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GroKo in der Kritik
LSVD: Bundesregierung bei Einsatz gegen Hasskriminalität ein "Totalausfall"
Die deutschen LGBTI-Aktivisten fordern nach dem erfolgreichen Referendum in der Schweiz, dass die Große Koalition endlich Hasskriminalität gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten bekämpft.

Bei LGBTI-feindlicher Hasskriminalität tut die Bundesregierung nach Ansicht des LSVD gar nichts
- 10. Februar 2020, 12:23h 2 Min.
Nach dem erfolgreichen Referendum in der Schweiz für ein Strafgesetz gegen Homophobie hat der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) ein konsequentes Vorgehen gegen homo- und transphobe Anfeindungen und Hetze auch in Deutschland gefordert. Der Ausgang der Volksabstimmung im Nachbarland halte auch der deutschen Bundesregierung "den Spiegel vor", erklärte das LSVD-Vorstandsmitglied Günter Dworek am Montag in Berlin.
Bei der Bekämpfung von homophober oder transfeindlicher Hasskriminalität sei die Bundesregierung ein "Totalausfall". So habe Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) noch nie eine entsprechende Gewalttat explizit öffentlich verurteilt. Auch gebe es "keinerlei Maßnahmenprogramm".
Schweiz sendet starkes Signal ???????????? Wir fordern auch die Bundesregierung auf, homophobe und transfeindliche…
Gepostet von Lesben- und Schwulenverband – LSVD am Montag, 10. Februar 2020
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LSVD: Deutschland leidet unter tagtäglicher LGBTI-feindlicher Gewalt
Dabei komme es in Deutschland tagtäglich zu homo- und transfeindlichen Gewalttaten, so der LSVD. Seit Jahren weigere sich die Große Koalition, bei denen von ihr eingeführten Bestimmungen zur Hasskriminalität im deutschen Strafrecht eine entsprechende Motivation im Gesetz ausdrücklich zu benennen.
Auch beim neuesten Gesetzesvorhaben von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität bleibe Homophobie und Transfeindlichkeit im Gesetzestext erneut ausgespart. "Das ist unverständlich und muss nachgebessert werden", mahnte Dworek.
In dem Schweizer Referendum hatten am Sonntag 63,1 Prozent der Eidgenossen für eine Ausweitung der sogenannten Anti-Rassismus-Strafnorm gestimmt. In der Schweiz ist es demnach künftig strafbar, Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung zu diskriminieren oder zum Hass gegen sie in Text, Sprache, Bildern oder Gesten aufzustacheln (queer.de berichtete).
Bereits vergangenes Jahr hatte die Bundesregierung auf Anfrage der Linksfraktion von einem erheblichen Anstieg der aus Hass auf LGBTI verübten Straftaten in Deutschland berichtet (queer.de berichtete). Die demokratische Opposition forderte daraufhin eine Gesamtstrategie gegen Homo- und Transphobie. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete und Fraktionssprecher für die Belange von Schwulen und Lesben, Karl-Heinz Brunner, erhob im Dezember die Forderung, Hassdelikte gegen LGBTI härter zu bestrafen (queer.de berichtete). Bislang gibt es aber aus der Bundesregierung heraus noch keine derartige Initiative. (AFP/cw)















Die Bundesregierung sollte sich endlich mal darüber Gedanken machen und ein entsprechendes Gesetz umsetzen. Die Hetze, die von Fundamentalisten in der Religion in die Gesellschaft getragen wird, sollte ebenfalls als Straftat berücksichtigt werden.
Die Schweiz geht als gutes Beispiel im Strafrecht voran, auch wenn es dort immer noch nicht die Ehe für Alle gibt.