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Kommentare zu:
Wie der Regenbogenkiez durch die Politik zerstört wird


#1 KotzAnonym
  • 23.02.2020, 15:04h
  • Der Mann hat ja so Recht.
    Die Ödnis wird um dich greifen.
    Dating Apps sind da nur ein sehr sehr schwacher Trost.
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#2 DigitalisierungAnonym
  • 23.02.2020, 15:14h
  • Sorry, aber die Digitalisierung trägt wohl den wesentlichen Anteil daran, dass ein Verschwinden von Bars und sonstigen schwulen Locations stattfindet! Das sollte im obigen Kommentar wenigstens auch ansatzweise erwähnt werden.
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#3 stromboliProfil
  • 23.02.2020, 15:20hberlin
  • bravo und offenen applaus!

    Alles am richtigen ort und mit richtigen worten aufgezeichnet.
    Wir werden verwaltet!
    Und mit dem "sozialeinbindendem konzept" wird das "bedrohliche", dass aus der norm fallende eingehegt und schlussendlich assimiliert.

    Es braucht keine schutzmaßnahmen seitens der mehrheitsgesellschaft ( z.b. §175 und andere diskriminierenden regelwerke der vergangenheit und gegenwart) vor der nunmehr sichtbaren minderheit mehr; es braucht nur das "schutzangebot" vor der übergriffigkeit einer sich als norm und mehrheit fühlenden mitgesellschaft.
    Die täter& dulder gerieren sich als beschützer.
    So umgeht mann/frau/gesellschaft* auch die auseinandersetzung mit sich selbst!
    Mit seiner anmaßung von raum , moral, klassendünkel.

    Es ist eben auch die erkenntnis darüber, dass die bisher uns geduldeten "angleichungen" ( "abschaffung" §175, ehegedöns etc...) immer nur das kleinsmögliche dessen war was sich restgesellschaft als normalität ausbedungen hat.
    Immer dann "gewährt", wenn restbevölkerung homophobie* nicht als ventil anderweitig auftretender gesellschaftsenpässe in ihren wahlerwartungen aufzeichnete.
    Sogenannte reformzyklen sprechen da ihre eigene sprache!

    Nun ist aber die verdrängung von szenen-minderheiten u.ä. nicht nur auf menschen unter dem regenbogen schutz suchend, bezogen.
    Da springen ja noch eine ganze reihe weiterer präkärer menschengruppen über die kapitalmächtigen klingen.

    Ein weiteres ärgernis ist UNSERE reaktion auf die im kiez anzutreffenden spannungen.
    Wir überlassen ganze strassenzüge ab 22:00 einer kleinen gruppe von ebenfalls randständigen, die meinen an schwulen geld verdienen zu können.
    Und wenn dann als antwort sichtbar wird das WIR untereinander auch ohne escort und fickificki in irgendwelchen toreinfahrten zurecht kommen, werden wir, ungewollt, auch zu deren agressionsziel und damit "antanzpartner" oder pöpelopfer.
    Das wissen alle seiten! Polizei wie szene!

    Unser ruf nun hier auf dem nationalen homoportal geht immer in richtung auf mehr "staat", mehr polizei und den auftrag, die sollen doch bitte für uns diese probleme aus der welt schaffen.
    Es mündet konsequent im nachtbürgermeister und der sozialen begleitung unsereins.
    Als wären wir bedürftige ....

    Sicher, da wird auch für die eine oder andere szeneperson ein neu zu schaffender posten im sozialengagement zu schaffen sein.
    Und im schulterschluß mit der staatsgewalt im rücken, lässt sich dann die eine oder andere mentale bürgerwehr aufziehen, die bürgern und nicht bürgerlichen die regeln des bürgertum zu vermitteln wissen.
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#4 stromboliProfil
  • 23.02.2020, 15:52hberlin
  • Antwort auf #2 von Digitalisierung
  • das sieht nur auf dem ersten blick so aus.
    Es gibt schon noch eine "ausgehszene ", die eben zwischen ihren digitalen pickups schon mal die gesellschaft vieler ohne unmittelbaren druck erleben wollen.
    Zudem sieht man in den lokalen die leute mit ihren suchgeräten ständig herumfingern.. also auch da auf dem sprung ins nächste sexabenteuer.

    Ein wesentlicher grund für den gesamt gefühlten rückgang an lokalszene ist deren teils überkommenes angebot. Und hierbei überteuert!
    "überteuert hat natürlich zwei seiten. Zum einen die einkaufspreise, die mieten , die steuebelastungen und auflagenbedinkten eigenleistungen, die nicht der vermiteter trägt sondern meist der mieter.

    Andererseit gibt es zunehmend präkariat im glbt*universum das von UNS überhaupt nicht angesprochen wird.
    Leute ,die mit mühe ihre mieten zahlen, kaum noch geld für anderweitiges haben das nicht im supermarkt zu dumpingpreisen angeboten wird.
    Da wird der schein der mallorcareise für 150 bei aldi & co. zum schein des weltreisenden.

    Um überhaupt noch teilzuhaben haben sich ja nicht umsonst die "spätis" etabliert, die so vorchillen und nachglühen auch vor den lokalen garantieren.
    Was wiuederum zu nachbarschaftsprotesten führt die wiederum in restriktiven maßnahmen enden...

    Und der alkoholkonsum auf der strasse ist erheblich! Auf beiden seiten!
    Und alkohol macht agressiv.
    So schließt sich für mich der kreis.

    Wenn in dortmund eine rechte gruppierung für "recht und ordnung sorgen will" und sich hierzu einheitlich uniformiert, ruft das zu recht unseren protest auf.
    Wenn Maneo sich uniformiert und ordnung anbietet, trifft das unseren nerv.
    So aber bilden sich innere inseln rechter ordnungsphantasien und "gemeinschaftsaktivitäten-bürgerwehr unter dem dach staatlicher obhut.
    Egal wie die dann dort sich in die verhalten der partysuchenden einmischen, es hat einen schalen geschmack!

