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Radikalisierung von Alice Weidel

Von der weltgewandten Ökonomin zur rechten Scharfmacherin

Die offen lesbische Politikerin Alice Weidel, die mit ihrer Partnerin im Ausland ein Kind großzieht, will Landeschefin der AfD in Baden-Württemberg werden.


Alice Weidel führt neben Alexander Gauland die 89-köpfige AfD-Bundestagsfraktion an (Bild: Deutscher Bundestag / Marc-Steffen Unger)

Alice Weidel entspricht auf den ersten Blick nicht gerade dem Idealbild der AfD: Die 41-Jährige ist offen homosexuell, sie lebt mit ihrer Partnerin und deren zwei kleinen Söhnen in der Schweiz. Doch die promovierte Volkswirtin zählt keineswegs zu den vergleichsweise gemäßigten Stimmen der Partei. Ihr Einfluss in der AfD wächst stetig. Am Wochenende will sie Landesvorsitzende in Baden-Württemberg werden.

Schon früh machte sich Weidel in der AfD als Scharfmacherin einen Namen. Ihr zentrales Thema: Der angebliche Zerfall der inneren Sicherheit in Deutschland als Folge der Flüchtlingskrise. Der Grund, dass sie 2013 in die neu gegründete Partei eintrat, war allerdings die Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung – das zentrale Thema der AfD in ihrer Gründungszeit, weshalb sie anfangs von vielen Ökonomen unterstützt wurde.

Ihre Biografie weist die in Nordrhein-Westfalen geboren und aufgewachsene Weidel als weltgewandte Ökonomin aus. Nach ihrem Studium der Volks- und Betriebswirtschaftslehre war sie bei einer Investmentbank tätig, bevor sie einige Jahre nach China ging. Danach arbeitete sie im Vorstandsbüro eines weltweiten Vermögensverwalters, bis sie sich schließlich darauf spezialisierte, Start-up-Unternehmen zu beraten.

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"Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte"

In der AfD rückte Weidel bereits 2015 in den Bundesvorstand auf, seit Ende 2019 ist sie stellvertretende Parteivorsitzende. Im Bundestagswahlkampf 2017 bildete Weidel mit Alexander Gauland das Spitzenkandidatenduo der AfD. "Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte", rief sie auf dem Wahlparteitag im April 2017.

Die AfD werde als erstes wie versprochen "den Untersuchungsausschuss Angela Merkel" initiieren, um der Kanzlerin angebliche "Rechtsbrüche" nachzuweisen, sagte Weidel, nachdem die AfD im Herbst 2017 mit 12,6 Prozent als drittstärkste Kraft in den Bundestag eingezogen war.

Weidel übernahm an der Seite Gaulands die Spitze der Fraktion – und die Oppositionsführerschaft im Bundestag. Die neue Bühne nutzt sie nach Kräften. Im Mai 2018 erteilte ihr Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) einen Ordnungsruf, nachdem Weidel in einer Rede gegen "Burkas, Kopftuchmädchen, alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse" gewettert hatte.


Mit AfD-typischer Islamophobie begründet Alice Weidel sogar die Ablehnung von Homosexuellenrechten (Bild: Facebook / AfD)

Weidel änderte ihre Meinung zum völkischen "Flügel"

Eine Kehrtwende vollzog Weidel im Umgang mit dem rechtsnationalen "Flügel" in der AfD. Anfang 2017 war sie noch eine der treibenden Kräfte im Ausschlussverfahren gegen den Thüringer Partei- und Fraktionschef Björn Höcke. Doch seit längerem zeigt sich Weidel dem an Macht gewinnenden "Flügel" und dessen Chef betont zugewandt. Als Fraktionsvorsitzende müsse sie "stets dialogbereit sein", so ihre Begründung.

Ende 2018 geriet Weidel wegen Wahlkampfspenden aus dem Ausland unter Druck. Über die Züricher Pharmafirma PWS flossen vor der Bundestagswahl 2017 rund 130.000 Euro auf das Konto des AfD-Kreisverbands Bodenseekreis, dem Weidel angehört. Als Verwendungszweck war "Wahlkampfspende Alice Weidel" angegeben. Das Geld wurde zurückgezahlt, allerdings erst Monate später. Parteispenden aus dem Nicht-EU-Ausland sind verboten. Die Staatsanwaltschaft Konstanz nahm Ermittlungen auf.

