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Polizeibericht

Berlin: Schwules Paar getreten und mit Flasche geschlagen

Am S-Bahnhof Wollankstraße beleidigte und attackierte ein alkoholisierter 34-Jähriger am Freitagabend erst ein Männerpaar und später auch die alarmierten Polizisten.


Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in Polizeimeldungen publik (Bild: peterolthof / flickr)

Wegen Beleidi­gungen, Volks­ver­hetzung und ver­suchten Körper­ver­letzungen wird seit Freitagnacht in Berlin gegen einen 34-Jährigen ermittelt. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der alkoholisierte Mann zunächst gegen 23 Uhr am S-Bahnhof Wollankstraße zwei Männer homophob beleidigt und versucht, sie mit einer Flasche zu schlagen. Zudem hatte er nach Angaben des Paars außerdem versucht, nach den beiden zu treten.

Als wenig später alarmierte Polizeikräfte eintrafen, beleidigte der Mann diese laut Polizeibericht vom Samstag ebenfalls. Er verhielt sich aggressiv und weigerte sich zunächst, seine Personalien zu nennen oder Personalpapiere auszuhändigen. Während der Befragung des Mannes durch die Beamten gab dieser mehrfach volksverhetzende Aussagen von sich. Da er sich weiterhin sehr aggressiv verhielt, legten ihm die Polizeikräfte Handfesseln an und brachten ihn anschließend in ein Polizeigewahrsam, in dem ihm Blut abgenommen und er erkennungsdienstlich behandelt wurde.

Aufgrund seines fortwährend aggressiven Verhaltens und diverser geäußerter Drohungen blieb der alkoholisierte und nach eigenen Angaben unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stehende Mann bis zum nächsten Morgen im Polizeigewahrsam. Nähere Angaben zum Tatverdächtigen wurden im Polizeibericht wie bei Erstmeldungen üblich nicht gemacht. Die Ermittlungen dauern an.

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Berliner Polizei für LGBTI-feindliche Gewalt sensibilisiert

Die Berliner Polizei macht anders als viele andere deutsche Polizeibehörden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in ihren Pressemitteilungen publik. Sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen zudem eigene Ansprechpersonen für sexuelle und/oder geschlechtliche Minderheiten. Damit soll Homo- und Transsexuellen, die traditionell ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Stellen von Anzeigen nach LGBTI-feindlichen Übergriffen erleichtert werden. (cw/pm)



#1 FliegenAnonym
#2 GerritAnonym
  • 22.02.2020, 20:57h
  • Wenn ich sehe, wieviel homo- und transphobe Gewalt es alleine in Berlin gibt, will ich nicht wissen, wie viel das deutschlandweit ist.

    Leider erfahren wir nur von den Fällen in Berlin, weil die dortige Polizei das dankenswerterweise separat erfasst. Eine deutschlandweite Erfassung wird ja, trotz diverser Anträge von Grünen und Linkspartei, von Union und SPD regelmäßig blockiert. Es soll wohl niemand das wahre Ausmaß erfahren...
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#3 StatistikerAnonym
  • 22.02.2020, 21:55h
  • Antwort auf #2 von Gerrit
  • Ja, gerade in Deutschland, wo sonst jeder Fliegenschiss statistisch erfasst wird, wird das wahre Ausmaß LGBT-feindlicher Gewalt vertuscht.

    Wohin das Wegsehen der Politik führt, haben wir ja jetzt wieder in Hanau gesehen.

    LGBTI-feindliche Gewalt und Mobbing müssen endlich deutschlandweit statistisch erfasst werden, damit man überhaupt mal weiß, wie groß das Problem ist, ob es regionale Häufungen gibt, ob es bestimmte Tätermuster gibt, etc.

    Union und SPD müssen ihren Widerstand dagegen endlich aufgeben. Wenn sie das nicht wollen, müssen eben andere ran...
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#4 Julian SAnonym
  • 22.02.2020, 23:00h
  • Wir brauchen endlich mehr Aufklärung an Schulen und einen nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie.

    Denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr...

    Und wir brauchen endlich volle rechtliche Gleichstellung, inkl. Art. 3 GG. Das verändert nicht von heute auf morgen die Gesellschaft, ist aber Voraussetzung, dass sich überhaupt was ändern kann. Denn wie sollen wir gesellschaftliche Akzeptanz erwarten, wenn nicht mal der Staat uns voll akzeptiert und immer noch Rest-Diskriminierungen aufrecht erhält?!
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