    Zudem hat maneo entsprechend einen "ruf", sich seine täterschaften bereits ausgesucht zu haben.
    Das ging bis hin zu vorwürfen, auf rassistischer ebene zu aggieren.
    Was mir immer aufgestoßen ist an diesem eigentlich nicht falschen projekt, wahr die tatsache, dass die NIE wirklich den kontakt gerade zu den personenkreisen suchten und fanden , aus denen sie die gefahr für uns schwule ableiteten.
    Sich als treffpunkt und austauschort einander sich fremd gegenüber stehender zu begreifen.
    Gerade wo maneo am nollendorfplatz eine sonnenadresse ist. Ideal zum komunizieren.
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#5 Homonklin_NZAnonym
  • 23.02.2020, 16:37h
  • Antwort auf #4 von stromboli
  • Das mit der Digitalisierung lässt eigentlich nur die Minderheit der Leute aus, die sich damit nie angefreundet haben. Die meist im Rentneralter in der Kieler Cruisingwelt haben das hin und wieder beklagt, es kämen viel weniger Cruiser, seit die das wohl alles mit Handy, Computer ect. anleiern. Es gibt immer Leute, die mit Computern nicht umgehen können, oder das auch nicht möchten.
    In Lokale dürften Leute, wie Du beschreibst, aber trotzdem immer noch gehen. Man kann zum Glück noch nicht alles digitalisieren! Wäre auch fürchterlich öde.

    Den Alkohol müsste man gegen Kräuter aus Amsterdam austauschen. Dann wären die meisten viel zu träge und verpeilt, um noch aggressiv zu werden. Die smilen dann eher rum und chillen dabei. Und die Patrouillen hätten es entspannt.
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#6 gastAnonym
  • 23.02.2020, 21:52h
  • Ist schon ein Nachdenken wert!
    Die rot - rot - grüne Landesregierung haben sich doch alle gewünscht. Alle diese Parteien versprachen buchstäblich goldene Zeiten für uns LBGTs .
    Hat denn niemand auf Städte wie Stuttgart, Freiburg und Tübingen geschaut mit ihren ignoranten Bürgermeistern ...
    Kinder, hört auf irgendwelchen Heilsversprechern zu glauben und hört auf, warnende Stimmen und Kommentare nicht zu drucken, nur weil es nicht in die politisch erwünschte Richtung passt. So wie Politiker eure Stimmen haben, WAR ES DAS. Dann sind andere "Projekte" wichtiger"
    Wünsche noch frohes Weiterträumen bevor der Alptraum vollends Realität wird.
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#7 TechnikerAnonym
  • 24.02.2020, 07:33h
  • Wie so oft kommen wohl mehrere Dinge zusammen - digitale Treffpunkte im Internet wurden schon angesprochen, deutschlandweit schließen nicht nur schwule Kneipen, weil das Geschäft zäher ist als früher. Viele jüngere Schwule haben zudem schlicht kein Interesse an einem explizit schwulen Treffpunkt - schwul zu sein ist in den meisten Teilen der Bevölkerung kein Problem; es ist leichter als vor 20 oder gar 40, 50 Jahren, mit schwulen Bekannten irgendwohin auszugehen.

    Und ehrlich: Ich will weder fickenden Heteros noch Homos im Park begegnen - die Zeiten, wo Cruising und öffentliche Aborte für viele Schwule die einzige Möglichkeit waren, mit Gleichgesinnten Sex zu haben, sind doch wohl schon ein paar Jährchen vorbei.
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#8 TheDadProfil
  • 24.02.2020, 08:34hHannover
  • Antwort auf #7 von Techniker
  • ""Und ehrlich: Ich will weder fickenden Heteros noch Homos im Park begegnen""..

    Da gibt es eine prima Lösung :
    Man bleibt dem Park fern..
    Oder kuckt nicht hin..

    ""die Zeiten, wo Cruising und öffentliche Aborte für viele Schwule die einzige Möglichkeit waren, mit Gleichgesinnten Sex zu haben, sind doch wohl schon ein paar Jährchen vorbei.""..

    Äh ?
    Weil es WAS genau als "Alternativen" gäbe ?
    Internet ?
    Dating-Apps ?
    Oder gar Bordelle und andere Sexarbeit ?

    Die Zeiten in denen Menschen mit anderen Menschen ganz einfach mal sexuell interagieren wollen sind NIE vorbei !

    Im Gegensatz zu den moralinsauren Äußerungen, die sich immer dann breit machen, wenn andere Menschen andere Bedürfnisse besitzen UND verfolgen, die einen selbst so rein gar nicht betreffen, oder sonstwie beeinflußen..
    Denn diese Zeiten wo man sich das Maul über diese "ganzen schlimmen Schwulen" zerreißt, und dann selbst noch Teil der Community sein will, die sind schon lange vorbei..

    Wie wäre es denn damit, einfach mal die Realität Realität sein zu lassen, und sich selbst nicht über andere Menschen moralisch erheben zu wollen ?
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#9 TechnikerAnonym
#10 TheDadProfil
  • 24.02.2020, 09:08hHannover
  • Antwort auf #9 von Techniker
  • ""Das ist doch Ihre Kernkompetenz!""..

    Man merkt doch wie aufmerksam Du hier die Kommentare liest, denn als "unmoralischer Mensch" verurteile ich grundsätzlich NIEMANDEN nach "meinen moralischen" Grundsätzen..
    Mir liegt das nicht nur einfach fern, ich kann diese dahinter verborgene Arroganz nicht einmal nachvollziehen, denn ich käme nicht auf die absurde Idee mich selbst als "irgendwie besser als andere" anzusehen..
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#11 stromboliProfil
  • 24.02.2020, 09:28hberlin
  • Antwort auf #5 von Homonklin_NZ
  • kicher..
    das ist ja die crux; die grundgute kiezbürgermeisterIn hat zwar was vom "amsterdamer model " mitbekommen, aber nicht die zusammenhänge erfasst.

