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Katholische Kirche

Homo-"Heiler" arbeitet offenbar für Schweizer Bistum

In der Westschweiz beschäftigt die katholische Kirche laut Medienberichten einen Geistlichen, der sich nicht nur in der Ex-Gay-Bewegung engagiert, sondern auch mindestens einen Minderjährigen sexuell missbraucht haben soll.


Bischof Charles Morerod, hier bei einem Auftritt im französischsprachigen Fernsehen der Schweiz, hat eigentlich versprochen, die Missbrauchsfälle aufzuklären (Bild: Screenshot RTS)

Das katholische Bistum von Lausanne, Genf und Freiburg kommt aus den Skandalen nicht mehr heraus: Laut der deutschschweizerischen Zeitung "Blick" beschäftigt die mehr als 700.000 Mitglieder zählende Diözese im Kanton Neuenburg (Neuchâtel) einen Seelsorger, der sowohl in der Homo-"Heiler"-Szene aktiv gewesen sein als auch einen Jungen im Pfarrhaus sexuell missbraucht haben soll. Das Bistum steht bereits seit längerem in der Kritik, weil Bischof Charles Morerod die Aufklärung eines weiteren Falls von sexuellem Missbrauch nicht verfolgt haben soll, obwohl er schon seit rund neun Jahren davon gewusst habe.

Dem Bericht zufolge soll der betreffende Seelsorger, der nur als V. identifiziert wurde, vor mehr als zehn Jahren in der Pariser Homo-"Heiler"-Gruppe "Courage – Märtyrer der Keuschheit" aktiv gewesen sein, bevor er einen Job als Vikar in der Gemeinde Vevey (Kanton Waadt) erhielt. Das Freiburger Bistum rechtfertigte vor wenigen Tagen die Anstellung mit den Worten: "Während seines Paris-Aufenthalts stand V. In keiner Verbindung zu unserer Diözese. Homosexualität als Krankheit zu bezeichnen, ist aber absurd und wird von uns nicht gutgeheißen." Das Bistum ließ offen, ob dem Mann jetzt kirchenrechtliche Konsequenzen drohen.

V. soll sich an Ministranten vergangen haben

V. wird auch von einem Priester beschuldigt, sich sexuell an einen Jungen vergangenen zu haben. Dieser Priester erklärte, er habe vor einem Jahrzehnt den damaligen Vikar gesehen, als er "mit einem jungen Ministranten in sein Zimmer" gegangen sei. Er habe danach einen starken Schweißgeruch in dem Raum festgestellt. Obgleich sich die mutmaßliche Tat bereits vor Jahren ereignet haben soll, habe es keine Konsequenzen für den Vikar gegeben. Dieser werde außerdem beschuldigt, sich mit einem anderen Priester getroffen haben, der ebenfalls im Verdacht steht, Minderjährige sexuell missbraucht zu haben.

Das Bistum sorgte bereits vor wenigen Monaten für Aufregung, weil an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg eine LGBTI-feindliche Dozentin ebenfalls für Homo-"Heilung" warb. Nach Protesten feuerte die Hochschule die Dozentin im Januar (queer.de berichtete).

In Deutschland sollen "Konversionstherapien" zur "Heilung" von Homo- oder Transsexualität in Kürze verboten werden. Derzeit gibt es eine Debatte, wie weitreichend das Verbot sein soll (queer.de berichtete). Experten halten entsprechende Verbote für sinnvoll: Die Weltgesundheitsorganisation hat etwa erklärt, dass Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit keine Krankheit seien und keine Indikation für eine 'Therapie' bestehe. Der Weltärztebund hatte 2013 die "Konversionstherapien" als Menschenrechtsverletzung und als mit der Ethik ärztlichen Handelns unvereinbar verurteilt (queer.de berichtete). (cw)



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