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Russland

Moskau: Empörung über Freispruch nach Tötung eines schwulen Mannes

Die Geschworenen-Jury sprach einen Mann vom Mordvorwurf frei, der ein schwules Paar bepöbelt und dann mit einem Messer angegriffen hatte. Das Opfer sei auf das Messer gefallen, hatte er sich verteidigt.


Der getötete Roman und der Tatort

Ein Moskauer Bezirksgericht hat am Freitag einen Mann, der wegen Mordes an einem Schwulen angeklagt war, nur wegen einfacher Körperverletzung an dem Partner des Verstorbenen zu einem Jahr und elf Monaten Hausarrest verurteilt. Nach rund sieben Monaten Untersuchungshaft setzte das Gericht den Angeklagten unter entsprechenden Auflagen auf freien Fuß.

Zu der tödlichen Auseinandersetzung war es am Sonntag, den 30. Juni 2019, in den frühen Morgenstunden am Kursker Bahnhof im Osten der Innenstadt Moskaus gekommen (queer.de berichtete). Der alkoholisierte Angreifer hatte ein schwules Paar, Evgeny E. und Roman Y., zunächst homophob beleidigt, als die Männer auf ein Taxi warteten, und dann Evgeny gegen den Kopf geschlagen. Das Paar nahm seine Verfolgung auf. Der Angreifer setzte dann ein Messer ein und verletzte damit Evgeny leicht und Roman tödlich – nach einem Stich ins Herz fiel dieser nach wenigen Sekunden um und verstarb noch vor Ort. Andere Passanten rangen schließlich den Angreifer zu Boden, während Wiederbelebungsversuche an dem 47-Jährigen erfolglos blieben.

Direktlink | Eine Überwachungskamera hatte das tödlichen Geschehen aufgezeichnet

Die Staatsanwaltschaft hatte den zum Tatzeitpunkt 38 Jahre alten Angreifer aus der Region um Rostow wegen Mordes und einfacher Körperverletzung (an Evgeny) angeklagt, dazu umfangreiche Beweise vorgelegt und auch Homophobie als Motiv beschrieben – der Staatsanwalt betonte in der Verhandlung, es sei deutlich, dass der Angreifer den Tod des Mannes bewusst in Kauf genommen habe, und verwies auf den nicht wiedergutzumachenden Schmerz, den der Verlust des Partners für Evgeny und der Verlust des Sohnes für Romans Mutter darstelle. Sie war an einem Verhandlungstag zusammengebrochen.

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Jury folgte Angeklagtem

Der Angeklagte hatte die Tat zwar Medienberichten zufolge vor Gericht gestanden, aber eine Tötungsabsicht abgestritten und eine Verurteilung nach einem Paragrafen für Körperverletzung mit Todesfolge gefordert. Dabei habe er – entgegen Aufnahmen einer Überwachungskamera – angegeben, Roman sei gestorben, nachdem er auf das Messer gefallen sei.

Die Jury kann Anklagepunkte nicht abändern – und gab bei der Verhandlung am letzten Donnerstag bekannt, bezüglich Mord auf "nicht schuldig" bekannt zu haben. Am Folgetag verkündete das Gericht das Strafmaß für die zugestandene einfache Körperverletzung – das Tatmotiv Hass auf eine bestimmte soziale Gruppe wurde dabei verschärfend bewertet. Der überlebende Partner des Getöteten wurde vor Gericht von der queeren Organisation "Stimul" vertreten. Sie gab bereits nach der Verkündung des Jury-Spruchs bekannt, Berufung einlegen zu wollen.


Der Freispruch des Angeklagten vom Mord-Vorwurf sorgte für viele Presseberichte

Mehrere LGBTI-Verbände riefen am Montag dazu auf, unter einem bestimmten Regenbogen-Hashtag und mit einer (ebenfalls russischsprachigen) Petition Gerechtigkeit für Roman einzufordern. Sie verlangen ein neues Urteil und eine klare Ablehnung und Verfolgung von Gewalt gegen LGBTI. Hassverbrechen müssten Konsequenzen haben, so die Organisation "Coming-out". Das Urteil und das Klima der Rechtlosigkeit sendeten verheerende Signale: Bereits jetzt feierten Extremisten wie ein bekannter Homo-Gegner aus St. Petersburg in sozialen Netzwerken, dass sie LGBTI straflos verfolgen und töten könnten. (nb)

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Gepostet von ????-?????? ????? / ComingOut LGBT group am Montag, 10. Februar 2020
Facebook / comingoutspb



#1 TomDarkProfil
  • 10.02.2020, 17:02hHamburg
  • Mir wird gerade schlecht.

