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Wiener Opernball am 20. Februar

Walzer gleich­geschlechtlich

Zwei Deutsche tanzen als erstes gleichgeschlechtliches Paar beim traditionsreichen Wiener Opernball.


Die Wiener Staatsoper ist Jahr für Jahr Schauplatz des Opernballs (Bild: Jorge Franganillo / flickr)

  • Von Celine Jankowiak, AFP
    18. Februar 2020, 11:27h 16 3 Min.

Wenn Sophie Grau und Iris Klopfer am Donnerstag beim Wiener Opernball Polonaise tanzen, schreiben sie Geschichte. Die beiden jungen Frauen aus Deutschland sind das erste gleich­geschlechtliche Paar unter den Debütanten. Vor den Augen von 5.000 Zuschauern im Saal und weiteren zwei Millionen vor den Fernsehern werden sie in die Staatsoper einziehen und zu Walzerklängen durch den Saal tanzen.

Bei den Proben sind die beiden noch ganz entspannt. "Aber in dem Moment bevor es auf die Bühne geht, liegen die Nerven blank", sagt die 21-jährige Sophie Grau, die sich selbst als nicht-binär bezeichnet. Wie alle anderen Debütantenpaare auch, mussten Grau und die ein Jahr ältere Klopfer das strenge Auswahlverfahren durchlaufen. Das wichtigste Kriterium: perfekt Wiener Walzer zu tanzen.

Grau und Klopfer stammen aus der Nähe von Stuttgart und sind seit ihrer Schulzeit befreundet. Wie die meisten Debütanten, sind sie außerhalb des Tanzparketts kein Paar. Bei der Bewerbung für den Opernball – dem Höhepunkt der jährlichen Wiener Ballsaison – sei es ihnen in erster Linie um ihre Leidenschaft fürs Tanzen gegangen, betonen die Studentinnen.

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"Jeder kann das Führen lernen und auch, sich führen zu lassen"

Als erstes Frauenpaar wollen sie aber auch eine Botschaft vermitteln: "Wir versuchen, diese Plattform zu nutzen um zu sagen, dass es keine Rolle spielt, was man in der Hose hat oder wie man geboren wurde, um zu tanzen, was immer man will", sagt Grau. "Das einzige, was bei Tanzpartnern zählt ist, ob sie gut zusammen tanzen und Spaß dabei haben." Führen könnten sie beide. "Jeder kann das Führen lernen und auch, sich führen zu lassen", sagt Grau.

Maria Großbauer, Organisatorin des Opernballs, freut sich über das erste Frauenpaar auf dem Parkett. "Die Damen können sehr gut tanzen, sie haben die Kriterien erfüllt", sagt sie. Grau und Klopfer waren ihr zufolge auch das erste gleichgeschlechtliche Paar, das sich beworben hat.

Im Jahr 2020 sollte das kein großes Thema mehr sein, sagt Großbauer. "Tradition ist uns wichtig, aber innerhalb der Tradition muss es auch Fortschritt geben." Auch Operndirektor Dominique Meyer sieht das rein weibliche Paar als "ganz normale" Entwicklung – aber auch "als klare Botschaft gegen Homophobie".

Beim Dresscode werden sich die beiden Frauen an die Konventionen halten. Klopfer wird ein weißes Kleid und Grau einen schwarzen Frack tragen – so wie die männlichen Debütanten. Das ist auch eine pragmatische Entscheidung: "Ich habe kurze Haare – wo sollte ich da das Krönchen hinstecken?", sagt Grau.

Organisatorin Großbauer ist froh über diese Entscheidung. So bleibe das harmonische Bild aus Schwarz und Weiß beim Einzug der 144 Paare ungestört.

#1 ElyasAnonym
  • 18.02.2020, 13:05h
  • Sorry aber das ist albern ....

    Das als Toleranz zu verkaufen .... Frage ist hätten Sie auch zwei Männer zu gelassen im Anzug oder Zwei Frauen im Kleid ?
    So ist das einfach nur albern sieht alles aus wie vorher und man schreibt sich groß Toleranz auf dem Banner .....
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#2 Leon 4Anonym
  • 18.02.2020, 13:26h
  • Antwort auf #1 von Elyas
  • Kritisierst du gerade das die Veranstalter das erste gleichgeschlechtliche paar, das sich beworben hat, exakt wie alle anderen behandelten?

    Wie sie bei 2 Männern gehandelt hätten weiß man nicht da sich offenbar keine beworben haben... Warum du daher eine Hypothese aufstellst um den tatsächlichen Umgang bei einer realen Situation schlecht zu reden weiß man nicht..

    Und zum "auf die Fahne schreiben"... Ja, was sollen se denn sagen wenn se gefragt werden?
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#3 DachtaubeAnonym
  • 18.02.2020, 13:30h
  • Antwort auf #1 von Elyas
  • Zustimmung meinerseits. Danke. Was die Verkleidung als Mann mit einer emazipatorischen Botschaft zu tun haben soll, bleibt das unreflektierte Geheimnis derjenigen, die sich unterwirft. Ein schwarzes Kleid hätte den "traditionellen Schwarz-Weiß-Effekt beim Tanzen" ebenfalls nicht gestört und eine befreiende Botschaft gesendet. Aber nein, es musste ein männlicher Frack sein. Vielleicht wollen die altbackenen WienerInnen ja auf Anhieb sehen, welche von beiden bei dem Paar denn nun "den Mann spielt".
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