    Mein tip: vielleicht in dem geplanten mobilen bürgermeisterInnenbüro auf dem spielplatz ecke eisenacher- fuggerstrasse einen, für die dort auf bürgeranstandsunterricht wartenden stricher selbstangebauten peacemaker kostenfrei abgeben.
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#12 andreAnonym
  • 24.02.2020, 11:48h
  • Was in dem guten Artikel steht, ist, in München schon passiert. Die Gentrifizierung ist abgeschlossen. Zur Aufzählung schwul/lesbischer Örtlichkeiten, reicht eine Hand. Die teuren Kinderwagen mit Latte-Macchiato-Halterung gibts wirklich. Drin quäken Thorben, Malte und Johanna, wenns mit Mutter, in einen der zahlreichen Bio-Läden geht, zum Einkaufen. Selbstverständlich mindestens glutenfrei und vom Bio-Bauern. Ihr werdet es kaum glauben, im schwulen "Ghetto", was es, bis in die 90iger gab habe ich mich, als sog. "Ausgegrenzter" sauwohl gefühlt. Weil, dieses "Ghetto" war auch ein gewisser Schutzraum, wo sich kaum ein Anderer verlaufen hat. Ja, auch manchmal versifft. Hatte aber irgendwas. Kriminalität gabs, in diesem "Ghetto" übrigens nie.
    Meine Meinung. Die schwul/lesbische "Generation nach mir, ist nicht ganz unschuldig an der Entwicklung. Davon steht auch nichts im Artikel. Wer heterosexuelle Lebensmodelle, krampfhaft und widerstandslos, 1:1 übernimmt und das dann noch "Gleichstellung" nennt, muß sich nicht wundern, wenn vom schwul/lesbischen Modell fast nichts übrig bleibt. Ich habe alles mitgemacht und kann zufrieden sein. Ich schaue jetzt glücklich aufs Karwendel-Gebirge aus meinem Fenster.
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#13 Ralph
  • 24.02.2020, 11:57h
  • Als jemand, der weder in Berlin wohnt noch irgendwann dorthin kommt, gewinne ich durch Artikel und Diskussionsbeiträge hier den Eindruck, dass in dieser Stadt eine konzertierte Aktion läuft: einerseits Angst und Schrecken verbreiten durch Gewalttaten gegen Schwule und Lesben, transidentische und zwischengeschlechtliche Menschen; andererseits Zersetzung der Szene durch städtische Kontrollen und Auflagen sowie durch massive Verteuerungder Immoblien. - Eine Politik, die ein Szeneviertel lebenswert halten will, fördert diejenigen Personen und Institutionen, die für das Viertel stehen. Offenbar geschieht genau das Gegenteil. Und das von Seiten der grünen Besserverdienenden- und Wellnessfraktion.
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#14 GhostbusterAnonym
  • 24.02.2020, 12:29h
  • Antwort auf #7 von Techniker
  • "... die einzige Möglichkeit waren, mit Gleichgesinnten Sex zu haben, sind doch wohl schon ein paar Jährchen vorbei."

    Ach Du meine Güte!
    Denkst Du ernsthaft, die Leute gehen auf Klappen oder in Parks, weil sie keine anderen Möglichkeiten haben? Die Leute vögeln dort, da es ihren sexuellen Wünschen, Vorstellungen, Fetischen entspricht! Und dagegen ist auch nichts einzuwenden!
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#15 NevermindAnonym
  • 24.02.2020, 12:45h
  • Antwort auf #13 von Ralph
  • >>Angst und Schrecken verbreiten durch Gewalttaten gegen Schwule und Lesben,<< es ist wirklich lächerlich, welcher Eindruck hier verbreitet wird. Als jemand, der in Berlin wohnt, kommt es mir eher so vor, dass, wenn jemand aus Versehen in Richtung eines Schwulen hustet, sofort geschrien wird: antischwule Gewalt! Und rot-rot-grün tut nichts und Schuld sind sowieso SPD und vor allem die Groko! Und wenn jemand tatsächlich reagiert und etwas tut: Man nimmt uns unsere Freiräume, sexuelle Freiheit stirbt mit Sicherheit! Rot-rot-grün ist Schuld, SPD und Groko sowieso.

    Irgendwie gibt es nur noch Feindbilder, CDU, SPD, grüne Besserverdienende Wellnessfraktion, rot-rot-Grün, LSVD; wer bleibt eigentlich noch übrig, der es der Community recht machen kann?
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#16 Carsten ACAnonym
  • 24.02.2020, 13:01h
  • Die Zerstörung schwuler Einrichtungen und schwuler Subkultur hat mit ganz vielen Dingen zu tun.

    Ein Faktor ist auf jeden Fall die Gentrifizierung, die man in allen Großstädten beobachten kann.

    Aber natürlich macht auch das Internet viel kaputt. Wenn ich in den 1990er-Jahren in schwule Kneipen ging, war das natürlich auch, um andere Schwule kennenzulernen oder vielleicht auch einen Partner kennenzulernen. Aber wenn sowas heutzutage nur noch über Websites oder Apps abläuft, ist das natürlich der Todesstoß für schwule Kneipen, Cafes, Discos, Buchläden, etc.

    Da geht ein ganzes Stück schwuler Geschichte, schwuler (Sub-)Kultur und schwulen Alltagslebens für immer und unwiderbringlich verloren. Schade.

    Ich bin zwar froh, dass ich auch noch die anderen Zeiten miterlebt habe, habe aber auch Angst, dass dadurch Schwule und schwules Leben wieder aus der Öffentlichkeit in den Untergrund gedrängt werden. Wenn es nämlich solche Lokalitäten nicht mehr im Straßenbild gibt und man dort die Leute rein- und rausgehen sieht, sondern wenn man sich nur noch im Internet verabredet und dann irgendwo alleine trifft.

    Und daneben fehlt auf jeden Fall auch das Wir-Gefühl und dass man auch Schwule kennenlernt, mit denen man nicht ins Bett will, sondern mit denen man sich einfach gerne auf ein Bierchen oder auf einen Cafe und zum Quatschen, Ausgehen und Feiern trifft.

    Eine vielleicht unvermeidliche, aber dennoch traurige und bedenkliche Entwicklung.
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#17 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 24.02.2020, 13:40h
  • Antwort auf #12 von andre
  • "Wer heterosexuelle Lebensmodelle, krampfhaft und widerstandslos, 1:1 übernimmt und das dann noch "Gleichstellung" nennt, muß sich nicht wundern, wenn vom schwul/lesbischen Modell fast nichts übrig bleibt."

    Bravo! Was für eine perfekte Formulierung.
    Ich rufe Selbiges, nur nicht so schön formuliert, ja auch schon seit Jahren in die Wüste hinaus.
    Die neue Spießigkeit wird uns als "neue Freiheit" verkauft. Nur dass es sich dabei nicht um eine Freiheit, etwas zu tun, handelt, sondern eine Freiheit VON. Eine Freiheit von Schutzräumen z.B., oder eine Freiheit von Treffpunkten.

    In der schönen neuen Ehe-für-Alle-Welt sitzen sie eben lieber in ihren Doppelhaushälften und posaunen herum, man brauche ja keinerlei spezifisch queeren Räume mehr - man könne sich ja genauso gut überall treffen.

    Irgendwann wird in Vergessenheit geraten sein, wie es sich anfühlt, z.B. eine schwule Kneipe zu betreten und zu wissen, dass da ziemlich sicher alle auch tatsächlich schwul sind. Es wird sich dann wieder so anfühlen wie in meiner Jugend in der Kleinstadt - nämlich dass es nichts geben wird, wo man (im doppelten Sinne) "sich sicher sein kann".

    Da sind dann halt wieder 90% aller Menschen hetero, und man braucht wieder ein extrem feines Gespür dafür, wen man überhaupt ansprechen kann, ohne sich dabei eine blutige Nase zu holen.