In Baden-Württemberg, wo Weidel ihren offiziellen Hauptwohnsitz hat, will sie jetzt erreichen, was ihr noch 2017 misslungen war: Sie will Vorsitzende des AfD-Landesverbands werden. Die AfD im Südwesten ist seit langem heillos zerstritten, es tobt ein erbitterter Machtkampf zwischen "Flügel"-Anhängern und gemäßigteren Kräften. Sie wolle Gräben zuschütten und Einigkeit herstellen, begründete Weidel die Kandidatur. Sollte sie gewählt werden, dürfte der Wahlkampf für die Landtagswahl im Frühjahr 2021 an Schärfe gewinnen.

 Update  Weidel ist am Samstag auf dem Landesparteitag in Böblingen zur neuen Landesvorsitzenden gewählt worden.



#1 NuminexEhemaliges Profil
  • 14.02.2020, 14:33h
  • Es ist ja kein Wunder, dass sie mittlerweile mit dem Faschisten Höcke kooperiert, denn nachdem ihr Machtkampf mit selbem verloren ging wurde die Angst zu groß, bei fortwährendem Kampf selbst über die Klinge springen zu müssen. Beispiele gibt es ja zuhauf. Lucke und Petry sind schließlich auch dem Radikalisierungsprozess der Partei zum Opfer gefallen.
    Wie man bei der Vita Mitglied der AfD sein und ihre Positionen vetreten kann erschließt sich mir nicht im Ansatz. Ich denke ein Psychologe hätte alle Hände voll zu tun.
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#2 Ralph
  • 14.02.2020, 15:58h
  • Was die politische Betätigung der Frau Weidel angeht, kann ich nur den Kopf schütteln und ihr eigenes Lieblingswort benutzen: "Unglaublich!"
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#3 DominikAnonym
  • 14.02.2020, 16:17h
  • Diese Frau will bzw. macht für ihre Karriere alles, auch wenn es ihrem privatem Lebebsrntwurf völlig entgegen stehtund hat keine Scheu über Leichen zu gehen. Diese Karrieristen, die, um weiter Karriere zu machen auch den Faschismus dazu nutzen, sind 1000x gefährlicher als die dumpfen Skins auf der Straße oder der schimpfende Peguda-Opa, da sie genau wissen wie sie Menschen für ihre eigene Macht und Karriere manipulieren können. Die AFD ist voller solcher Leute, was Sie zur gefährlichsten Partei seit der NSDAP macht. Die NSDAP konnte die Leute genauso perfekt manipulieren und schwache demokratische Parteien hatten 1930 - 1933 keine Lösung. Man hat gesehen wozu das geführt hat. Diese Parallelen zur heutigen Situation mit der AFD sind das was einem Angst machen muss, aber auch aufs schärfste bekämpft werden muss. Das fängt im eigenen Umfeld an, indem man seinem Familien- und Bekanntenkreis immer wieder darauf achtet dass keinerlei rassistisches jnd homophobes Gedankengut aufkommt, auch wenns mal unbedacht ist (z.B. Schwul als Schimpfwort). Wehret den Anfängen ist leider zu spät, wir sind schon mittendrin!
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#4 Nk231Anonym
  • 14.02.2020, 16:21h
  • Das ist wahrhaftig keine gute Nachricht. Und so wie es in Baden-Württemberg momentan aussieht, könnte sie leider einige Stimmen erhalten - schlimmstenfalls sogar diese Wahl gewinnen.
    Offene Homophobie ist da keine Seltenheit mehr und Gewalt findet auch gegenüber Lesben statt - von Frauen.
    Deshalb kann ich nur raten, kräftig zu protestieren und gegen diese Kandidatur aktiv zu werden.

    Als ich das letzte Mal in einem Café für Lesben war, herrschte gähnende Leere. Es gab eine Videovorführung wie man Rechtsextremismus erkennen- und wie man dem Grenzen setzen kann. Auch da war ich mit Begleitung die einzige Anwesende.

