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Wiener Opernball am 20. Februar

Walzer gleichgeschlechtlich

Zwei Deutsche tanzen als erstes gleichgeschlechtliches Paar beim traditionsreichen Wiener Opernball.


Die Wiener Staatsoper ist Jahr für Jahr Schauplatz des Opernballs (Bild: Jorge Franganillo / flickr)

Wenn Sophie Grau und Iris Klopfer am Donnerstag beim Wiener Opernball Polonaise tanzen, schreiben sie Geschichte. Die beiden jungen Frauen aus Deutschland sind das erste gleichgeschlechtliche Paar unter den Debütanten. Vor den Augen von 5.000 Zuschauern im Saal und weiteren zwei Millionen vor den Fernsehern werden sie in die Staatsoper einziehen und zu Walzerklängen durch den Saal tanzen.

Bei den Proben sind die beiden noch ganz entspannt. "Aber in dem Moment bevor es auf die Bühne geht, liegen die Nerven blank", sagt die 21-jährige Sophie Grau, die sich selbst als nicht-binär bezeichnet. Wie alle anderen Debütantenpaare auch, mussten Grau und die ein Jahr ältere Klopfer das strenge Auswahlverfahren durchlaufen. Das wichtigste Kriterium: perfekt Wiener Walzer zu tanzen.

Grau und Klopfer stammen aus der Nähe von Stuttgart und sind seit ihrer Schulzeit befreundet. Wie die meisten Debütanten, sind sie außerhalb des Tanzparketts kein Paar. Bei der Bewerbung für den Opernball – dem Höhepunkt der jährlichen Wiener Ballsaison – sei es ihnen in erster Linie um ihre Leidenschaft fürs Tanzen gegangen, betonen die Studentinnen.

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"Jeder kann das Führen lernen und auch, sich führen zu lassen"

Als erstes Frauenpaar wollen sie aber auch eine Botschaft vermitteln: "Wir versuchen, diese Plattform zu nutzen um zu sagen, dass es keine Rolle spielt, was man in der Hose hat oder wie man geboren wurde, um zu tanzen, was immer man will", sagt Grau. "Das einzige, was bei Tanzpartnern zählt ist, ob sie gut zusammen tanzen und Spaß dabei haben." Führen könnten sie beide. "Jeder kann das Führen lernen und auch, sich führen zu lassen", sagt Grau.

Maria Großbauer, Organisatorin des Opernballs, freut sich über das erste Frauenpaar auf dem Parkett. "Die Damen können sehr gut tanzen, sie haben die Kriterien erfüllt", sagt sie. Grau und Klopfer waren ihr zufolge auch das erste gleichgeschlechtliche Paar, das sich beworben hat.

Im Jahr 2020 sollte das kein großes Thema mehr sein, sagt Großbauer. "Tradition ist uns wichtig, aber innerhalb der Tradition muss es auch Fortschritt geben." Auch Operndirektor Dominique Meyer sieht das rein weibliche Paar als "ganz normale" Entwicklung – aber auch "als klare Botschaft gegen Homophobie".

Beim Dresscode werden sich die beiden Frauen an die Konventionen halten. Klopfer wird ein weißes Kleid und Grau einen schwarzen Frack tragen – so wie die männlichen Debütanten. Das ist auch eine pragmatische Entscheidung: "Ich habe kurze Haare – wo sollte ich da das Krönchen hinstecken?", sagt Grau.

Organisatorin Großbauer ist froh über diese Entscheidung. So bleibe das harmonische Bild aus Schwarz und Weiß beim Einzug der 144 Paare ungestört.



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#1 ElyasAnonym
  • 18.02.2020, 13:05h
  • Sorry aber das ist albern ....

    Das als Toleranz zu verkaufen .... Frage ist hätten Sie auch zwei Männer zu gelassen im Anzug oder Zwei Frauen im Kleid ?
    So ist das einfach nur albern sieht alles aus wie vorher und man schreibt sich groß Toleranz auf dem Banner .....
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#2 Leon 4Anonym
  • 18.02.2020, 13:26h
  • Antwort auf #1 von Elyas
  • Kritisierst du gerade das die Veranstalter das erste gleichgeschlechtliche paar, das sich beworben hat, exakt wie alle anderen behandelten?

    Wie sie bei 2 Männern gehandelt hätten weiß man nicht da sich offenbar keine beworben haben... Warum du daher eine Hypothese aufstellst um den tatsächlichen Umgang bei einer realen Situation schlecht zu reden weiß man nicht..