    Schöne neue Welt. "Hurra - endlich sind wir (wieder) unsichtbar." Wo doch Unsichtbarkeit genau das ist, wo die Mehrheitsgesellschaft uns immer noch haben will. Und wir laufen laut "Gleichstellung" blökend alle in deren Falle. Schlimmer noch: verlangen auch von allen anderen queeren Menschen, dass die das genau so auch gut zu finden haben.

    Individualität? Solidarität? Schlagwörter von vor-vorgestern. Heute ist Assimilation angesagt.

    Resistance is futile.
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#18 seb1983
  • 24.02.2020, 13:40h
  • Antwort auf #16 von Carsten AC
  • Interessant ist es schon:

    Warum werden schwule Läden immer weniger, warum findet kein Generationenwechsel statt, die Läden gibts oft seit Jahrzehnten unverändert(!!!!), dass sich sowas auch mal abnutzt...

    Herkömmliche Bars, Cafes, Restaurants usw gibt es mehr als genug, immer wieder entstehen neue Formate alla Vinothek, Yoghurt Bar und was weiß ich.
    Offenbar ziehen Szeneeinrichtungen bei den meisten jüngeren Schwulen nicht mehr. Vielleicht sollte da mal das Angebot überarbeitet werden.
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#19 TechnikerAnonym
  • 24.02.2020, 13:43h
  • Antwort auf #14 von Ghostbuster
  • "Denkst Du ernsthaft, die Leute gehen auf Klappen oder in Parks, weil sie keine anderen Möglichkeiten haben?"

    Genaues Lesen hilft. Ich schrieb:
    "die Zeiten, wo Cruising und öffentliche Aborte für viele Schwule die einzige Möglichkeit waren, mit Gleichgesinnten Sex zu haben, sind doch wohl schon ein paar Jährchen vorbei."

    Und da es ja so furchtbar schwer zu verstehen scheint:
    "Die Leute vögeln dort, da es ihren sexuellen Wünschen, Vorstellungen, Fetischen entspricht! Und dagegen ist auch nichts einzuwenden!"

    Jeder kann und soll sich vergnügen, wo und wie er will - solange er Dritten nicht auf den Sack geht. Wer sich in Tom's Bar übers Gerammel beschwert, hat was nicht verstanden. In öffentlichen Parks ist hemmungsloses Rumgepoppe aber wohl fehl am Platze - ob sich da Männlein mit Männlein oder Männlein mit Weiblein vergnügen, ist wurst.
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#20 mactorProfil
  • 24.02.2020, 14:19hBerlin
  • Nichts ist für die Ewigkeit.

    Die meisten, so auch ich, sind nur zum Stadtfest in dieser Gegend.
    Ansonsten hat die Stadt schon lange bessere und schönere schwule Hotspots.

    Fand diese Läden dort schon immer überbewertet.
    Aber gut.
    Wenn die Läden sich rechnen werden sie bleiben wenn nicht dann nicht... Einfache Rechnung.
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#21 FilipProfil
  • 24.02.2020, 14:51hHamburg
  • Antwort auf #19 von Techniker
  • ""die Zeiten, wo Cruising und öffentliche Aborte für viele Schwule die einzige Möglichkeit waren, mit Gleichgesinnten Sex zu haben, sind doch wohl schon ein paar Jährchen vorbei."

    Och, wurdest Du im Park mal von jemanden übergangen und nicht beachtet?
    Selten so einen biederen und "gefrusteten" Kommentar gelesen.

    Glücklicherweise ist Cruising noch immer nicht vorbei. Und öffentlich einsehbar ist da in der Regel kaum etwas. Und Sex im Gebüsch und der Natur ist natürlich nicht verboten. Und wer da "hinterherkriecht", sucht das gleiche und fühlt sich nicht gestört. Aber dich scheint ja schon die Vorstellung "zu erregen".

    Ansonsten verhält es sich mit der Szene in Hamburg leider ähnlich wie in dem sehr guten Kommentar des Artikels beschrieben!
    Und die meisten Anmerkungen der anderen User treffen den Nagel ebenfalls auf den Kopf. Danke dafür!
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#22 Sudo134Anonym
  • 24.02.2020, 15:38h
  • Mal ehrlich: Viele der Läden im Regenbogenkiez haben ihre besten Zeiten hinter sich. Genauso wie viele aus der Klientel, die dort wohnt und verkehrt. Die Szene hat sich sehr stark diversifiziert und hat sich in andere Gegenden Berlins verlagert. Früher gabs in Kreuzberg eine kleine Szene und in Neukölln so gut wie gar keine, heute ist Kreuzkölln der schwullesbische Hotspot. Der Niedergang des Regenbogenkiezes mag teilweise mit den neuen digitalen Möglichkeiten zusammenhängen, ein großer Teil liegt jedoch auch an der überholten Ausrichtung so mancher Läden dort.
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#23 Klaus 0018Anonym
  • 24.02.2020, 16:04h
  • Berlin schafft sich ab. Zuerst sind die Saunen zugemacht worden, jetzt die Cruising Bars.
    Bei Strassenfesten wird die Bürgersteignutzung ab 22.00 Uhr bestraft und kontrolliert... preussischer geht nicht mehr.. Profitieren tut Mallorca oder Gran Canaria.. die Umwelt dankt den Vielfliegern... na ja aber hauptsache wir haben wieder eine Hauptstadt..
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#24 Ralph
  • 24.02.2020, 17:12h
  • Jetzt mal ein bisschen eigene Erfahrung. Ich kenne Leute von unter 20 bis über 70. Die Jungen sind keine Menschen mehr, sondern Zombies. Sie betreten den Raum, zücken ihr Smartphone und versinken in ihrer virtuellen Scheinwelt. Irgendwann erheben sie sich und gehen wieder. Leute von über 40 sehen einander derweil an und fragen sich, warum die Buben überhaupt gekommen sind. Sozialkontakt in Form eines einfachen Gesprächs ist gar nicht möglich. Ich glaube auch nicht, dass einer von denen je Sex hat. Wie soll das gehen übers Smartphone? (Nein, ich überspitze nur geringfügig.) Einer von denen ist mal kurz aus dem Smartphone aufgetaucht und hat mich gefragt: "Sag mal, wie habt ihr einander früher eigentlich kennengelernt?" Das war das erste Mal, dass ich gemerkt hab, dass der überhaupt sprechen kann. Noch während ich ihm erklärte, dass es Kneipen, Gruppen und Treffpunkte gab, wo man einander traf und miteinander redete, dann auch abschleppte oder abgeschleppt wurde, versank er schon wieder im Smartphone. Ich weiß gar nicht, ob er meine Antwort noch vollständig hörte und zu erfassen vermochte. Manchmal gehen die Alten und die Jungen gemeinsam ins Kino. Wir Alten gucken den Film, die Jungen surfen im Netz. Oder wir gehen essen oder in die Eisdiele oder in den Park. Wir Alten schwatzen, die Jungen glotzen taubstumm aufs Smartphone. Was für eine Generation.
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#25 TheDadProfil
  • 24.02.2020, 19:33hHannover
  • Antwort auf #19 von Techniker
  • ""Genaues Lesen hilft. Ich schrieb:""..

