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Studie: Schwule und Lesben führen glücklichere Ehen als Heterosexuelle

Texanische Forscher haben herausgefunden, dass Menschen eine größere Chance auf eine glückliche Ehe haben, wenn sie schwul oder lesbisch sind.


Zwar kann es auch bei diesen frisch Verlobten stürmisch werden, allerdings haben die beiden statistisch weniger Stress als das gemeine Hetero-Paar (Bild: Twitter / Joey Krastel)

Gleichgeschlechtliche Paare fühlen sich in ihrer Ehe wohler als heterosexuelle Paare. Das ist das Ergebnis einer Studie der beiden Soziologen Michael A. Garcia und Debra Umberson von der University of Texas in Austlin. Demnach haben Schwule und Lesben generell weniger Stress in ihrer Ehe als Heterosexuelle.

Der Studie zufolge besteht auch ein Unterschied zwischen den Geschlechtern: Heterosexuelle Frauen verspüren in einer Ehe den größten Stress, Männer in verschiedengeschlechtlichen Ehen und Frauen in gleichgeschlechtlichen Ehen liegen in der Mitte. Am glücklichsten mit ihrer Ehe sind demnach schwule Männer. Gleichgeschlechtliche Partnerinnnen und Partner, so die Analyse, könnten sich leichter auf die Bedürfnisse des Ehegatten oder der Ehegattin einstellen als verschiedengeschlechtliche.

Die Forscher hatten 756 verheiratete Amerikaner mittleren Alters befragt, die entweder in insgesamt 378 gleichgeschlechtlichen oder einer verschiedengeschlechtlichen Ehe lebten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten Tagebuch führen und über ihre Ehe und ihren Partner bzw. ihre Partnerin Auskunft geben.

Gleichgeschlechtliche Ehen haben keine Klischeerollen

Eine mögliche Begründung für die subjektiv unglücklichere Ehen bei verschiedengeschlechtlichen Paaren könnten die Erwartungshaltung sein, die an Frauen und Männer gemacht wird. Die "New York Times"-Autorin Stephanie Coontz argumentierte etwa in einem langen Bericht über diese und andere Studien, Frauen müssten dem Klischee zufolge den Haushalt führen und Kinder erziehen, während Männer das Geld nach Hause bringen sollen. Diese sexistischen Vorgaben führten dazu, dass Heterosexuelle in einer Ehe leichter Stress ausgesetzt seien, wenn sie dem Klischee nicht entsprechen. Bei homosexuellen Paaren sei dies anders: Hier gebe es meist keine klischeehafte Aufteilung zwischen "weiblichen" bzw. "männlichen" Aufgaben, sondern beide Partnerinnen oder Partner würden beide gleichermaßen Aufgaben übernehmen bzw. aushandeln, wer welche Aufgabe übernimmt.

Coontz, die Autorin des Buches "Marriage: A History", empfahl daher Heterosexuellen, sich ein Beispiel an Schwulen und Lesben zu nehmen: "Viele verschiedengeschlechtliche Paare würden glücklichere und erfüllendere Ehen führen, wenn sie sich ein paar Sachen von ihrem gleichgeschlechtlichen Gegenüber abschauen würden." (cw)



#1 lindener1966Profil
  • 19.02.2020, 17:19hHannover
  • Ach, das haben wir ja schon irgendwie immer gewusst;-) Viele Hetero-Ehen, die ich kenne (meistens von der Arbeit), werden oft nur durch die gemeinsamen Kinder zusammengehalten, eigene Interessen oft nicht verfolgt. Sobald die Kinder flügge werden, kracht es oft gewaltig bis zur Scheidung. Es gibt natürlich Ausnahmen. Diese Paare haben dann aber sowohl starke gemeinsame Interessen jenseits von Kindererziehung, einen großen Freundeskreis und zusätzlich macht jeder auch oft sein eigenes Ding, bis hin zu getrennten Reisen. DAS wird dann aber in der mir bekannten Hetero-Welt oft mit Staunen wahrgenommen.
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#2 dellbronx51069Anonym
#3 NarzissAnonym
  • 19.02.2020, 17:52h
  • Davon halte ich nichts. Wie soll man sowas denn anhand von Tagebücher auswerten? Gibt es auch Zahlen und Daten, wie viel Prozent der Homo/Hetero-Teilnehmer ihre Ehe für glücklich halten?
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#4 PaulaRoydAnonym
  • 19.02.2020, 18:21h
  • Ich frage mich, ob die Studie auch erkannt hat, dass einer der Gründe für die größere Zufriedenheit bei schwulen Ehepaaren die häufig offenere Haltung zu außerehelichem Sex ist (bei Lesben kann ich es nicht beurteilen). Ich habe die Hypothese, dass ein wesentlicher Grund für die Spannungen in heterosexuellen Beziehungen die Erwartungshaltung ist, dass sich beide Partner sexuell treu sind, da hieraus erhebliche Unzufriedenheit und Stress erwachsen, die sich letztlich auf die Beziehung auswirken.

    Ich kenne kein schwules Paar, bei dem die Partner monogam sind und vermutlich gerade deshalb sind das alles sehr stabile und entspannte Beziehungen. Oder das Fremdgeficke nimmt auf der anderen Seite überhand und daran zerbricht die Beziehung... eine interessante Ambivalenz.

