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Heimkino

Ein Gute-Laune-Film über das Anderssein

In "Die glitzernden Garnelen" soll ausgerechnet ein homophober Trainer ein queeres Wasserballteam wettbewerbsfähig machen. Jetzt erscheint die Komödie mit Humor und Klischees auf DVD.


Der Spielfilm "Die glitzernden Garnelen" erzählt von einer queeren Wasserball-Mannschaft, die für die Gay Games in Kroatien trainiert (Bild: Edition Salzgeber)
  • Von Sabine Glaubitz, dpa
    16. Februar 2020, 04:24h, 2 Kommentare

Matthias Le Goff ist gefeierter Vize-Weltmeister im Schwimmen. Nach einer homophoben Beleidigung vor laufenden Fernsehkameras aber wird er abgestraft. Um ihn zu rehabilitieren, denkt sich der Verband eine besondere Maßnahme aus: Matthias soll die queere Wasserballmannschaft "Die glitzernden Garnelen" trainieren, um sie für die Gay Games in Kroatien zu qualifizieren, der wichtigsten LGBTI-Sportveranstaltung, die alle vier Jahre stattfindet.

Wie zu erwarten, kommt es zu heftigen Konflikten, nicht nur wegen der Äußerungen von Matthias. Denn dem Team geht es nicht um Gewinnen und Leistung, sondern darum, Spaß zu haben und die heißesten Athleten der Welt zu treffen. "Die glitzernden Garnelen" (im Original: Les Crevettes pailletées) der französischen Regisseure Cédric Le Gallo und Maxime Govare ist ein Film über das Anderssein, bei dem die Regisseure ungeniert mit Humor und Klischees spielen.

Der Regisseur ist selbst eine "glitzernde Garnele"


Die Edition Salzgeber veröffentlicht "Die glitzernden Garnelen" am 21. Februar auf DVD

Mit der Komödie setzen sie ein klassisches Konzept um: die Begegnung von Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können und deren anfängliches gegenseitiges Misstrauen sich zunehmend auflöst und in Freundschaft endet. So stellt Matthias nach den chaotischen Spielen in Kroatien denn auch sein Leben infrage, das bislang aus hartem Training und Entbehrungen bestand.

Die Idee zu dem Film hatte Le Gallo, der in einer gleichnamigen schwulen Wasserballmannschaft spielt. Das Wort "Garnele" stehe für den Wasser-Aspekt, "glitzernd" für die Party-Komponente, erklärte Le Gallo die Bedeutung des Team-Namens.

Herausgekommen ist mit "Die glitzernden Garnelen" ein Gute-Laune-Film. Jedes Mitglied der Wasserballmannschaft ist schräger als das andere, sympathisch sind sie alle: der dunkelhäutige und beruflich erfolgreiche Alex, der junge Vincent, der noch nicht weiß, wie er mit seiner neu entdeckten Sexualität umgehen soll und der schwerkranke Jean, dessen Krankheit jedoch nicht thematisiert wird.

Haben Schwule nur Feiern und Sex im Kopf?

Gezeigt wird eine queere Community, die vor allem Spaß an glamourösen Exzessen hat. Die Probleme, mit denen sie zu kämpfen hat, werden weitgehend ausgeblendet.

In dem Film wird viel mit Klischees gespielt. So hat man den Eindruck, dass Schwule nur eines im Sinn haben: Feiern und Sex. Eine Haltung, die Matthias verzweifeln lässt: "Aber warum müsst ihr eure Schwänze die ganze Zeit zeigen?", fragt er ratlos in dem Film.

Tatsächlich bringen Le Gallo und Govare ihr Publikum mit ihrer bunt zusammengewürfelten Mannschaft viel zum Lachen. Hin und wieder wird jedoch Humor mit Vulgarität verwechselt und manchen Umkleidekabinen-Witzen fehlt es etwas an Feingefühl.

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer

Infos zum Film

Die Glitzernden Garnelen. Komödie. Frankreich 2019. Regie: Cédric Le Gallo, Maxime Govare. Darsteller: Nicolas Gob, Alban Lenoir, Michaël Abiteboul, David Baïot. Laufzeit: 100 Minuten. Sprache: französische Originalfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 12. Edition Salzgeber
Galerie:
Die glitzernden Garnelen
8 Bilder


#1 56James35Anonym
  • 16.02.2020, 11:55h
  • Der Film hatte viel Erfolg in Frankreich. Er steckt nämlich voller Klischees und das gefällt dem französischen Publikum. Bei den Schwulen kam er aber nicht gut an, genauso wie "La cage aux folles" (= "ein Käfig voller Tunten") aus dem Jahr 1978. Diesen Film würde ich keinem empfehlen. Nur wer die Schwulen lächerlich findet, wird seinen Spaß haben.
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#2 FinnAnonym
  • 16.02.2020, 14:51h
  • Leider lief dieser Film bei uns nicht im Kino.

    Schön, dass ich ihn mir jetzt auf DVD angucken kann.

    Nur schade, dass er nicht synchronisiert wurde - dann hätte er sicher noch mehr Menschen erreicht.
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