    Genaues Zitieren hilft auch !
    (auch bei sich selbst !)

    ""Und ehrlich: Ich will weder fickenden Heteros noch Homos im Park begegnen - die Zeiten, wo Cruising und öffentliche Aborte für viele Schwule die einzige Möglichkeit waren, mit Gleichgesinnten Sex zu haben, sind doch wohl schon ein paar Jährchen vorbei.""..

    Es geht nicht um "die Zeiten", sondern darum was Du in der Öffentlichkeit nicht sehen willst !

    Wie anmaßend anderen Menschen ihr Freizeitverhalten vorschreiben zu wollen, nur weil Du selbst vermeintlich ein anderes Verhalten an den Tag legst..

    Aber offenbar ist Dein "moralischer Kompass" dann die einzige Richtschnur die Du dazu kennst ?

    Exakt das war dann auch der Grund für meine erste Intervention..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #19 springen »
#26 TheDadProfil
  • 24.02.2020, 19:40hHannover
  • Antwort auf #24 von Ralph
  • ""(Nein, ich überspitze nur geringfügig.)""..

    Nöö..
    Du beschreibst meinen Tagesablauf..
    Und der findet nicht einmal in einer "Szene" statt..

    Würde sich der Raum bewegen, man könnte meinen in einer Straßenbahn zu sein, denn die Teilnahmslosigkeit mit der die Anwesenden auf ihre "Smartphones" starren, egal ob sie nun tatsächlich damit kommunizieren, oder einfach nur über irgendwelche "Candy-Crush"-Spielchen gleichfarbige Ballons zum zerplatzen bringen, ist schier unerträglich..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #24 springen »
#27 Robert NiedermeierAnonym
  • 24.02.2020, 20:10h
  • Niemand, wirklich kein schwuler Mann will einen schwulen Mann aus der "Szene" zum Heiraten kennenlernen. Und wer außer Touristen und längst obsoleten Flyerverteilern geht noch in Schöneberg aus? Schlimmer ist, dass die neue Single "Wann (Mr. 100%)" von Marianne Rosenberg kein Hit geworden ist.
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#28 ButterweichAnonym
  • 24.02.2020, 22:41h
  • Ich kann jetzt nur von meinen persönlichen Erfahrungen (also eigene sowie die von Freunden/Bekannten, Dates) mit der sogenannten "Szene" und den dazugehörgien Bars und Kneipen berichten, meine Ausführungen sind daher alles andere als repräsentativ. Und auch nicht Berlin, aber immerhin Großstadt. Und ich schreibe fortan immer "Lokale", auch wenn Cafes, Bars, Kneipen usw. gemeint sind.

    1. Der Großteil, eigentlich fast alle Lokale, wirken einfach ziemlich aus der Zeit gefallen - das betrifft die Einrichtung und das Konzept insgesamt. Veraltet und einfallslos, oftmals renovierungsbedürftig. Die immer gleichen DJs - irgendwann wirds halt einfach öde.

    2. Es sind halt auch irgendwie immer die gleichen Leute dort anzutreffen. Ich war gut 3 Jahre lang in Szene-Locations unterwegs als ich hierher zog. (also in Discos, nicht in Kneipen)
    Am Anfang war alles aufregend neu. In der Zeit eröffneten sogar ein paar neue LGBTI-Lokale (und sind mittlerweile wieder geschlossen). Aber schon nach ein paar Monaten kannte man gefühlt 90% der Leute dort (wenn auch nur vom Sehen).

    3. Egal mit wem ich spreche - Typen, die in der Szene verkehren haben mittlerweile einen ziemlich schlechten Ruf - gerade bei Jüngeren. Das geht los mit:

    "Da kennt jeder jeden und es wird ständig getrascht und gelästert" (und zwar stellenweise ziemlich übel, selbst oft genug mitbekommen)

    Weiter mit: "Es kennt nicht nur jeder jeden, sondern es hat auch schon gefühlt jeder jeden in der Kiste gehabt". => Das ist ja nichts schlimmes. Aber gerade diejenigen, die was Ernstes suchen, sind mit Szene-Typen schon ziemlich oft auf die Schnauze gefallen. Und sowas spricht sich halt auch rum.

    Hinzukommt die Häufigkeit sexuell übertragbarer Krankheiten, ChemSex usw.

    4. Es wurde ja schon paar mal angesprochen: Um heutzutage jemand kennenzulernen braucht man keine Szene mehr. Man findet genausogut im Alltag oder über DatingApps Leute kennen.
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#29 ButterweichAnonym
  • 24.02.2020, 23:10h
  • Antwort auf #17 von RuferInDerWueste
  • @RufiInDerWueste:

    Sorry, aber was du schreibst ist doch Schwachsinn! Das Gegenteil ist doch der Fall!
    Denk du (und all die anderen) doch bitte mal genau nach!

    Wo sind wir denn wieder unsichtbar??? Das Gegeteil ist der Fall! Früher waren "wir" unsichtbar.
    Abgeschottet in einer eigenen Welt, bestehend aus sogenannten Szene-Treffs.
    Was gab es denn früher für Vorurteile und Klischees über uns?
    Verschrien als "schrille", ominöse Minderheit, die sich in schummrigen Kneipen trifft und entweder in Frauenfummeln oder Lederklamotten rumläuft. "Du bist schwul - oh hoffentlich hast du kein AIDS."

    So wurden wir doch früher gesehen, oder nicht?

    Ich bin dankbar in einer Zeit zu leben, wo ich mich eben nicht nur in einer abgeschotteten Subkultur frei bewegen kann.

