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Komm mal runter, echt jetzt!

6 Möglichkeiten, um nach Feierabend loslassen zu können

Dass der Arbeitstag beendet ist, heißt noch lange nicht, dass das Kopfkarussell aufgehört hat, sich zu drehen. Zeit, seine Bremsen zu betätigen.


Die berufliche Gedankenwelt will einfach nicht von selber anhalten. Dann muss man selbst in die Speichen greifen (Bild: Michael Bußmann / Pixabay)

  • 19. Februar 2020, 13:01h, noch kein Kommentar

Egal ob man schon seit Jahren durch den harten Berufsalltag watet oder sich noch in der (schulischen bzw. universitären) Ausbildung befindet: Sicherlich haben wir alle auch schon mal festgestellt, wie sehr man abends, wenn man eigentlich Feierabend hat, noch regelrecht unter Strom stehen kann. Obwohl man abschalten könnte, weil der Arbeitstag vorüber ist, spielt das Oberstübchen das Spiel nicht mit. Es denkt an den Job, an die Kollegen, malt sich vielleicht auch die beliebten imaginären, rein hypothetischen Wortgefechte mit dem Chef aus und wie man darauf antworten würde.

Ein ziemlich mieses Gefühl, schon weil es die Arbeit mit in den Feierabend transportiert und somit langfristig absolut das Zeug hat, einem die Work-Life-Balance gründlich zu ruinieren und den Stresslevel in ungesunde Höhen zu pushen. Was tun, sprach Zeus? Nein, keinen Whisky einschenken, sondern das tun, was wir an Tipps zusammengetragen haben.

1. Quatsch es dir von der Seele

Warum kreisen Gedanken? Warum machen sie es meist in den Abendstunden und teilweise sogar nachts? Aus wissenschaftlicher Sicht steckt dahinter eine Art zeitlich begrenzte Mini-Depression: Der Körper hat für den Tag seine Milch gegeben, hängt im Leistungskeller. Melatonin wird ausgeschüttet. Bloß: Schläft man dann nicht, wirkt sich der Melatonin-Spiegel auf die Stimmung aus – etwas ganz Ähnliches passiert beim bekannten Winterblues, bloß da eben über Wochen und Monate.

Und was rät der Psychologe bei Sorgen, wenn man schon nicht die Ursache bekämpfen kann? Ganz genau, sie sich von der Seele reden. Dazu sucht man sich nun eine Vertrauensperson. Am besten, weil vertrautesten, ist der Partner. Es folgen (sehr enge bis enge) Freunde. Auch Familienmitglieder, mit denen man harmoniert, sind bestens geeignet – und mitunter auch sogar Ex-Partner, solange man sich mit ihnen gut versteht.

Wichtig ist nur, dass es jemand ist, dem man genug vertraut, um seine Sorgen auch im Detail zu schildern. Für unser Gehirn zählt, dass es sich nun damit nicht mehr befassen muss, da es ja geteilt wurde. Das kann durchaus schon ausreichen.

Tipp: Wenn man sich niemandem so intim offenbaren will, schreibt man einfach in ein Tagebuch, was einem durch den Kopf geht. Der Effekt unterscheidet sich nicht.

2. Gönn dir einen Sex-Snack

Was unterscheidet den Menschen von den meisten anderen Säugetieren (Delfine explizit ausgenommen)? Ganz einfach: Er betreibt Sex (auch) nur so zum Spaß – egal ob mit sich allein oder Partner(n). Und genau das sollte man ins Auge fassen, wenn der Tag nicht loslassen will.

Denn "in Action", zumindest wenn es gut läuft, schaltet sich das Gehirn weitgehend ab. Das tut es, weil der Bettspaß im Evolutionsmodus läuft. Das Gehirn muss also nichts später Erlerntes abrufen, die ganze Sache funktioniert über den Kernspeicher, in dem sich alles befindet, was der Mensch in diesem Alter ohne jedes weitere Zutun kann.

Als netter Nebeneffekt werden rings um den Orgasmus zahllose Glückshormone ausgeschüttet, womit dann nicht nur der Tag ab-, sondern die Laune hochgeschaltet wäre.

3. Dampf mal eine

Es ist 2020, auch echte Nonkonformisten haben längst die Gitanes-Schachteln verbannt. Allerdings darf man nicht vergessen, dass der ganze Habitus rings ums Rauchen tatsächlich etwas Entspannendes hat. Ja, zum Teil liegt das tatsächlich an der lösenden Wirkung von Nikotin. Aber darüber wiederum an einem Gewohnheitsgefühl.

