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Frankreich

Macron verteidigt lesbische Schülerin nach Islam-Kritik gegen Drohungen

Der französische Präsident betont das "Recht auf Gotteslästerung" und stellt sich schützend vor eine homosexuelle Gymnasiastin.


Der liberale Politiker Emmanuel Macron ist seit 2017 französischer Staatschef (Bild: OFFICIAL LEWEB PHOTOS / flickr)

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die homosexuelle 16-jährige Schülerin Mila in Schutz genommen, die nach heftiger Kritik am Islam Morddrohungen erhielt. "Die Gesetzeslage ist klar: Wir haben das Recht auf Gotteslästerung", sagte Macron der Zeitung "Le Dauphiné Libéré" aus Grenoble. Es umfasse auch die Freiheit, "Religionen zu kritisieren und zu karikieren", fügte der Staatschef hinzu.

Die Gymnasiastin hatte ein mit Kraftworten gespicktes Video über den Islam im Internetdienst Instagram veröffentlicht, das sich rasend schnell verbreitete. Die Schülerin reagierte damit nach eigenen Angaben auf einen muslimischen Mann, der sie als "dreckige Lesbe" beschimpft hatte. Daraufhin wurden ihr im Internet Mord und Vergewaltigung angedroht. Sie konnte wochenlang nicht zur Schule gehen und stand zeitweise unter Polizeischutz (queer.de berichtete).

"Mila ist eine Jugendliche", sagte Macron dazu. "Wir schulden ihr Schutz an der Schule, in ihrem Alltag und bei Reisen." Er betonte, Minderjährige müssten besser gegen "neue Formen des Hasses und des Mobbings im Internet geschützt werden".

Mila hat sich entschuldigt

Die Schülerin aus dem Département Isère im Osten des Landes beruft sich ebenfalls auf das "Recht zur Gotteslästerung", bat aber für die "Vulgarität" ihrer Äußerungen um Entschuldigung. In Frankreich wurde nach der Revolution von 1789 das Delikt der "Blasphemie" abgeschafft. Aufrufe zum Hass gegen Einzelne oder eine Gruppe sind dagegen verboten.

Im Gegensatz zu Frankreich gibt es bis heute in Deutschland ein Gesetz gegen Gotteslästerung, das bis zu drei Jahre Haft vorsieht. Konkret steht die "Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen" unter Strafe, wenn sie "geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören". (AFP/cw)



#1 JuIian SAnonym
  • 13.02.2020, 17:39h
  • Wer Toleranz will, muss auch selbst Toleranz zeigen. Wenn jemand Muslime aufs übelste beschimpft, kann auch die typische AfD-Schutzbehauptung, es wäre "Islam-Kritik", nicht mehr retten. Natürlich gehen Todesdrohungen gar nicht, aber wie es so schön heißt: wie man in den Wald ruft, schallt es auch wieder zurück.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 13.02.2020, 17:50h
  • Antwort auf #1 von JuIian S
  • In zivilisierten aufgeklärten Ländern gibt es keinen Artenschutz für reaktionäre Muslim- oder Piusbrüder, nur weil diese ihre ihrem Faschismus im Gegensatz zu Höcke ein frommes Tarnkäppchen aufsetzen.

    Macron ist nun mal der Präsident Frankreichs und macht keine dumpfdeutsche schwarz-grünliche Kirchentagspolitik.

    Wofür man/frau sich beim höchsten Wesen bedanken darf!
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#3 notsoliberalAnonym
#4 NuminexEhemaliges Profil
  • 13.02.2020, 18:27h
  • Ich bin schon einigermaßen erstaunt, dass ein Staatsoberhaupt einer westeuropäischen Demokratie quasi Hass und Hetze auf Muslime durchwinkt. Kritik geht immer, aber nicht in der hießiger Form.
    Trotzdem muss auch gesagt werden, dass es kein bekanntes Pendant gibt, wo Christen nach einem Youtubevideo (oder sonst) flächendeckend zu Mord und Vergewaltigung aufrufen. Außerdem hat die Christenheit seit dem 16. Jahrhundert auch keinen heiligen Krieg mehr geführt (=Syrien) oder zu einem aufgerufen. Die sachliche Kritik am (politischen) Islam ist also mehr als berechtigt.
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 13.02.2020, 18:35h
  • Antwort auf #3 von notsoliberal
  • Zivilisation oder Tod!

