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Pressekonferenz

Berlinale-Jurypräsident "aus vollem Herzen" für die Ehe für alle

Der britische Schauspieler Jeremy Irons war als homophob und frauenfeindlich kritisiert worden – vor der Eröffnung der Filmfestspiele bekannte er sich nun zu gleichen Rechten von Frauen und Homosexuellen.


Jeremy Irons, geboren 1948, ist Oscar- und Golden-Globe-Preisträger (Bild: Antonello & Montesi)

Vor der Eröffnung der 70. Berlinale hat sich der Präsident der internationalen Jury, der britische Schauspieler Jeremy Irons, für sexuelle Gleichberechtigung ausgesprochen und Kritik an früheren Aussagen zurückgewiesen. "Ich unterstütze die weltweite Bewegung für die gleichen Rechte von Frauen", sagte Irons bei der Pressekonferenz zur Jury-Vorstellung am Donnerstag in Berlin. Zuvor war der 71-Jährige als frauenfeindlich und homophob kritisiert worden.

Irons betonte, er unterstütze außerdem "aus vollem Herzen" das Recht von Frauen auf Abtreibung. Außerdem begrüße er die Gesetze zu gleichgeschlechtlichen Eheschließungen. "Diese drei Menschenrechte sind, denke ich, wesentliche Schritte hin zu einer zivilisierten und humanen Gesellschaft", sagte der Schauspieler. Vor sieben Jahren hatte er noch gegenüber dem Streamingdienst HuffPost Live gemeint, die Ehe für alle könnte dazu führen, dass Väter ihre Söhne heirateten, um die Erbschaftsteuer zu umgehen.

Unter anderem die SPD-Kulturpolitikerin Katrin Budde hatte Irons' Ernennung zum Jury-Präsidenten wenige Tage zuvor als "falsche Entscheidung" kritisiert. "Es geht auch nicht um eine Kleinigkeit: Die Berlinale hat sich der Diversität verschrieben", sagte die Bundestagsabgeordnete den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft. Irons hatte der britischen Zeitung "Guardian" vor mehreren Jahren unter anderem gesagt, er halte es für richtig, dass die katholische Kirche Abtreibungen als Sünde klassifiziert.

Eröffnung am Donnerstagabend

Bei der diesjährigen Berlinale konkurrieren 18 Filme um den Goldenen und die Silbernen Bären. Die Preise werden von der internationalen Jury am 29. Februar verliehen. Ein Tag zuvor findet in der Volksbühne die Gala zum queeren Filmpreis der Berlinale, dem Teddy Award, statt. Erneut vergibt queer.de den Teddy Readers' Award (queer.de berichtete).

Eröffnet wird das Festival am Donnerstagabend mit der Weltpremiere der kanadisch-irischen Produktion "My Salinger Year" mit der oscarnominierten Schauspielerin Sigourney Weaver. Erwartet werden in Berlin zu dem Festival weitere internationale Topstars wie der Spanier Javier Bardem und die US-mexikanische Schauspielerin Salma Hayek, aber auch nationale Stars wie Nina Hoss und Lars Eidinger.

Die Filmfestspiele werden in diesem Jahr von einer neuen Doppelspitze aus dem Italiener Carlo Chatrian und der Niederländerin Mariette Rissenbeek geleitet, nachdem das Berlinale-Urgestein Dieter Kosslick im vergangenen Jahr die Leitung nach fast 20 Jahren abgab. (cw/AFP)



#1 NuminexEhemaliges Profil
  • 20.02.2020, 17:22h
  • Bin ich jetzt nur nicht leichgläubig oder mit Vorurteilen behaftet, wenn ich ihm nach den zitierten Sätzen vor sieben Jahren, diesen Gesinnungswechsel pünktlich zur Berlinale nicht abkaufe? Für mich ist diese Besetzung eine weitere, krasse Fehlentscheidung, ähnlich wie die Bewerbung von Verfolgerstaaten auf der Tourismusmesse.
    Will sagen: Wenn man weis, dass die Berlinale von der Friedensinitiative Zehlendorf, der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Weltfriedensdienst e.V., der deutschen Sektion von Amnesty International unterstützt wird, die auch Preise vergeben, macht die Ernennung eines Präsidenten, der solche Aussagen von sich gibt, für mich überhaupt keinen Sinn.
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#2 FilipProfil
  • 20.02.2020, 17:38hHamburg
  • Ob er der Richtige war, vermag ich nicht zu sagen.

