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Berlin

Erneut transphobe Übergriffe in Berlin

Die Hauptstadtpolizei meldet zwei weitere Attacken, die offenbar aus Abneigung gegenüber Transpersonen begangen wurden.


Der Staatsschutz ermittelt in zwei weiteren Fällen gegen Personen, die offenbar aus Hass Transmenschen angreifen (Bild: René Mentschke / flickr)

In Berlin ist es am Donnerstag zu zwei Übergriffen auf Transpersonen gekommen, die als Hasskriminalität eingestuft wurden. Deshalb hat der Staatsschutz in beiden Fällen die Ermittlungen übernommen.

Ein Fall ereignete sich am Nachmittag in Schöneberg: Ein 44-jähriger Transmann soll demnach aus einer Gruppe von Jugendlichen heraus LGBTI-feindlich beleidigt worden sein. Laut der Polizei befand sich der Mann kurz vor 17.30 Uhr auf dem Weg zur Arbeit, als ihm an der Kreuzung Bülowstraße/Steinmetzstraße eine Gruppe von fünf bis sechs Jugendlichen gefolgt sei. Die Jugendlichen seien stark aggressiv aufgetreten und hätten versucht, den Mann durch lautes Anschreien zu erschrecken.

Aus der Gruppe heraus sei der Belästigte laut Polizei "mehrfach homophob beleidigt" worden, bevor die Gruppe an der Kreuzung Steinmetzstraße/Alvenslebenstraße von ihm abgelassen und sich in unbekannte Richtung entfernt habe. Eine Suche nach den Jugendlichen durch kurz darauf alarmierte Polizeikräfte sei ohne Erfolg verlaufen.

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Eierwürfe in Neukölln

Der zweite Fall wurde aus Neukölln gemeldet: Eine Transfrau habe am Abend über die Internetwache eine Strafanzeige erstattet, worauf Polizisten die 64-Jährige gegen 23.30 Uhr in ihrer Wohnung an der Böhmischen Straße befragten.

Ihrem Bericht zufolge hätten Unbekannte gegen 20.15 Uhr mehrere Eier gegen den Balkon und die Balkontür ihrer Wohnung geschmissen. Vorausgegangen seien dazu im Vorfeld mehrere ähnliche Ereignisse, bei denen unter anderem am Dienstag Pfandflaschen auf den Balkon geworfen worden sein sollen. Kurz darauf soll eine Gruppe Jugendlicher den Ort verlassen und die Frau homophob beleidigt haben. Zu diesen Ereignissen hatte die 64-Jährige bereits Strafanzeige erstattet. Die Polizei informierte die Öffentlichkeit am Mittwoch über die Vorfälle (queer.de berichtete). Ob die Tat vom Donnerstagabend mit den vorhergegangenen Ereignissen im Zusammenhang steht, ermittelt derzeit der Polizeiliche Staatsschutz.

Die Berliner Polizei macht anders als in vielen andere deutsche Polizeibehörden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in ihren Pressemitteilungen publik. Sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen zudem eigene Ansprechpersonen für sexuelle und/oder geschlechtliche Minderheiten. Damit soll Homo- und Transsexuellen, die traditionell ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Stellen von Anzeigen nach LGBTI-feindlichen Übergriffen erleichtert werden. (pm/dk)



#1 FinnAnonym
  • 14.02.2020, 11:32h
  • Ich will gar nicht wissen, wie groß das Problem homo- und transphober Gewalt deutschlandweit ist.

    Leider erfahren wir ja nur die Fälle aus Berlin, weil dort dankenswerterweise diese Fälle separat erfasst werden. Grüne und Linkspartei haben zwar schon mehrfach beantragt, dass auch deutschlandweit zu erfassen, aber das ist bisher immer am Widerstand von Union und SPD gescheitert.

    Warum man das nicht sollte (gerade in Deutschland, wo sonst jeder Fliegenschiss erfasst und statistisch ausgewertet wird) konnte mir aber bisher von Union und SPD noch niemand erklären.
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#2 FilipProfil
  • 14.02.2020, 12:00hHamburg
  • Antwort auf #1 von Finn
  • "Warum man das nicht sollte (gerade in Deutschland, wo sonst jeder Fliegenschiss erfasst und statistisch ausgewertet wird) konnte mir aber bisher von Union und SPD noch niemand erklären."

