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Pilotprojekt
Berliner Regenbogenkiez bekommt Nachtbürgermeister
Das queere Ausgehviertel am Nollendorfplatz soll sicherer und angenehmer werden – mit einem Team von Ansprechpartnern und Vermittlern im Kiez, einer nächtlichen Patroullie und einem Infopunkt.
- 23. Februar 2020, 13:11h 3 Min.
Der Berliner Regenbogenkiez soll für Anwohner wie Feiernde sicherer und angenehmer werden. Dies kündigte die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler (SPD), in der vergangenen Woche bei einem Presseevent an. Ein entsprechendes Pilotprojekt, das aus drei Maßnahmen besteht, soll am 19. März starten.
Zum einen soll es im Regenbogenkiez künftig ein zwei- bis dreiköpfiges "Team Nachtbürgermeister" geben, das zwischen den Betreibern der Bars, Kneipen, Clubs auf der einen Seite und den Anwohnern auf der anderen Seite vermitteln soll. Gestellt werden die neuen Ansprechpartner vom schwulen Antigewaltprojekt Maneo. "Das Team muss den Kiez gut kennen und im Kiez gut bekannt sein", erklärte Schöttler. Es müsse wissen, wo Konflikte liegen und so dazu beitragen, "den Tourismus verträglich zu machen".
Zivile "Nachtlicher" sollen Präsenz zeigen

Bezirksbürgermeister Angelika Schöttler (Bild: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg)
Als zweite Maßnahme sollen am Wochenende künftig "Nachtlichter" in weißen Jacken unterwegs sein, die im Kiez Präsenz zeigen und deeskalierend wirken sollen. Die Nachtlichter sind kein Sicherheitsdienst und haben auch keine Befugnisse wie Polizei oder Ordnungsamt. Sie handeln vielmehr nach dem Prinzip der sozialen Kontrolle. Nach dem Motto "Hingucken, wo andere weggucken" sollen sie auf ihren Rundgängen Konflikten und Straften vorbeugen. Die Teams werden von der SI³ Unternehmergesellschaft gestellt, die im Bezirk bereits sogenannte Parkläufer bereitstellt.
Als dritte Neuerung soll es an der Fugger- Ecke Eisenacherstraße einen zentralen "Kiezinfopoint" in Form eines kleinen Häuschens auf Rädern geben. Zunächst für zwei Stunden am Tag soll dort der Nachtbürgermeister als Ansprechpartner bereitstehen.
Projekt zunächst für zwei Jahre angesetzt
"Wir möchten, dass sich alle Menschen in diesem Kiez wohl und sicher fühlen", begründete Bezirksbürgermeisterin Schöttler das Pilotprojekt, das sie sich aus Amsterdam abgeguckt habe. "Denn das Ausgehviertel 'Regenbogenkiez' mit seinen wunderbaren Lokalen, Geschäften und Hotels hat mit Kriminalität zu kämpfen. Neben alltäglichen Diebstählen und dem berüchtigten 'Antanzen' kommt es leider immer wieder auch zu trans- und homophoben Übergriffen."
Mit dem Team Nachtbürgermeister, den Nachtlichtern und dem Kiezinfopoint solle "das touristische Potenzial weiterentwickelt und die Sicherheitssituation verbessert werden", so Schöttler. "Gemeinsam werden wir die Attraktivität des Kiezes für Anwohnende als auch für seine Gäste lebenswerter gestalten. Der Schöneberger Regenbogenkiez ist in Europa einzigartig und soll dies durch Engagement für eine hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität auch bleiben."
Die Maßnahmen sind zunächst für zwei Jahre finanziert. Das Team Nachtbürgermeister wird jährlich mit 85.000 Euro aus Senatsmitteln unterstützt, für die Nachtlichter stehen in diesem Jahr 80.000 Euro zur Verfügung, die dem Bezirk über die kiezorientierte Gewalt- und Kriminalitätsprävention der Landeskommission Berlin gegen Gewalt bereitgestellt werden. Eine Fortführung in 2022 wird angestrebt. (cw)














Ebenso, in welcher Art und Weise über die "berühmten" Antänzer gesprochen wird. Als ob die schon immer da waren und sozusagen zum städtischen Inventar gehören.
Stellt sich doch die Frage, weshalb es immer noch welche gibt, weshalb es immer noch so viele Diebstähle gibt und wieso man als Rechtsstaat nicht dafür sorgt, dass man, egal wo und wann, sorgenfrei machen kann, was immer man möchte, ohne von einer Patroullie ständig daran erinnert zu werden, dass man sich in Gefahr begibt, sobald man bei Dunkelheit deb Kiez betritt!!!