    Mit diesem Urteil erklärt Russland Homosexuelle endgültig für vogelfrei und zu rechtlosen Abtrünnigen !
  • Antworten » | Direktlink »
#2 JadugharProfil
  • 10.02.2020, 17:35hHamburg
  • Das ist schon sehr schlimm, wenn die Fakten ignoriert werden, die mittels einer Überwachungskamera aufgenommen wurden. Da zählt nur das Leben eines mörderischen Homophoben, jedoch nicht eines Homosexuellen.
    RIP Roman!
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#3 ReneAnonym
  • 10.02.2020, 17:52h
  • Was sollte man auch anderes erwarten?
    Russland war noch bekannt für seinen fairen Umgang mit Minderheiten.
    Und für den größten Teil der Russischen Bevölkerung ist doch alles in bester Ordnung.
    Daher wird sich keiner der etwas zu sagen hat, für Belange von ein paar homosexuellen einsetzen, die nach allgemeiner Auffassung der übrigen Menschen im Land, ihr Schicksal selbst gewählt haben. Nach dem einfach Motto: was zeigt ihr euch denn und provoziert den Rest von uns...
    Die Atmosphäre ist da schon sehr lange aufs übelste vergiftet. Nicht erst seit dem Gesetz bezüglich der Homo-Propaganda!

    Ich bin mal gespannt wie sich das hier in den nächsten Jahren noch entwickeln wird. ..
    Die AFD wird Mittel- bis Langfristig irgendwann politische Verantwortung übernehmen. Dann wird bei uns das Klima sicher wieder unfreundlicher.

    Inklusive der Übergriffe von meist islamisch geprägten religiösen Vollpfosten.
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#4 SchlimmAnonym
  • 10.02.2020, 17:59h
  • Schlimm...

    Und weiterhin kein Asyl für solche Menschen in Deutschland.

    Wir brauchen endlich die Anerkennung der sexuellen Identität und sexuellen Orientierung als generellen Asylgrund.

    Aber von Union und SPD können wir wohl gar nichts mehr an Handeln erwarten. Die sind komplett ins Koma gefallen.
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#5 VogelfreiAnonym
  • 10.02.2020, 18:20h
  • Das kann, und wird, als Freibrief zur Ermordung von Schwulen vertanden werden.

    Die Putin-Speichellecker AfD und Linke werden dazu wohl schweigen.
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#6 FredericAnonym
#7 zundermxeAnonym
  • 10.02.2020, 19:17h
  • Traurig, schlimm und unglaublich.
    Doch nun wirklich leider alles andere als eine Überraschung was Putins Russland betrifft.
    Eher sogar leider folgerichtig wenn wir die national-religiöse Hetze betrachten, die in Russland von Putin befeuert und installiert wurde.

    Auch wir erinnern uns in Deutschland an ein Urteil jüngster Zeit, indem Mörder nicht als solche verurteilt worden. Lediglich das Strafmaß unterscheidet sich in beiden Fällen.
    Noch und in diesen beiden Fällen liegt da ein wichtiger Unterschied.
    Doch wer will das zukünftig garantieren wenn wir sehen, wie schnell derzeit in Deutschland Tabus gebrochen werden und die Brandstifter der AFDP locker im Amt bleiben und alles als Unfall verkaufen können obwohl ihre eigenen Aussagen klar den Gegenbeweis liefern?!
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#8 Julian SAnonym
  • 10.02.2020, 19:52h
  • Das erinnert mich an eine Szene aus dem Musical Chicago.

    "Nein, Herr Polizist. Ich habe ihn nicht ermordet. Er ist unglücklicherweise in mein Messer gelaufen. Gleich 10 mal ist er in mein Messer gelaufen."

    Was auf der Bühne und im Film eine Pointe ist, ist dort traurige Realität. Und dann kommt man auch noch damit durch.
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#9 DramaQueen24Profil
  • 10.02.2020, 20:42hBerlin
  • Das zeigt wieder einmal, wie weit Homophobie in Russland verbreitet ist! Fehlt nur noch, dass sie diesen Mörder als Held feiern!
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#10 lindener1966Profil