    Kann ich auch nicht!

    In der Schweiz gibt es auch Diskussionen, ob solche Handlungen statistisch erfasst werden sollen. Da wurde auf den doch so "hohen Aufwand" für die Polizisten verwiesen. Und die das kaum beurteilen können, ob der Angriff denn "homophob" begründet sei (augenroll).

    Auf die Frage "Bist Du schwul?" mit anschließenden Faustschlägen des Fragenden oder Ausrufe "Du blöde Schwuchtel" sind auch extrem schwer vom Polizisten einzuordnen. Außerdem hätte man irgendwann Klarheit über das Ausmaß. Aber dann müsste man vielleicht darauf reagieren. Und man hat ja soooo viele andere Probleme.
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#3 TimonAnonym
  • 14.02.2020, 12:12h
  • Antwort auf #2 von Filip
  • Ja, Berlin zeigt ja, dass das machbar ist.

    Ich fände es auch sehr sinnvoll, wenn das nicht nur in Berlin, sondern deutschlandweit erfasst würde.

    Damit man überhaupt mal weiß, wie groß das Problem eigentlich ist. Aber das soll man wohl gar nicht so genau wissen.
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#4 Ralph
  • 14.02.2020, 12:32h
  • Das Rezept der Politik: totschweigen. Gerade erst hat Bundespräsident Steinmeier in Dresden eine Rede gehalten, in der er zunehmenden Antisemitismus und zunehmende Fremdenfeindlichkeit (was immer das sein mag) beklagte - von zunehmenden Beleidigungen, Bedrohungen und Gewalttaten gegen Schwule, Lesben, transidente und zwischengeschlechtliche Menschen schwieg das Staatsoberhaupt. Es gibt sie für ihn nicht. Wie war das bei seiner Rede vor dem Mahnmal in Berlin? "Das Grundgesetz schützt auch Sie!" Lächerlich.
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#5 NuminexEhemaliges Profil
  • 14.02.2020, 14:20h
  • Antwort auf #3 von Timon
  • Ganz genau so sollte es sein! Ich vermute das ist momentan noch Selbstschutz der Regierungspartei CDU, da sonst durch die Masse an Fällen der eigene Slogan "In einem Land indem wir gut und gerne leben." in sich zusammenbricht und über die inhaltlich entkernte Phrasenhaftigkeit hinaus auch das krasse Gegenteil bewiesen wäre.
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#6 Tobi CologneAnonym
  • 14.02.2020, 16:02h
  • Antwort auf #5 von Numinex
  • Volle Zustimmung.

    Die Bundesregierung will gar nicht, dass das wahre Ausmaß bekannt wird. Denn dann könnte sie sich noch zum Handeln gezwungen sehen.

    Allerdings kann die Union das auch nur, weil die SPD ihr die Mehrheiten dafür sichert. Die blocken das gemeinsam ab, also sind Union und SPD auch beide schuld daran.
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#7 Homonklin_NZAnonym
  • 15.02.2020, 02:05h
  • Es ist auffällig, dass sowas häufig mit Judendlichen oder jüngeren Erwachsenen zu tun hat. Ob das auch an der Art und Weise liegen mag, wie heute Respekt und Umgangsformen unterrichtet, oder auch vernachlässigt werden?

    Wie diese Täter auftreten, lösst jedenfalls jeglichen Bezug zu einem charakterlichen Standing vermissen. Wenn die sich auch im sonstigen Leben wie haltlose Affen aufführen, sollte man sie eigentlich auch in einen seperaten Zoo stecken, denn die Öffentlichkeit der Gesellschaft soll ja vorwiegend für Menschen sein. Selbst Hunde können sich in der Regel benehmen.

    Man muss also schon fragen dürfen, was man sich da an zukünftigen Erwachsenen so alles aufbaut, wenn man solche Ereignisse ignoriert und die, welche sie verursachen, in den Bewährungs-Himmel hätschelt und als harmlose Jung-Alberne mit Stzreichen im Kopf begreift.
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