    Ich bin schwul, habe eine handvoll schwul-lesbischer Freunde, aber meine engsten und der überwiegende Teil meiner Freunde sind hetero, viele davon seit Kindheitstagen.
    Ich bin Dauersingle, lebe promiskutiv. Meine Hetero-Freunde hingegen haben mittlerweile fast alle Frau/Freundin und Kinder, und zahlen brav ihr Häuschen ab.
    Sie leben also fast alle ein Leben, das ganz anders aussieht wie mein Alltag. Trotzdem verstehen wir uns prächtig, pflegen Hobbies und ziehen (mittlerweile zwar leider selten) um die Häuser. Und während ich bei gemeinsamen Treffen mal wieder von frustiert oder freudestrahlend von irgendwelchen Dates spreche, erzählen sie halt öfter von ihrem Alltag als Ehemann und Vater. So what?

    Warum stieg unsere Akzeptanz in der Gesellschaft überhaupt?
    Doch nicht durch irgendwelche Flyer oder Inforbroschüren, die zu mehr Toleranz und Akzeptanz aufriefen?!
    Nein, sondern weil wir eben nicht mehr abgeschottet lebten, nur unter uns. Sondern weil wir sichtbarer wurden. Da merkten die Leute plötzlich, dass wir eben nicht alle nur schräge Vögel sind, die tuntig-tuckig durch die Gegend schlawenzeln und mit jedem Typen vögeln möchten, der nicht bei 3 aufm Baum ist. So war doch die Denke früher.
    Wir leben freier und akzeptierter, weil wir vielfältiger leben. Und integrierter. Ein zunehmend kleiner Teil lebt nachwievor in der Szene, ein zunehmender Teil kann damit eben nichts (mehr) anfangen. Man findet uns in allen Schichten, allen Berufen und allen unterschiedlichen Facetten des Lebens. Ist es nicht gut, wenn all die Klischees, die uns lange genug das Leben schwer machten, endlich widerlegt sind? Muss ich als Schwuler zwangsweise in der Szene verkehren? Muss ich als schwuler ESC-Fan sein? Muss ich als schwuler die Ehe und Monogamie ablehnen? Was meinst du und die anderen mit "hetero-normativen Leben"? Verhälst du (und andere) euch nicht genauso intolerant, wenn du anderen schwulen vorschreiben möchtest, wie sie zu leben haben?

    Und auch wenn es mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun hat:
    Was ich noch nie verstanden habe ist, wenn Schwule (gilt auch für Lesben) ausschießlich Freunde haben (möchten), die auch homosexuell sind. Wir fordern einerseits Offenheit und Akzeptantz, aber selbst wollen wir mit Heteros nicht befreundet sein?
    Ich suche mir meine Freunde danach aus, ob sie meine Interessen, Hobbies, Ansichten teilen, aber doch nicht danach, mit wem sie ins Bett gehen!
    Und meiner Meinung nach ist es sowieso besser, Freundschaft und Sex klar zu trennen.
    Wie oft erlebe und habe ich es miterlebt: Schwule Kumpels, der eine will mehr, der andere nur Freundschaft. Oder: Beide Kumpels Single, der eine lernt jemanden kennen, der neue Freund ist eifersüchtig auf den Kumpel, und dann wurden teils jahrelange Freundschaften mal ebenso beendet. "Mein Freund ist halt eifersüchtig auf dich, kannst du sicher verstehen!" Tolle Einstellung!
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#30 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 24.02.2020, 23:27h
  • Antwort auf #29 von Butterweich
  • "Sorry, aber was du schreibst ist doch Schwachsinn! "

    Sorry, aber auf dem Niveau diskutiere ich nicht. Ich habe außerdem jetzt keinen Nerv, Deinen unfassbar hanebüchenen Kommentar jetzt in all seine Einzelteile zu zer- und dann zu widerlegen. Zumal ich nicht davon ausgehe, dass Du auch nur irgendwie an einer ernsthaften Diskussion interessiert bist.

    Mal wieder zitiere ich Dannecker, ohne davon auszugehen, dass Du wirklich begreifst, was damit gemeint ist, aber das fasst eigentlich alles zusammen, was ich meine und wofür ich stehe:

    "Was wirkliche Toleranz von Scheintoleranz unterscheidet, ist ihr Wissen um das noch Differente und das Akzeptieren des Anderen als Anderen."
    (Martin Dannecker in Der Homosexuelle und die Homosexualität, 1978)

    Mach' Dir Gedanken darüber oder lass' es. Aber unterstelle Anderen, die sich zwangsläufig jahrzehntelang mit dem Thema auseinandergesetzt haben und damit noch lange nicht aufhören zu gedenken, nicht "Schwachsinn", nur weil sie nicht DEINE Meinung 'runterbeten.

    Amen.
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#31 FilipProfil
  • 24.02.2020, 23:54hHamburg
  • Antwort auf #29 von Butterweich
  • Ich empfehle Dir ganz dringend, den NollendorfBlog und Beiträge von Der Zaunfink nachzulesen und versuchen, zu verstehen!

    Was Du in Deinem Kommentar zum Besten gibst, ist für mich zum Erschaudern. Sorry!

    Auszug deines Posts: "Da merkten die Leute plötzlich, dass wir eben nicht alle nur schräge Vögel sind, die tuntig-tuckig durch die Gegend schlawenzeln und mit jedem Typen vögeln möchten, der nicht bei 3 aufm Baum ist."

    Für das Protokoll: Selbst wenn wir Schwulen alle so wären, wir dürften das und würden keinen unserer Mitmenschen damit in ihrem Leben durch dieses Verhalten einschränken. Selbst dann müssten wir nicht um Toleranz betteln, sondern wir hätten trotzdem ein Recht darauf.

    Und auch der Rest deiner Sätze lassen bei mir nur eine Schlussfolgerung zu: Du leidest an schwulem Selbsthass.

    Wie kommst Du zudem zur Einschätzung, die User hier hätten nur schwule Freunde???

    Und dann hältst Du die schwule Szene, sprich "schummrige Kneipen" usw. in deinem vorherigen Beitrag gleich mal komplett für obsolet? Das ist schon fast ein kompletter Gegenbeitrag zu dem Artikel, den Du hier kommentierst.

    Benutze bitte weiter deine Datingapps. Aber weine nicht, wenn auch diese uns vielleicht wegen der sexualisierten Bilder in der Zukunft abgeschaltet werden.
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#32 TheDadProfil
  • 25.02.2020, 08:04hHannover
  • Antwort auf #28 von Butterweich
  • ""3. Egal mit wem ich spreche - Typen, die in der Szene verkehren haben mittlerweile einen ziemlich schlechten Ruf - gerade bei Jüngeren.""..

    Was nichts mit diesen "Typen" und ihrem aufsuchen der Szene zu tun hat, sondern mit denjenigen, die sich in ihrer "moralischen Überlegenheit" anmaßen die Freizeitgestaltung dieser "Typen" als "verkommen" zu beschreiben..