    ABER Menschen können sich ändern und tun dies oftmals auch, sowohl in ihrer Einstellung wie auch im Handeln, sowohl im Guten wie im vermeintlich Bösem.
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#3 Leon 4Anonym
  • 20.02.2020, 18:07h
  • Ich möchte anmerken dass Herr Irons sich damals schon unmittelbar nach Veröffentlichung des Interviews zu Wort gemeldet hatte und meinte das er absolut nicht gegen die homo ehe sei, sondern das er mit dem Beispiel auf mögliche, juristische "Nachspiele" verweisen wollte die jetzt noch niemand auf den Schirm haben würde.... Und hat im gleichen Satz gesagt das er aber auch wünschte auch das nicht gesagt zu haben!

    Und zum Abtreibungsthema: seine Aussage war das Frauen selbstverständlich die Hoheit über ihren Körper haben und es die Entscheidung der Frau ist, aber auch das die Kirche das Recht hat zu bestimmen was sie als Sünde ansieht!

    Natürlich kann man von den Aussagen halten was man will, aber halte es dann auch für wichtig die Aussagen vollumfänglich wiederzugeben....
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#4 NuminexEhemaliges Profil
#5 Denise DevereauxAnonym
  • 20.02.2020, 19:54h
  • Ich denke auch, dass Menschen sich ändern können und finde es super, dass er ein so deutliches Statement abliefert. Finde aber die juristischen Bedenken eher vorgeschoben, da nach dieser Logik ein Vater seine Tochter oder eine Mutter ihren Sohn heiraten könnte, um die Erbschaftssteuer zu umgehen. Zumindest vor 7 Jahren könnte eine zumindest unbewusste Homophobie bei dem Guten vorgelegen haben. Frei nach dem Motto: "Ich habe ja nichts gegen die Ehe für alle, aber..."
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#6 Ralph
  • 21.02.2020, 10:54h
  • Na ja, mancher hat inzwischen seine Meinung geändert. Auch Barack Obama war ursprünglich nicht für die Eheöffnung. Der von Jeremy Irons genannte Sachverhalt war allerdings ähnlich abenteuerlich wie der einst von Erzbischof Dyba geäußerte Vorwurf, die (damals noch) Lebenspartnerschaft werde dazu führen,dass deutsche Schwule ihre exotischen Lover ins Land holen (was deutsche Heten natürlich nie täten), wobei Schwulenhass und Rassismus einander trafen; oder wie die Behauptung eines gewissen "Professors" Kutschera, das schwule Paare Jungen adoptieren, um sie dann zu vergewaltigen. Man braucht für alle drei Aussagen schon sehr viel menschenfeindliche Phantasie. Unabhängig davon, wie Herr Irons wirklich denkt und ob er tatsächlich zu besserer Einsicht gelangt ist, darf man seine jetzige Äußerung als gut und richtig und wichtig einstufen. - Was Abtreibung angeht, möchte ich doch anmerken, dass es hier sehr wohl grundlegend verschiedene Ansichten geben kann, da es um das Leben von Menschen und seine Beendigung geht, ohne dass die eine Position frauenfreundlich wäre und die andere frauenfeindlich. Eine vielfältige Gesellschaft muss es aushalten, wenn für die einen das Selbstbestimmungsrecht der Schwangeren den Ausschlag gibt, für die anderen aber das Lebensrecht des ungeborenen Kindes.
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