe Sterne an die Bewohner*innen verteilen und sie somit auf- oder absteigen lassen. Vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen wird diese Kampagne von vielen als geschmack- und respektlos empfunden.

Die neue Staffel des Reality-Formats startet am Montag, den 10. Februar um 20.15 Uhr auf Sat.1. Es ist zugleich eine Jubiläumsstaffel – vor 20 Jahren lief "Big Brother" erstmals in Deutschland. (cw)



#1 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 09.02.2020, 13:24h
  • ""Wie viel ein Mensch wert ist, bestimmst du". [...] ...wird diese Kampagne von vielen als geschmack- und respektlos empfunden."

    Aha. So weit ist es also gekommen: jede_r kann per App über Wert und Würde der Bewohner_innen entscheiden.

    "Die Würde des Menschen ist unantastbar"? War da mal was? Woher kenne ich diesen Satz nur?
    Naja, scheint heute ja keine Bedeutung mehr zu haben. Heute bestimmt jeder über den Wert anderer Menschen, je nach Gusto - je nachdem, wie beliebt oder unbeliebt sich dieser Mensch eben macht.

    Passt irgendwie perfekt zum Zeitgeist. Authentizität ist kaum noch gefragt - statt dessen Anpassertum bis zum Brechreiz, um zu gefallen, um akzeptiert zu werden.

    Und nicht nur der Neoliberalismus lehrt uns schließlich, dass wir an einer schlechten Bewertung letztlich selbst schuld sind: wir müssten uns doch nur anpassen. Dem Mehrheitsgeschmack anpassen - und alles läuft super paletti.

    Wer das nicht kann oder nicht will: Pech. Der_die ist dann eben auch künftig weniger wert.

    Arme deutsche "Hochkultur".

    P.S. "...wird diese Kampagne von vielen als geschmack- und respektlos empfunden."" erinnert mich irgendwie an die kürzliche Duden-Diskussion. ICH sage: diese Kampagne IST geschmack- und respektlos. Dieses "wird so oder so empfunden" bedeutet letztlich nichts anderes als "Man kann das so oder so sehen". Sicher: Meinungsfreiheit und so.
    Aber Kampagnen und Tools, die zur offenen und öffentlichen Abwertung von Menschen führen, fallen für mich definitiv unter "respektlos". Und das ist noch ein harmloser Begriff dafür, was da stattfindet.

    Zeitgeist, mir graut vor Dir.
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#2 NuminexEhemaliges Profil
  • 09.02.2020, 15:08h
  • "Wie viel ein Mensch wert ist, bestimmst du". [...] ...wird diese Kampagne von vielen als geschmack- und respektlos empfunden."

    Unfassbar sowas. Wer das kuckt und oder mitabstimmt sollte dringend seinen inneren Kompass überprüfen. Empfehle dringend das Grundgesetz, Artikel 1 zu lesen. Vermutlich sind die Zuschauer dieselben, die sonst bei Twitter ihre Sprechblasen an der emotionalen Pissrinne entleeren, aber hier die Bedeutung dieses Slogans nicht erfassen können.
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#3 Homonklin_NZAnonym
  • 10.02.2020, 03:16h
  • 20 Mal gibt es das schon? Mal bei einem Kumpel 2 Minuten lang rein gesehen. Da war zu sehen, wie sich zwei Mispieler mit Kissen bewarfen. War beim Praktikum am PLK aber auch nicht viel anders, das bekam man da live mit.

    ""Wie viel ein Mensch wert ist, bestimmst du""

    Ist nun aber nicht überraschend. Das hat man zum Beispiel beom Online-Dating ohne Ende. 2, 3 Bilder entscheiden über deinen Wert als Mensch, über Tauglichkeit, yay, gay or nay.
    Hier fehlt nur noch der Hinweis auf die Wirtschaftlichkeit, also ob die Bewertung Gewinn bringt, oder nicht. Damit wäre man am Puls des Zeitgeists.

    Würgen des Menschen höchst antastbar.
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#4 Leon 4Anonym
  • 10.02.2020, 12:38h
  • Antwort auf #3 von Homonklin_NZ
  • ? Wo wird die würde verletzt wenn sich Kandidaten freiwillig in ein Spiel begeben dessen Regeln ihnen im Vorfeld bekannt waren.... Das sind alles erwachsene, selbstbestimmte Menschen die sicher keinen Außenstehenden brauchen der ihnen sagt wann ihre "würde" verletzt zu sein hat... Offensichtlich sind die Kandidaten der Überzeugung das dies nicht der Fall ist - und wer sollte das besser für sich beurteilen können als der Betroffene selbst!
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#5 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 10.02.2020, 13:17h
  • Antwort auf #4 von Leon 4
  • ""Wie viel ein Mensch wert ist, bestimmst du"" ist bereits per se dazu angetan, Menschen die Würde abzuerkennen. Dieser Satz gibt die Menschenwürde der Willkürlichkeit preis und steht im krassen Gegensatz zu Art. 1 GG, der da beginnt mit "Die Würde des Menschen ist unantastbar."

    Das gilt völlig unabhängig davon, ob das irgendwelchen Einzelpersonen eventuell doch nichts ausmacht. Hier wird eine generelle Geisteshaltung offenbar, die die Gleichheit von Rechten und Würde aller Menschen durch ein Bewertungssystem austauscht. Wir hatten in unserer Geschichte schon einmal eine Zeit, in der menschliches Leben in "wert" und "unwert" eingeteilt wurde. Gemäß dem immer weiter nach rechts driftenden Zeitgeist kommt diese Art von Denke gerade wieder mehr und mehr zurück.

    Ich würde so gerne "Wehret den Anfängen!" sagen können. Aber dafür ist es längst zu spät.
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#6 IckeAnonym
  • 10.02.2020, 16:00h
  • Ach Leute, ja ihr seid alle so toll und guckt es nicht, wie kann man nur blabla...
    Ich schau es gern und werde auch bewerten, hab ich gestern schon einmal.
    Big Brother ist ein Sozialexperimentp, da ist keine große Action zu erwarten. Man schaut wie sich die Gruppe entwickelt, es gibt immer Anführer und Bestimmer und Mitläufer. Nach der ersten Nominierung bricht dann meist das Teamkartenhaus zusammen weil plötzlich Leute merken dass sie nicht gut in der Gruppe ankommen, dann gibt es neue Gruppendynamik, schön anzusehen dass das menschliche Verhalten nicht viel anders ist als bei anderen Lebewesen. Ich freu mich drauf.
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#7 IckeAnonym
  • 10.02.2020, 23:54h
  • So Einzug gesehen, das werden tolle 100 Tage, das Bewertungssystem per App ist super.
    Noch kann man die Leute schwer einschätzen, Pat kam aber sympathisch rüber. Die erste Woche wird wie immer schalala, alles Freunde, das ändert sich in der Regel nach der ersten Nominierung. Tim kam bisher am schlechtesten rüber.
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#8 TommmiAnonym