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Berichterstattung

"Bild" fragt: "Ist die CDU modern genug für einen schwulen Kanzler?"

Das Boulevardblatt beschäftigt sich in einer Titelstory auf bild.de damit, ob mit Jens Spahn ein offen schwuler Politiker die Christdemokraten übernehmen kann.


Die Homepage des Boulevardblatts am Mittwochvormittag (Bild: bild.de)

Beim Aufrufen von bild.de prangt den Lesern am Mittwochvormittag mit großen Lettern die Aufschrift "Ist die CDU modern genug für einen schwulen Kanzler?" entgegen – daneben befindet sich ein Bild von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und seinem Ehemann Daniel Funke, den der CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen 2017 geheiratet hatte (queer.de berichtete).

Mit diesem kostenpflichtigen Artikel macht das Boulevardblatt nach dem überraschenden Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer auf, erst darunter folgt eine Geschichte zu dem konservativen Haudegen Friedrich Merz, der bei seiner letzten Bewerbung für den CDU-Chefposten 2018 vom Berliner Ex-Regierungschef Klaus Wowereit als homophob kritisiert worden war (queer.de berichtete).

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Homophobe Werte-Union antwortet nicht

In dem Artikel zitiert "Bild" mehrere Politikexperten und Politiker – und konstatiert, dass Spahn viele "Initiativen, die der schwulen Community helfen", durchsetze, etwa PrEP zur Kassenleistung zu machen oder das Verbot von "Homo-Heilung" durchzusetzen. Andererseits sei er "auf bestimmten Feldern ein Konservativer". Dies mache seine Wahl angesichts des CDU-Richtungsstreits "komplizierter". Angesichts dessen sei es bezeichnend, dass die homophobe Werte-Union, die die Nähe zur AfD sucht, eine "Bild"-Anfrage zu diesem Thema unbeantwortet gelassen habe. Dennoch sagen CDU-Politiker wie Ex-Gesundheitsministerin Kristina Schröder oder der offen schwule Hamburger Ex-Bürgermeister Ole von Beust, dass ein Schwuler an der Spitze der CDU kein Problem mehr darstelle. Der Artikel schließt mit Meinungsforscher Hermann Binkert, der mit den Worten zitiert wird: "In allen Parteien gibt es profilierte homosexuelle Politiker."

Die meisten "Bild"-Leser sind aber offenbar keine Spahn-Fans: Bei der (nicht repräsentativen) Umfrage, wer Unionskanzlerkandidat werden solle, liegt er unter vier Männern auf dem letzten Platz – mit ganzen neun Prozent der Stimmen. Klarer Liebling der "Bild"-Fans ist Friedrich Merz.



In sozialen Netzwerken wird der Artikel wegen seiner plumpen Fragestellung kritisiert. Der deutsch-ghanaische Ex-Fußballnationalspieler Hans Sarpei, der in den Nullerjahren unter anderem in der Bundesliga für den VfL Wolfsburg und Bayer 04 Leverkusen gespielt hatte, merkte über die Headline sarkastisch an: "Nächste Folge: Warum nicht mal ein N****?"

Twitter / HansSarpei

Werbetexter Peter Breuer ergänzte süffisant: "Homosexualität ist bekanntlich erst seit wenigen Jahren 'modern'." Die CDU müsse daher beobachten, "ob sich dieser Trend langfristig durchsetzt". (dk)

Twitter / peterbreuer



#1 DenkbarAnonym
#2 Leon 4Anonym
#3 PetterAnonym
  • 12.02.2020, 13:10h
  • Die Werte der Union sinken seit Jahren, weil die Mehrheit der Bürger längst viel weiter ist als die ewiggestrige Haltung der Union bei LGBTI-Themen.

    Die Konservativen in anderen Staaten (Großbritannien, Irland, Niederlande, Belgien, Dänemark, Schweden, Norwegen, etc.) sind längst viel weiter und haben verstanden, dass "konservativ" nichts mit Diskriminierung zu tun hat.