    Ich kann nur sagen: Leute, interessiert euch für Politik, es geht uns alle was an.
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#5 dellbronx51069Anonym
  • 14.02.2020, 19:46h
  • Antwort auf #1 von Numinex
  • Aus der Sicht von Nazis ist das durchaus kein Problem. Der 175er Paragraph richtete sich ja immer nur gegen Männer.
    Lesben sind für Nazis nicht so schlimm. Die haben ja noch nicht den "Richtigen" gefunden. Opa Gauland würde sich wohl kaum mit einem offen schwulen Mann ,wenn es den denn bei der Afd gäbe ,dahinstellen.
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#6 BockbeinAnonym
  • 14.02.2020, 20:06h
  • Wer mit einem solchen Satz Politik macht, kann nicht besonders gescheit sein. Erstens wird das Land nicht islamisiert, zweitens hätte das mit der Ehe für Alle nicht das Geringste zu tun. Oder meinte sie damit, man solle mit der Ehe für Alle warten, bis sie das Land wieder entislamisiert hat.
    Ich habe von Frau Weidel noch nie einen wirklich logischen Beitrag gehört. Empörung und Hetze sind ihre ausschließlichen Ausdrucksformen. Sollte sie wirklich in ihrer Partei noch an Einfluss gewinnen, spricht dies für die weitere geistige Verödung der AfD. Ein bisschen was geht anscheinend selbst da noch. Leider wird das den Wählern dieser Partei nichts ausmachen. Warum wohl?
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#7 dellbronx51069Anonym
  • 14.02.2020, 20:40h
  • Antwort auf #4 von Nk231
  • Es erodiert überall , wer engagiert sich noch ? Niklas Frank , der Sohn von Hans Frank Hitlers Generalgouvaneur in Polen, beschrieb es so : 25% der Bevölkerung haben ein mehr oder weniger rechtsgerichtetes Weltbild. 50% sind sog. Wetterfähnchen drehen sich mal nach links mal mehr nach rechts . Demokratie wird nur als Verteilladen für Wohltaten empfunden. Nur 25% sind wirklich überzeugte Demokraten und von diesen 25% riskieren höchstens 100.000 wirklich Unannehmlichkeiten um die Demokratie verteidigen . Bemerkenswerter Artikel im Spiegel.
    Und nochmal: ist nicht von mir !
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#8 Miguel53deProfil
  • 15.02.2020, 02:06hOttawa
  • Antwort auf #5 von dellbronx51069
  • Es gibt doch die Schwulengruppe in der AfD. Ein so genannter Arbeitskreis, geführt von Mirko Welsch. Ein giftiger Zwerg, der allerdings ab und an auch wagte, an Parteifreunden Kritik für homophobe Äußerungen zu üben.

    Ganz gegen den Willen von Alexander Tassis, der sich mit weitern Freunden von Welsch Häufchen zu trennen, um ein eigenes, noch kleineres Häufchen zu bilden.

    Und das, weil es ihnen nicht gefiel, dass der Mirko auch innerparteilich kritisierte. Weshalb der Alexander und der Phillip (Christ - Nomen ist Omen) und die zwei, drei anderen Aufrechten sich auch zugleich beflissentlich bei den Kritisierten entschuldigten.

    Das würde in Zukunft nicht mehr vorkommen und man würde nur noch gute Laune verbreiten.

    Irgendwie hat das was von göttlicher Komödie. Wahlweise auch griechischer Tragödie (und wieder ist Nomen - Tassis - zugleich Omen).

    Ob Gauland sich mit denen auf eine Bühne stellen würde? Wenns denn dem Erfolg der Partei hilft, ganz gewiss. Wenn auch mit Mundschutz vielleicht.

    Was fällt mir sonst noch zu Weidel ein? Eigentlich immer nur der Röhm und wie er da erschossen in seinem Lustbett liegt. Auch Komödie und Tragödie in einem. Sowohl zum Lachen, wie zum Weinen.

    Nur Mitleid kommt bei mir nicht auf. Weder für diesen historischen, gewaltsamen Tod, noch für die Zukunft dieser furchtbaren Frau, wenn sie denn lange ihre Mohrenschuldigkeit getan hat und gehen kann.
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#9 michael hnkAnonym
  • 15.02.2020, 12:07h
  • Mit der attributiven Zuschreibung, sie habe sich radikalisiert, habe ich so meine Probleme. Dem liegt die Projektion zugrunde, als Angehörige einer auf Solidarität angewiesenen Minderheit könne sie doch eigentlich nicht immer dieses menschenverachtende Weltbild gehabt haben, sondern eine Art Radikalisierung müsse über sie gekommen sein und habe die "weltgewandte Ökonomin" sowie doch eigentlich "solidaritätsempfindsame Lesbe" auf irgendwelche, eher unerklärliche Abwege gebracht: Wie kann sie denn als lesbische Frau nur in der AfD sein, das ist doch schizophren!? Mit Verlaub, das ist es ganz und gar nicht.

