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Pilotprojekt

Berliner Regenbogenkiez bekommt Nachtbürgermeister

Das queere Ausgehviertel am Nollendorfplatz soll sicherer und angenehmer werden – mit einem Team von Ansprechpartnern und Vermittlern im Kiez, einer nächtlichen Patroullie und einem Infopunkt.


Der Berliner Regenbogenkiez befindet sich westlich des Nollendorfplatzes (Bild: Matze A. / flickr)

Der Berliner Regenbogenkiez soll für Anwohner wie Feiernde sicherer und angenehmer werden. Dies kündigte die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler (SPD), in der vergangenen Woche bei einem Presseevent an. Ein entsprechendes Pilotprojekt, das aus drei Maßnahmen besteht, soll am 19. März starten.

Zum einen soll es im Regenbogenkiez künftig ein zwei- bis dreiköpfiges "Team Nachtbürgermeister" geben, das zwischen den Betreibern der Bars, Kneipen, Clubs auf der einen Seite und den Anwohnern auf der anderen Seite vermitteln soll. Gestellt werden die neuen Ansprechpartner vom schwulen Antigewaltprojekt Maneo. "Das Team muss den Kiez gut kennen und im Kiez gut bekannt sein", erklärte Schöttler. Es müsse wissen, wo Konflikte liegen und so dazu beitragen, "den Tourismus verträglich zu machen".

Zivile "Nachtlicher" sollen Präsenz zeigen


Bezirksbürgermeister Angelika Schöttler (Bild: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg)

Als zweite Maßnahme sollen am Wochenende künftig "Nachtlichter" in weißen Jacken unterwegs sein, die im Kiez Präsenz zeigen und deeskalierend wirken sollen. Die Nachtlichter sind kein Sicherheitsdienst und haben auch keine Befugnisse wie Polizei oder Ordnungsamt. Sie handeln vielmehr nach dem Prinzip der sozialen Kontrolle. Nach dem Motto "Hingucken, wo andere weggucken" sollen sie auf ihren Rundgängen Konflikten und Straften vorbeugen. Die Teams werden von der SI³ Unternehmergesellschaft gestellt, die im Bezirk bereits sogenannte Parkläufer bereitstellt.

Als dritte Neuerung soll es an der Fugger- Ecke Eisenacherstraße einen zentralen "Kiezinfopoint" in Form eines kleinen Häuschens auf Rädern geben. Zunächst für zwei Stunden am Tag soll dort der Nachtbürgermeister als Ansprechpartner bereitstehen.

Projekt zunächst für zwei Jahre angesetzt

"Wir möchten, dass sich alle Menschen in diesem Kiez wohl und sicher fühlen", begründete Bezirksbürgermeisterin Schöttler das Pilotprojekt, das sie sich aus Amsterdam abgeguckt habe. "Denn das Ausgehviertel 'Regenbogenkiez' mit seinen wunderbaren Lokalen, Geschäften und Hotels hat mit Kriminalität zu kämpfen. Neben alltäglichen Diebstählen und dem berüchtigten 'Antanzen' kommt es leider immer wieder auch zu trans- und homophoben Übergriffen."

Mit dem Team Nachtbürgermeister, den Nachtlichtern und dem Kiezinfopoint solle "das touristische Potenzial weiterentwickelt und die Sicherheitssituation verbessert werden", so Schöttler. "Gemeinsam werden wir die Attraktivität des Kiezes für Anwohnende als auch für seine Gäste lebenswerter gestalten. Der Schöneberger Regenbogenkiez ist in Europa einzigartig und soll dies durch Engagement für eine hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität auch bleiben."

Die Maßnahmen sind zunächst für zwei Jahre finanziert. Das Team Nachtbürgermeister wird jährlich mit 85.000 Euro aus Senatsmitteln unterstützt, für die Nachtlichter stehen in diesem Jahr 80.000 Euro zur Verfügung, die dem Bezirk über die kiezorientierte Gewalt- und Kriminalitätsprävention der Landeskommission Berlin gegen Gewalt bereitgestellt werden. Eine Fortführung in 2022 wird angestrebt. (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Nachtbürgermeister für den Regenbogenkiez eine gute Idee?
    Ergebnis der Umfrage vom 24.02.2020 bis 02.03.2020


#1 NuminexEhemaliges Profil
  • 23.02.2020, 16:01h
  • Natürlich finde ich es gut, dass man die Nachtschwärmer schützen will, aber dass es überhaupt eine Patroullie braucht ist doch ein Armutszeugnis sondergleichen.
    Ebenso, in welcher Art und Weise über die "berühmten" Antänzer gesprochen wird. Als ob die schon immer da waren und sozusagen zum städtischen Inventar gehören.

    Stellt sich doch die Frage, weshalb es immer noch welche gibt, weshalb es immer noch so viele Diebstähle gibt und wieso man als Rechtsstaat nicht dafür sorgt, dass man, egal wo und wann, sorgenfrei machen kann, was immer man möchte, ohne von einer Patroullie ständig daran erinnert zu werden, dass man sich in Gefahr begibt, sobald man bei Dunkelheit deb Kiez betritt!!!
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#2 EngelAnonym
  • 23.02.2020, 16:09h
  • eine tolle Idee von der Bürgermeisterin. Endlich werden unsere Rufe erhört und es wird etwas unternommen, damit wir uns wieder frei und ungestört ins Berliner Nachtleben stürzen können.
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#3 Homonklin_NZAnonym
  • 23.02.2020, 16:12h
  • Klingt so auf Anhieb nicht mal übel, sowas anzubieten. Eine Art Guardian Angels oder Streetworker, die dann eingreifen, wenn Streits entstehen, oder stehen die dann da und erzählen was aus dem Zeitalter des Anstands, wie darf man sich das vorstellen?
    Was machen Parkläufer denn genau? Sind das diese Leute vom Ordnungsamt, die wie Pat und Patachon zu Kiel im Schreventeich Park rumeiern, und den Leuten sagen, sie dürfen das Fahrrad durch den Park schieben, aber bitte bloß nicht benutzen?
    Bisschen lustig wird das bestimmt dann.

    Solang das nicht zu so einer Art Zoowärter-Ding ausartet, und man sich das differenziert durchdacht hat, ist es vielleicht nicht nur für LGBTIQ*-Personen nützlich. Obdachlose hätten mal wen zum Labern, wenn es kalt und regnerisch ist, vielleicht müssen Junkies nicht so oft kleinkriminell werden, um an den nächsten Hit zu gelangen, vielleicht ein Ersatz für Tourist-Info, die nur Automatenversteher anspricht.
    Ob man sich dann deswegen da eher sicher fühlen kann, ist eine andere Frage.Kommt drauf an, ob die Weißkittel dann auch nur zugucken, oder tatsächlich eingreifen, wenn es trans*phob wird.
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#4 UrsachenforscherAnonym
  • 24.02.2020, 10:00h
  • Mal abwarten, ob es was bringt. Für mich klingt es erst mal nach Beruhigungspille und Kosmetik. Die SPDlerin muss die hinlänglich bekannten Ursachen der queerphoben Übergriffe bekömpfen ... aber das traut sie sich vermutlich nicht.
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#5 GerritAnonym
  • 25.02.2020, 10:33h
  • Statt an den Symptomen rumzudoktern, wäre es viel sinnvoller, die Ursachen zu bekämpfen.
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