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Russland

13 Festnahmen bei Pussy-Riot-Fotoshooting

Am zweiten Tag in Folge störte die Polizei in St. Petersburg die Arbeit der regierungskritischen Band zu einem neuen queer-feministischen Video.


Von Pussy Riot im letzten Dezember in sozialen Netzwerken veröffentlichtes Bild (Bild: nadyariot / instagram)

Die Polizei hat am Montagabend 13 Personen bei einem Fotoshooting der russischen Punkband Pussy Riot in St. Petersburg festgenommen und erst nach einigen Stunden gegen zwei Uhr morgens wieder von der Wache entlassen. Die Musikerin Nadeschda Tolokonnikowa veröffentlichte am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter ein Video, das die Gruppe nach ihrer Freilassung in St. Petersburg zeigen soll. "Freiheit", schrieb die 30-Jährige dazu.

Die Entlassung erfolgte laut dem Portal OVD Info ohne Ausfertigung eines Strafprotokolls. Der Hintergrund für den Einsatz der Beamten am Montagabend blieb zunächst unklar. Das aus Pussy Riot heraus gegründete Medienunternehmen MediaZone ließ verlauten, die Polizeibeamten hätten den Einsatz in einem Fotostudio zunächst mit Beschwerden über austretendes Kohlenmonoxid gerechtfertigt.

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Polizeieinsatz bei Video-Dreh bestätigt

Erst am Sonntag hatte die feministische Punkband mitgeteilt, dass die Polizei Dreharbeiten für ein neues regierungskritisches Video mit dem Titel "Rage" im Kinostudio Lenfilm gestört und letztlich durch einen Stromausfall unterbunden habe (queer.de berichtete). Die Beamten hätten bei dem Einsatz angegeben, nach Beschwerden sicherstellen zu wollen, dass es nicht zu Extremismus und der "Propagierung" von Homosexualität komme. Später hätten die Beamten die Lenfilm-Leitung aufgesucht, worauf der Strom abgestellt worden sei.

Gegenüber Interfax hat die Polizei inzwischen den ursprünglichen Polizeieinsatz bestätigt; die Beamten hätten demnach in dem Filmstudio keine Gesetzesverstöße gefunden und den Einsatz beendet. Am Montag hatte die Leiterin von Lenfilm noch Pussy Riot vorgeworfen, den Polizeieinsatz mit Schauspielern inszeniert zu haben. Auch sei es schlicht zu einem Stromausfall gekommen.

Twitter / pussyrrriot

Tolokonnikowa hatte in sozialen Netzwerken um Spenden gebeten, um die Dreharbeiten zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen zu können. In der Nacht zum Dienstag gab sie bekannt, dass bereits 66.000 Rubel, rund 950 Euro und acht Prozent der benötigten Summe, über Dienste wie Paypal eingegangen seien.

"Rage" soll vom Widerstand gegen die Machthaber in Russland handeln – und vom Schmerz, den Feministinnen und queere Menschen als vom Staat ausgesuchte Feinde spürten. 150 Personen, "die meisten von ihnen weiblich und queer", hätten an dem Dreh am Sonntag teilgenommen, so Pussy Riot. Die Band engagierte sich immer wieder für LGBTI-Rechte. (nb/dpa)