Einfacher ausgedrückt: Der Körper weiß, dass eine Nikotindosis folgt, das reicht schon aus, um ihn etwas herunterfahren zu lassen. Allerdings raten wir hiermit explizit ab, das auf traditionellem Weg zu tun. Die gleichen positiven Effekte gibt es bei der E-Zigarette ohne die über 4000 schädlichen Tabak-Nebenprodukte, die in Fluppen stecken.

Da sich nicht nur der Inhalt der E-Zigarette von normalen Kippe vollkommen unterscheidet, sondern die Geräte auch technisch anders arbeiten, wird da nichts verbrannt, nur verdampft – es entstehen also keine Stoffe, die nicht schon in den Liquids drin waren. Und die sind in der EU wiederum strengen Gesetzen unterworfen.

Tatsächlich muss es nicht mal Nikotin sein. Praktisch alle Liquids gibt es auch "mit ohne" – dafür aber in tausenden glücklich machenden Geschmacksrichtungen zwischen Cola und "Kokos-Cookie-Dough". Und apropos Leckereien:

4. Schlemm mal wieder

Hand aufs Herz: Der Arbeitsalltag kann schon ziemlich genussbefreit sein. Doppelt, wenn man auf die schlanke Linie achtet und sich in der Mittagspause mit Salat und Co. mehr schlecht als recht über Wasser hält.

Nein, hier geht es nicht darum, das abendliche Kopfkarussell mit Unmengen kalorienreicher Sahnesoßen auszubremsen (obwohl das ziemlich gut funktionieren würde…). Vielmehr sollte man sich das sowieso notwendige Abendessen zum Ritual machen: Nur das essen, worauf man wirklich von Herzen Lust hat. Das muss nicht zwangsläufig etwas Ungesundes sein; das wäre sogar kontraproduktiv, weil es sich in den späteren Stunden auf deinen Schlaf auswirken würde.

Bloß sollten Geschmack, Konsistenz und Zubereitung etwas sein, was den eigenen Geist mit Happiness erfüllt. Und da findet sicherlich jeder etwas. Netter Nebeneffekt: Man bekommt dadurch ein schönes, festes Feierabend-Ritual. Und das ist fürs dauerhafte Abschalten mindestens genauso wichtig.

5. Mach nur Anti-Job-Dinge

Man verkauft tagsüber Fahrräder und bastelt nach Feierabend an seinem eigenen Bike? Ist auf der Arbeit Social-Media-Manager und scrollt später auf der Couch durch Insta und Co.? Herzlichen Glückwunsch, dann darf man sich leider nicht wundern, wenn das Gehirn im Work-Mode bleibt.

Wie soll es das auch? Das, was es während der Arbeit serviert bekommt und leisten muss, ist ja nahezu deckungsgleich mit dem, was in der Freizeit abgeht. Dass da kein Abschalten möglich ist, ist nur verständlich.

Also: Egal was genau man im Feierabend auch tut, es sollte die absolute Antithese zu dem sein, was der eigene Job beinhaltet. Es gibt unzählige andere Hobbys, die erfüllen, auch ohne Jobnähe. Als Nebeneffekt bekommt man automatisch auch mehr Lust auf die Herausforderungen der Arbeit.

6. Mach Entspannungsübungen

Warum wurde autogenes Training entworfen? Warum konnte Qigong sich über rund 2000 Jahre hinweg halten. Die Antwort ist simpel: Weil es schon immer Menschen gab, die "loslassen" wollten. Vielleicht nicht, weil sie einen stressigen Job hatten, aber zumindest aus religiös-philosophischen Gründen.

Man kann sicher sein: Wenn etwas so alt ist (auch autogenes Training hat demnächst die 90 überschritten) und immer noch da ist, hat es sich als wirksam erwiesen.

Nein, man muss nicht mit anderen Leuten in ein Studio gehen, keine VHS-Kurse oder dergleichen belegen. Die Grundlagen für autogenes Training finden sich ebenso auf YouTube, wie es da Fachleute gibt, die einem die ersten Qigong-Schritte zeigen – und obendrein noch tausendundeins passende Soundtracks für entspannende Hintergrundmusik.

Der Rest ist einfach nur nachmachen, abschalten und entspannen. (ak)