    Alle islamischen Rechtsschulen lehnen unsereinen ab.

    Obwohl die Quellenlage im Koran unklarer ist, als in der Bibel.

    Gerade der sunnitische Islam steht mir zwar spirituell sehr nahe, deswegen würde ich persönlich nie gegen diese Religion polemisieren.

    Religionskritik und Fortschritt gehören aber in Frankreich seit den Zeiten Voltaires zusammen.

    commons.wikimedia.org/wiki/File:La_Lanterne_Og%C3%A9.png

    Warum sollte es Artenschutz für eine einzige Religion geben?
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#6 HamtayAnonym
  • 13.02.2020, 18:51h
  • Die antimuslimische Hetze der Schülerin ist keine Götteslästerung, sondern antimuslimische Hetze.
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#7 goddamn liberalAnonym
  • 13.02.2020, 18:56h
  • Antwort auf #6 von Hamtay
  • Menschen, die gerne leben, nehmen gerne ihr Recht auf Selbstverteidigung in Anspruch, wenn sie Lebensgefahr wittern.

    Die existiert in Teilen der sogenannten 'islamischen Welt' zweifellos.

    Das ist das Problem und nicht eine unreife junge Frau.
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#8 QuarkAnonym
  • 13.02.2020, 19:04h
  • Ich bin da völlig bei Herrn Macron.
    Natürlich war die Wortwahl des Mädels nicht wirklich von übergroßer Sensibilität geprägt.
    Das hat sie auch selbst zugegeben.
    War wohl ein wenig "Tat im Affekt" nach der Beleidigung die sie erfahren hatte.
    Aber im Grundsatz ist ein Verbot der Gotteslästerung Quark.
    Religion ist schließlich kein angeborenes oder sonstwie unabänderliches Persönlichkeitsmerkmal wie schwul oder POC sondern eine selbstgewählte Ideologie.
    Wenn ich an Höcke und seine AfD glauben würde könnte ich mich auch nicht beklagen, wenn andere das als Schei.... bezeichnen.
    Und die Morddrohungen beweisen ja wieder einmal deutlich wie hemmungslos viele Religiöse sogar bereit sind Verbrechen zu begehen, nur weil jemand mit ihrer Ideologie nicht einverstanden ist.
    Wer Gotteslästerung als Anlass nimmt einen anderen Menschen zu töten oder mit dem Tode zu bedrohen , steht außerhalb jeder Zivilisation.
    Das zu leugnen ist Täter/Opfer Umkehr.
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#9 AltoAnonym
  • 13.02.2020, 19:59h
  • Hetze gegen andere Menschen, ganz egal ob es um Islam, Religion, Herkunft, Sexualität, oder sonstwas geht, ist völlig daneben und ich finde es nicht in Ordnung, dass das Mädchen von Macron verteidigt wird. Konstruktive Kritik ist in Ordnung, aber Beleidigung geht nicht. Ein paar Stunden Sozialarbeit in einer Moschee ist eine gute Möglichkeit, mal mit Muslimen in Kontakt zu kommen, und vielleicht gegenseitige Vorurteile abzubauen.
    Für die Islamophobie einiger Kommentatoren hier, habe ich genausowenig Verständnis
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#10 AltoAnonym
  • 13.02.2020, 20:03h
  • Antwort auf #4 von Numinex
  • "Außerdem hat die Christenheit seit dem 16. Jahrhundert auch keinen heiligen Krieg mehr geführt (=Syrien) oder zu einem aufgerufen"

    Eigentlich wollte ich jetzt nichts schreiben, tue es aber doch. Der Bürgerkrieg in Syrien ist kein religiöser Konflikt. Da spielen eine ganze Menge verschiedener Faktoren eine Rolle und es gibt verschiedene Gruppen, die einander bekämpfen
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