    Darin enthalten die ziemlich dumme Idee, dieses Verhalten würde irgendwelche Rückwirkungen auf das Ansehen der "moralisch Überlegenen" entfalten, und die Masse der Bevölkerung Schwule nach dem Freizeitverhalten der Szene-Gänger beurteilen..
    Das eigene Ansehen würde durch sie Schaden nehmen..

    Bei Licht betrachtet haben damit Teile der Schwulen Männer als Gruppe die abwertende Beschreibung eines "Homosexuellen-Milieus", verbunden mit Halbwelt und Kriminalität fest in sich internalisiert..

    Und diese Internalisierung ist ein Problem, und nicht die Szenen oder ihre Nutzer*..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #28 springen »
#33 TheDadProfil
  • 25.02.2020, 08:09hHannover
  • Antwort auf #29 von Butterweich
  • ""Und auch wenn es mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun hat:
    Was ich noch nie verstanden habe ist, wenn Schwule (gilt auch für Lesben) ausschießlich Freunde haben (möchten), die auch homosexuell sind. Wir fordern einerseits Offenheit und Akzeptantz, aber selbst wollen wir mit Heteros nicht befreundet sein?""..

    Das ist jetzt Blödsinn..

    Denn um Freundschaften und Bekanntschaften zu Heten kommt man als Schwuler gar nicht herum..
    Heten um Freundschaften zu Schwulen aber schon, denn über die immer noch bestehende Ausgrenzung hält sich die Otto-Normal-Hete absichtlich "Schwule Freunde" vom Hals..

    ""Wie oft erlebe und habe ich es miterlebt: Schwule Kumpels, der eine will mehr, der andere nur Freundschaft. Oder: Beide Kumpels Single, der eine lernt jemanden kennen, der neue Freund ist eifersüchtig auf den Kumpel, und dann wurden teils jahrelange Freundschaften mal ebenso beendet. "Mein Freund ist halt eifersüchtig auf dich, kannst du sicher verstehen!" Tolle Einstellung!""..

    Jepp..
    Kennen Heten unterschiedlichen Geschlechtes aber auch..
    Das hat überhaupt nichts "exotisches"..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #29 springen »
#34 TheDadProfil
  • 25.02.2020, 08:14hHannover
  • Antwort auf #31 von Filip
  • ""Für das Protokoll: Selbst wenn wir Schwulen alle so wären, wir dürften das und würden keinen unserer Mitmenschen damit in ihrem Leben durch dieses Verhalten einschränken. Selbst dann müssten wir nicht um Toleranz betteln, sondern wir hätten trotzdem ein Recht darauf. ""..

    Eigentlich kann man eine deutliche Absage an die Internalisierung solch heteronormativen Unsinns nicht besser formulieren..

    Es besteht für die Heten dieser Gesellschaft KEIN ANSPRUCH darauf im realem Leben nicht mit der Vielfalt der Gesellschaft in Kontakt zu kommen..

    Das Problem an dieser Gesellschaft ist dann auch nicht diese Vielfalt, sondern diejenigen die sich dafür aussprechen überall Schränke aufzustellen..
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#35 Ralph
  • 25.02.2020, 11:40h
  • Antwort auf #34 von TheDad
  • Meine Rede. Es ist falsch zu glauben, der richtige Weg zur Akzeptanz sei, alles, was von der Mehrheit unterscheidet, abzulegen und sich völlig anzugleichen. Akzeptanz ist nichts, was die Minderheit leisten oder durch Aufgabe der eigenen Identität fördern muss. Akzeptanz schuldet die Mehrheit. Alle Menschen sind gleich. Ja. Aber das heißt, sie sind gleich trotz allen Unterschieden. Es heißt nicht, sie müssen diese Unterschiede ablegen, um gleich sein zu dürfen. Nichts ärgert mich so sehr wie der Satz: "Das hätte ich bei Ihnen/Dir nicht vermutet. Sie sind/Du bist doch so normal." Das heißt doch nichts anderes als dass derjenige, der nicht weiter auffällt, akzeptiert wird, jeder andere aber nicht. So wie der unauffällige Jude, so lange er keine Kippa trägt.
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#36 mactorProfil
  • 25.02.2020, 12:01hBerlin
  • Antwort auf #29 von Butterweich
  • @Butterweich

    Ich habe selten so treffende Kommentare gelesen. Finde ich gut und die passen wie die Faust aufs Auge.
    Sehr realistischer Blick und stimmig.
    Klar haben einige was zu meckern was aber vermutlich am Alter der Schreiber liegt (jede Generation hat da komplett andere Erfahrungen gemacht).
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#37 ButterweichAnonym
  • 25.02.2020, 12:06h
  • Richtig, ich stimme dir da vollkommen zu.

    Ich fühle mich beim Lesen eurer Antworten auf meine beiden gestrigen Beiträge gerade richtig schlecht und auch ziemlich missverstanden.

    Ich habe, ausgehend von meinen persönlichen Erfahrungen und den Meinungen meiner schwulen Freunde, Bekannte und Dates versucht, Gründe widerzugeben, weshalb sie mit der hiesigen Szene nichts anfangen können. Das war alles natürlich kein positives Feedback. Aber die Kritikpunkte beziehen sich doch NICHT darauf, zu sagen: "Ihr lebt falsch, bitte passt euch an!"
    Die Kritik bezieht sich lediglich darauf, dass ich (und mein Umfeld) mit "Szene-Typen" einfach nichts anfangen kann/können.

    Und das ist doch ein Riesenunterschied! Das eine ist die Frage, mit wem man in Bezug auf Liebe/Sex zu tun haben möchte. Und da hat nunmal jeder seine Kriterien. Das andere ist die Frage, wie jemand zu leben hat.

    Ich habe in den späten 80ern und hauptsächlich in den 90ern als junger Mann dafür gekämpft, von der Mehrheitsgesellschaft so wie ich bin akzeptiert zu werden. VIele von uns haben das. Und wir haben unser Ziel gut erreicht. So schlimm gewisse Tendenzen und die Afd-Hanseln sind, aber die Mehrheit steht glücklicherweise hinter uns!

    Und nun soll ich mir, nur weil ich mich negativ/schlecht über die Szene geäußert haben, von anderen Schwulen vorwerfen lassen, ich sei eine Art Nestbeschmutzer, schwulenselbsthassend und heteronormativ! Das ist ziemlich traurig!