    Und zum "auf die Fahne schreiben"... Ja, was sollen se denn sagen wenn se gefragt werden?
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#3 DachtaubeAnonym
  • 18.02.2020, 13:30h
  • Antwort auf #1 von Elyas
  • Zustimmung meinerseits. Danke. Was die Verkleidung als Mann mit einer emazipatorischen Botschaft zu tun haben soll, bleibt das unreflektierte Geheimnis derjenigen, die sich unterwirft. Ein schwarzes Kleid hätte den "traditionellen Schwarz-Weiß-Effekt beim Tanzen" ebenfalls nicht gestört und eine befreiende Botschaft gesendet. Aber nein, es musste ein männlicher Frack sein. Vielleicht wollen die altbackenen WienerInnen ja auf Anhieb sehen, welche von beiden bei dem Paar denn nun "den Mann spielt".
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#4 DachtaubeAnonym
  • 18.02.2020, 13:34h
  • Antwort auf #2 von Leon 4
  • >>>das [sic!] die Veranstalter das erste gleichgeschlechtliche paar, das sich beworben hat, exakt wie alle anderen behandelten<<<

    Lüge. Tun die VeranstalterInnen ja nicht. Eine der beiden Frauen muss sich als Mann verkleiden.
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#5 ursus
  • 18.02.2020, 13:34h
  • Sophie Grau hat sich mittlerweile in mehreren Interviews als nicht-binär bezeichnet. Von einem "gleichgeschlechtlichen" bzw. "Frauenpaar" zu sprechen ist also falsch.
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#6 ElyasAnonym
  • 18.02.2020, 13:43h
  • Antwort auf #2 von Leon 4
  • Also Wir wissen nicht ob sich nicht auch ein Männer Paar beworben hat somit würde ich vorsichtig sein.

    Und ja ich Kritisiere es weil sich unter falschen Tatsachen Toleranz auf die Flagge geschrieben wird.

    Denn von außen sieht das "Frauen Paar" aus wie ein Heten Paar. Eine im Kleid mit Langen haar und Die anderen im Anzug mit kurzen haar. Von außen nicht so sehen....

    Also solange Wir Homos, Heten paar imitieren sind wir Willkommen das ist die Messages die ich da verstehe.

    Ich bezweifel gewaltig das sie zwei Männer Akzeptiert hätten.
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#7 ursus
  • 18.02.2020, 13:44h
  • Antwort auf #5 von ursus
  • Ebenso falsch ist es mit dieser Information übrigens auch, davon zu reden, hier würde sich "eine Frau als Mann verkleiden".

    Das Verschweigen, das Nichternstnehmen und das Ignorieren der Nichtbinarität durch Journalist_innen verhindert leider, dass dieser Fall in seiner eigentlichen Dimension gewürdigt oder kritisert werden kann.
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#8 Ralph
  • 18.02.2020, 14:01h
  • Antwort auf #2 von Leon 4
  • Nein, die beiden werden nicht gleich behandelt, denn eine von ihnen muss sich als Mann verkleiden, d.h. Travestie spielen. Das wird von keiner anderen Frau auf dem Ball verlangt. Angesichts dieser Diskriminierung ist anzunehmen, wenn auch nicht sicher belegbar, dass ein männliches Paar die Zulassung erkaufen müsste, indem einer der beiden sich als Frau verkleidete. Ziehen wir mal einen Vergleich: Ein schwarzes Paar will mittanzen! Kein Problem - die beiden brauchen sich nur weiß zu schminken. Das ist dann Gleichbehandlung: Alle Tanzenden sind weiß. Oder: Zwei Personen von 1,20 m wollen tanzen! Auch kein Problem... wenn sie auf Stelzen tanzen können... Ich wundere mich immer wieder, weshalb Schwulen und Lesben zugemutet wird, was man niemandem sonst anzusinnen wagen würde. Und es finden sich immer schwule und lesbische Fürsprecher solcher Diskriminierung nach dem Motto: Toll, wir gehören dazu, wir sind ja so normal, so normal, so normal...
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#9 ursus
  • 18.02.2020, 14:27h
  • Antwort auf #8 von Ralph
  • "Das wird von keiner anderen Frau auf dem Ball verlangt."

    Ich frage mich langsam, ob irgendjemand meinen Einwand, dass Sophie Grau keine Frau, sondern eine nichtbinäre Person ist, überhaupt ernst nimmt.

    "Grau: In legeren Kontexten oder im Theater nehme auch ich Frauenrollen an und trage mal ein Kleid. Aber bei einem so ernsten Ball ist das für mich nichts, denn ich identifiziere mich als nichtbinär. Das heißt, die starre Einordnung in männlich und weiblich passt für mich nicht."

    Die Quelle könnt ihr googeln.
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#10 Leon 4Anonym
  • 18.02.2020, 15:27h
  • Aha, Frauen im Frack = als Mann verkleidet.... Marlene Dietrich gefällt das..... Wenn der dresscode nun mal besagt 1 Kleid / 1 Frack is des halt so, is doch egal ob dann mann/frau oder same/same...

    Und der dude der sich n Kleid anzieht wird sicher auch Haare, make up und Schuhe haben um des stimmig zu machen....

    Seh hier absolut nix verwerflich, nope...
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