    Auch vor fünf oder zehn Jahren war sie eine Erwachsenen-Persönlichkeit mit einem mehr oder weniger abgeschlossenen Weltbild. Dass sie in Studium und Beruf Ehrgeiz und Fleiß gezeigt hat, macht sie noch lange nicht zu einer "weltgewandten Ökonomin". Wenn man sie zu Wirtschaftsthemen reden und argumentieren hört, fällt sie in Wahrheit immer nur durch oberflächliches Halbwissen, ausgesprochen viel Schwarzweiß-Malerei sowie einen völlig polemischen Echauffierungskäse auf. Ich jedenfalls habe von ihr noch keinen wirklich zitierfähigen Vortrag oder Aufsatz vernommen, von konstruktiven Ideen zur Lösung komplexer ökonomischer Probleme ganz zu schweigen.

    Ihre politische Reden sind eine einzige Katastrophe, sowohl inhaltlich als auch rhetorisch. Rhetorisch "glänzt" sie vor allen Dingen durch Arroganz und ein häufig unkontrolliertes Echauffierungsgehabe; wesentlich mehr hat sie nicht drauf. Besonders diese immer wiederkehrende "Ist doch unglaublich!"-Echauffierung kaschiert und offenbart zugleich, dass sie im Grunde genommen höchst unsicher ist, ihr grad keine bessere Entgegnung einfällt und sie intellektuell total überfordert ist: Ihr Gegenüber läuft ihr grad davon, sie kann's emotional nicht aushalten und ihr bleibt dann nur noch ein "Unglaublich!" hinterher zu rufen. Das ist, besonders in der Dauerschleife, ein einziger intellektueller wie rhetorischer Offenbarungseid.

    Inhaltlich gibt sie nur das wieder, was sie ideologisch denkt: Rassistisch motivierte Vorurteile treiben sie, insbesondere gegenüber muslimischen Migranten, sowie eine tiefe Verachtung für alle, die nicht wie sie zu einer ökonomischen (Pseudo-)Elite gehören, und für deren politischen Interessensvertreter, also für alle aus ihrer Sicht "linksgrün Versifften", die sich auch noch für dieses "nutzlose Prekariat" einsetzen. DAS ist ihr Weltbild, und es wird auch vor fünf oder zehn Jahren kein anderes gewesen sein. Ob sie lesbisch ist oder mit einer dunkelhäutigen Partnerin zusammenlebt, spielt hier überhaupt keine Rolle. Private Devianzen werden hier als "Privilegien, die mir zustehen" wahrgenommen, müssen aber nicht zwangsläufig auch die politische Weltsicht beeinflussen; ähnlich wie etwa bei Nazis, die allem Judenhass zum Trotz dennoch der Musik jüdischer Komponisten was abgewinnen konnten. Was zunächst wie ein Widerspruch aussieht, entspricht in Wahrheit dem rassistischen Überlegenheitskonzept: Die Exklusivrechte liegen bei mir (und meinesgleichen), Ende.

    Daher ist in der Beurteilung der hier genannten Akteurin auch nur eine Schlussfolgerung richtig: Alice Weidel ist, wenn man sie reden hört und politisch agieren sieht, weder eine "radikalisierte, einst weltgewandte Ökonomin" noch eine "irgendwie verirrte Lesbe", sondern schlicht eine rechtsradikale, zutiefst rassistische sowie rhetorisch wenig begabte Demagogin. Mehr ist dazu analytisch eigentlich nicht zu sagen. Dass sie (und übrigens auch Gauland) Fraktionsvorsitzende werden konnten, liegt nur daran, dass die dahintersitzenden Kollegen eben noch größere Vollpfosten sind. Die wesentlich komplexere und dadurch auch wesentlich gefährlichere Figur in der AfD ist Björn Höcke.
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#10 zundermxeAnonym
  • 15.02.2020, 12:45h
  • Antwort auf #9 von michael hnk
  • Volltreffer.
    Ihre Mängel machen sie zwar nicht weniger gefährlicher, sie aber in irgendeiner Weise als fähige Politikerin zu benennen geht mMn nach auch an jeder Realität vorbei.
    Aus unserer Sicht zum Glück.
    MMn erträgt die AFD sie auch genau deswegen. Sie wird nie über die Feigenblatt-Funktion hinaus kommen.
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