    Und noch viel schlimmer:
    indem die Union in dieser Frage immer irgendwelche Ressentiments und Ängste schürt, macht sie die AfD salonfähig und immer stärker.

    Die Union wäre gut beraten, bei LGBTI-Themen endlich im 21. Jahrhundert anzukommen. Und ein offen schwuler Bundeskanzler wäre tatsächlich ein starkes Zeichen für einen modernen Konservatismus. Der dann auch wieder mehr Zustimmung fände.
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#4 falsche FrageAnonym
  • 12.02.2020, 14:57h
  • Müsste die Frage nicht lauten, ob Spahn Kanzler kann. Als überzeugter Vertreter der Community ist er bisher nicht aufgefallen. Spahn und sein Gatte bieten liberales Image für jede Gästeliste und garantieren keine schwulen Mätzchen ... zwischenmännliche Zuneigung und gar klare Statements pro Community hat es in der Öffentlichkeit von beiden noch nie gegeben.
    Hier und da wird sich der Community angebiedert.
    NEIN DANKE
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#5 PetterAnonym
#6 falsche FrageAnonym
  • 12.02.2020, 16:40h
  • Antwort auf #5 von Petter
  • Merkel soll bis zum Ende Kanzlern und der Nachfolger durch eine Bundeswahl legimiert werden.
    Vor Ende der Legislaturperiode einen neuen Kanzler, nein Danke.
    Wen die CDU aufstellt ist letztendlich deren Sache, aber bitte nur einen Kanzlerkandidat und keinen Kanzler von CDU-CSU-Gnaden.
    Vermutlich werde ich auch nicht für CDU, SPD oder FDP stimmen.
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#7 Ach jaAnonym
  • 12.02.2020, 17:09h
  • Antwort auf #6 von falsche Frage
  • Die CDU wird aber deutlich vor Ende der Legislaturperiode ein* neue* Bundesvorsitzende* wählen müssen und hier entsteht das Problem.
    Der oder diejenige wird unbedingt danach trachten, dann auch den Kanzler zumindest aber den Kanzlerkandidaten zu stellen um nicht wieder ins Hintertreffen gegenüber Fr Merkel zu geraten.
    Ein* neue* Kanzler* würde Stand heute zu Neuwahlen führen, da die SPD nur mit Fau Merkel in der GroKo weiterregieren will.
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#8 falsche FrageAnonym
  • 12.02.2020, 17:29h
  • Antwort auf #7 von Ach ja
  • das ist aber ein CDU internes Problem, Frau Merkel wurde auf 4 Jahre und nicht auf Abruf gewählt.
    Wir Bundesbürger können uns doch nicht aus partei-internen Geschachere im Nachhinein eine Umgestaltung der Regierung gefallen lassen. Die SPD hat das ja nun lange genug probiert ... und nun steht sie da mit Ernie und Bert als Chefs ... lustig sind die allerdings nicht, allenfalls komisch.
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#9 svenAnonym
  • 12.02.2020, 17:51h
  • Als ob es nur darum ginge, weil er schwul sei.
    Spahn wirft nur mit Nebelkerzen um sich und arbeitet nur darauf hin, irgendwann etwas sagen zu haben in der CDU.
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#10 sanscapote
  • 12.02.2020, 17:51h
  • Ich finde es unwichtig, ob ein Kanzler LGBTIQ ist oder nicht. Die Qualifizierung hat nichts mit der sexuellen Identitaet zu tun, sondern mit dem Charakter. Ich halte Herrn Spahn wegen seiner Naehe zur Pharmaindustrie fuer ungeeignet, besonders wenn von hier aus sein zwanghaftes Verhalten bezueglich der Masernimpfung betrachtet wird. Ob es eine Nachfolge fuer Mme Merkel gibt, die keine Verbindung zu Lobbyisten aud der Wirtschaft gibt, weiss ich natuerlich nicht.
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