    Möglicherweise ist diese Erkenntnis ja etwas verklausuliert in dem Hinweis enthalten, dass die Partner in gleichgeschlechtliche Paaren besser auf die Bedürfnisse des jeweils anderen eingehen können; Männer erkennen einfach an, dass sie geile Böcke sind.
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#5 PiakAnonym
  • 19.02.2020, 19:57h
  • Antwort auf #4 von PaulaRoyd
  • Was für ein Unsinn, ich keine wiederum keine einzige homosexuelle Beziehung, ob verheiratet oder nicht, die nicht monogam wäre, auch wenn sie schon ~20 Jahre andauern, aber diverse herterosexuelle, bei denen das anders ist ... eigene Erfahrungshorizonte sind eben begrenzt.

    Ich habe für das Studienergebnis eine recht einfache Hypothese: bei den Schwierigkeiten, die homosexuelle Paare bei der Heirat in den USA ausgesetzt waren oder noch sind, ist der Eheschluss eben sehr viel überlegte und der Ehewunsch sehr viel größer als im heterosexuellen Durchschnitt. Entsprechend sind die Ehen dann glücklicher,
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#6 daVinci6667
  • 19.02.2020, 20:26h
  • Es ist in aller Regel viel einfacher sich in jemanden des eigenen Geschlechts hineinversetzen. Das beugt in gleichgeschlechtlichen Paarbeziehungen massenweise Missverständnissen vor. Man tickt halt praktisch gleich.

    Hetero-Arbeitskollegen höre ich hingegen immer mal wieder laut seufzen, es verstehe mal einer die Frauen!

    Unter Männern läuft vieles halt unkomplizierter, natürlicher und entspannter.

    Zum Beispiel würde keinem Kerl jemals einfallen er sei unattraktiv geworden oder würde gar eine Diät anfangen nur weil er feststellt das sein Freund/Mann wichst oder Pornos guckt.

    Ein Mann macht dann einfach mit, viele Frauen hingegen machen dann ein Drama, sind unglücklich, fühlen sich betrogen und machen ihm Vorhaltungen...

    Ähnliches gilt für viele Lebensbereiche.

    Jemanden des anderen Geschlechts sollte man sich als Partner echt nicht antun, außer man muss, weil man das Pech hat hetero zu sein.
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#7 zundermxeAnonym
  • 19.02.2020, 20:35h
  • Denke auch, dass homosexuelle Menschen nicht primär aufgrund ihrer Homosexualität scheinbar glücklichere Ehen führen.
    Halte ich sogar für groben Unfug.

    Indirekt können die Erfahrungen, die homosexuelle Menschen idR machen, dazu führen, dass Selbst- und Fremdeinschätzung tendenziell früher und stärker ausgeprägt sind. Wahrnehmen und hinterfragen wird im Mittel ebenfalls stärker ausgeprägt sein als bei Heterosexuellen. Dies kann natürlich im Mittel zu einer höheren sozialen Kompetenz führen.
    Hier läge aber der Schlüssel nicht bei der Homosexualität selbst, sondern bei den spezifischen Erfahrungen, die aufgrund dessen gemacht werden.

    (Sexuelle) Selbstverwirklichung vor und während der Ehe sind mit Sicherheit auch ein Grund für das Ergebnis.

    Mutmaßen könnten wir ob im Mittel Verständnis und Definition von Glück nicht ebenfalls unterschiedlich ausfallen.

    Ein Aspekt würde mich persönlich sehr interessieren. Ist im Mittel der soziale Stand, die Bildung und die Finanzstärke von hetero- und homosexuellen Paaren erfasst worden?
    Wären diese nicht vergleichbar, wären auch ganz andere Schlüsse jenseits der Sexualität denkbar und wahrscheinlich.

    Weiterhin ist auch ganz klar, dass ein homosexuelles Paar allgemein viel bewusster eine Ehe eingeht als im Mittel heterosexuelle Paare.

    Ebenso interessant wäre die Betrachtung nach Zeitspannen von 10, 20... 50 Jahren zu wiederholen und abzugleichen.

    Eins ist mMn jedoch völlig klar: sollte Homosexualität irgendwann tatsächlich vollumfänglich normal sein, wird es logischerweise keine signifikanten Unterschiede mehr geben (können).
    Das selbe ist im Kern immer das selbe wenngleich es für jeden Menschen anders ist - das Gefühl zu lieben und geliebt zu werden.
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#8 Harmloser BoyAnonym
  • 19.02.2020, 21:09h
  • Nur Jungs und Männer wissen, was Jungs und Männer wollen.

    Und Jungs und Männer wollen eben Jungs und Männer.
    So ist es natürlich, auch wenn dies leider oft verschwiegen wird ...

    ... Und ich bin schwul, und ich bin sehr stolz auf meine schwule Identität!
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#9 FredericAnonym
  • 19.02.2020, 21:28h
  • Antwort auf #5 von Piak
  • Ich stimme dir vollkommen zu. Monogame schwule Paare gibt es sehr wohl und Homo-Paare heiraten in der Regel nicht so überstürzt und haben mehr gemeinsame Interessen als den Nachwuchs.
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#10 sportsfreund11Anonym
  • 19.02.2020, 21:58h
  • Da kann ich Euch nur zustimmen, ich lebe seit 30 Jahren offen schwul und habe kaum jemanden kenngelernt, der wegen übersteigerter Ansprüche, Egozentrik oder Oberflächlichkeit überhaupt ein Problem hatte eine Partner zufinden. Freunde, die in einer Partnerschaft leben oder lebten, haben sich auch nie beklagt über Sprachlosigkeit in Bezug auf sexuelle Wünsche , Untreue oder Routine. Das klappt einfach alles viel besser. Ähm..
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