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Infos für alle

NRW startet bundesweit erstes Infoportal zu Intersexualität

Die neue Online-Plattform bietet viele Informationen nicht nur für Intersexuelle, sondern auch für ihre Familien, Medienvertreter sowie pädagogisches und medizinisches Fachpersonal.


Die Seite soll umfassend über Intersexualität informieren, auch außerhalb NRWs

  • 17. Februar 2020, 17:17h, noch kein Kommentar

Mit inter-nrw.de wird in Deutschland erstmalig eine umfassende Übersichtsseite zur Intergeschlechtlichkeit angeboten. Eltern, Lehrkräfte, medizinisches Fachpersonal oder auch Medien können sich auf dieser Plattform informieren und werden für das Thema sensibilisiert. Das nordrhein-westfälische Landesfamilienministerium hat das Angebot in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum entwickelt.

"Wir wünschen uns, dass dieses Informationsportal von allen genutzt wird, die offene Fragen zur Intergeschlechtlichkeit haben", erklärte Vize-Ministerpräsident und Familienminister Joachim Stamp (FDP). "Die Landesregierung setzt sich dafür ein, dass intergeschlechtliche Menschen selbstbestimmt leben können. Dafür braucht es in vielen Fällen aber noch Aufklärung und Sensibilisierung der Gesellschaft und eine spezifische Beratung für intergeschlechtliche Menschen. Mit der neuen Online-Plattform ist Nordrhein-Westfalen Vorreiter im deutschsprachigen Raum."


Joachim Stamp ist seit Juni 2017 stellvertretender Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in der CDU/FDP-Landesregierung von Ministerpräsident Armin Laschet (Bild: FDP NRW)

Prof. Dr. Katja Sabisch, Dekanin der Fakultät für Sozialwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum und Professorin für Gender Studies, erklärte, dass das Thema Intergeschlechtlichkeit insbesondere für viele Eltern, die damit konfrontiert werden, etwas völlig Neues sei. "Es bedarf verlässlicher Informationen, die Eltern aber auch anderen Gruppen Sicherheit im Umgang mit dem Thema geben", So Sabisch.

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Das Online-Angebot schließe laut dem Familienministerium eine Lücke bei niedrigschwelligen Informationsquellen. Unter anderem geht es um folgende Fragen: Was ist Intergeschlechtlichkeit? Wie gehe ich damit um, wenn mein Kind intergeschlechtlich ist? Welche Rechte haben Familien gegenüber der Medizin und den Krankenkassen? Wie begegne ich inter Menschen im Alltag und in journalistischer Berichterstattung vorurteilsfrei? Welche Unterrichtsmaterialien eignen sich für das Thema besonders gut? Die Informationen sind auf Deutsch, Englisch und Türkisch verfügbar. Zusätzlich gibt es einen Bereich in leichter Sprache.

Auf Initiative von Minister Stamp war Nordrhein-Westfalen bereits im letzten Herbst der Koalition gegen Diskriminierung beigetreten (queer.de berichtete).

Wie wichtig das neue Angebot ist, zeigt sich auch an einer Äußerung des CDU-Bundestagsabgeordneten Alexander Krauß, der kürzlich die Existenz von Intersexualität geleugnet hatte (queer.de berichtete). (cw)