    Was heißt heteronormativ? Die Frage ist ernstgemeint, nicht polemisch! Wenn es so etwas gibt, müsste es umgekehrt ja auch sowas wie "Homonormativ" geben. Gibt es das? Und ist jeder, der nicht homonormativ lebt, automatisch ein Selbsthasser?
    Die Antworten ein paar User lesen sich für mich so, dass jemand wie ich, der mit der Szene einfach nichts anfangen kann, gleichbedeutend ist mit Selbsthasser, der zu angepasst lebt und nicht solidarisch genug zu unsereins ist.
    Auch wenn es total widersprüchlich klingt: Ich finde es im Übrigen auch schade, dass Szene-Viertel nach und nach aussterben. Aber - ich sehe da nicht die Politik oder die heterosexuelle Mehrheit als Schuldigen für, sondern uns selbst. Die Szene ist für viele einfach out. Gründe habe ich versucht darzulegen. Aber was sollen ich und andere machen? Aus Solidarität nun vermehrt in Szenelokalen verkehren, obwohl ich/Man damit nichts anfangen kann?
  • Antworten » | Direktlink »
#38 ButterweichAnonym
  • 25.02.2020, 12:09h
  • Antwort auf #35 von Ralph
  • Richtig, aber bitte nicht umgekehrt Menschen wie mich, die mit der Szene usw. nichts anfangen können, gleich als Selbsthasser titulieren. Und damit meine ich nicht dich, sondern andere User.
    Wir wollen nicht von der heterosexuellen Mehrheit vorgeschrieben bekommen, wie wir zu leben haben. Umgekehrt möchte ich aber auch nicht von Homosexuellen vorgeschrieben bekommen, wie "wir" zu leben haben.
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#39 TheDadProfil
  • 25.02.2020, 20:01hHannover
  • Antwort auf #35 von Ralph
  • ""Nichts ärgert mich so sehr wie der Satz: "Das hätte ich bei Ihnen/Dir nicht vermutet. Sie sind/Du bist doch so normal." ""..

    Solche Sätze verbitte ich mir regelmäßig, denn ich bin alles andere als "so normal"..

    Das ist im höchstem Maße beleidigend..

    ""Das heißt doch nichts anderes als dass derjenige, der nicht weiter auffällt, akzeptiert wird, jeder andere aber nicht. So wie der unauffällige Jude, so lange er keine Kippa trägt.""..

    Exakt das ist auch so ein Problem dieser Gesellschaft..
    Denn Schwul-Sein kann man so weit es irgendwie geht verstecken, eine Kippa man man absetzen und muß sie gar nicht erst tragen..

    Aber jeden anderen vor allem auch sichtbaren Unterschied der "Migration" offensichtlich macht, den kann man nicht verstecken, der macht so sichtbar, wie man nur sein kann..

    Ob dann Kassel, Erfurt, oder Hanau, oder wie ganz aktuell Volkmarsen, ein Angriff mit 61 Verletzten bei einem Karnevalsumzug..

    Jedes Mal zeigt sich anschließend irgendein Depp aus der Politik "tief betroffen" und heuchelt Solidarität mit den Opfern..

    Wenn wie hier ganze Lebens-Perspektiven zu nieder gemacht werden, Menschen aus ihren Quartieren gedrängt, Orte und Treffpunkte zugunsten der Kapital-Rendite "Gentrifiziert" werden, eine zutiefst asoziale Strategie, dann regen sich nicht einmal örtliche Honoratioren auf, oder eben auch nicht die anderen Teile der Bevölkerung, die mit den Verdrängten dort zusammen leben..

    Wo bleibt der Protest ?
    Wo die Demonstrationen, die öffentlichen Diskussionen ?
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#40 Jens WassmerAnonym
  • 25.02.2020, 21:24h
  • Ich war lange nicht in Berlin, ich würde aber gerne mal wissen ob es aktuell geschlossene Darkrooms gibt dort? Es gab doch so geile Läden damals dort:
    Toms,Reizbar,Scheune, Hafen,Mutschmanns? Was war da los in den 90ern:-))) Schlimm wenn das alles jetzt stirbt! Dort hat mal Leute kennengelernt,in den Apps passiert doch so gut wie nix, jeder meint er ist der Schönste und zickt rum...Auch im Tiergarten war immer Tag und Nacht reges Cruisen angesagt an den Klappen! Also mir war diese Szene wo wir unter uns waren viel angenehmer als Heute!
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#41 seb1983
  • 25.02.2020, 22:06h
  • Antwort auf #40 von Jens Wassmer
  • Ein Problem seeeeehr vieler schwulen Läden:
    Schon vor 15 Jahren als ich die ersten schwulen Kneipen, Bars und Clubs besuchte dachte ich mir:
    "Oh man ist das verranzt, da hat sich seit 20 Jahren nichts verändert, sogar Publikum und Musik sind noch gleich, nur die Preise hat man fleißig erhöht"

    2020 lockt man damit junge Schwule nicht mehr hinter dem Kamin vor, wer was zum vögeln will sucht es sich online, wer feiern will geht in nen Heteroclub wo Schwule auch willkommen sind.
    Ab und an Marianne Rosenberg und Co. ist ja mal ganz nostalgisch, aber nicht jedes Wochenende seit 40 Jahren.
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#42 Homonklin_NZAnonym
  • 26.02.2020, 05:55h
  • Antwort auf #24 von Ralph
  • Generation Head down, sagt man da hier dazu. Bin auch kein Fan davon, und weil sich kaum noch einer vernünftig unterhalten kann, aus der ganzen Online-Portale-Geschichte ausgestiegen. Sex haben die Smombies (Smartphone-Zombies) heute per Webcam oder bei sich zuhause sicher immer noch. Vom Cruising-Park her hätte ich zumindest mitgeschnitten, dass auch Ältere den ohne zu sprechen finden.

    Hat wohl alles seine Zeit und man wächst in die Dinge rein, mit denen man aufwächst.

    Wenn natürlich in Clubs nur bestimmte Leute rein können, möglichst nicht Ü45 und bitte halbwegs tageslichttauglich, bleiben die Unerwünschten weg. Wenn 2-3 Getränke schon so viel kosten, wie der Getränkebedarf zuhause in 3 Wochen, geht man da auch nicht unbedingt zum sozialen Trinken hin. Nen gewissen Teil Kundschaft vertreiben die sich sellber.
    Und wenn man statt Schlagergedöns lieber Hardstyle, Trance, Dubstep oder Hiphop und Rap hört, kann die Rosenberg noch so die Uber-Ikone sein. Ist halt nur ein bestimmtes Klientel, das da drauf steil geht.

    Versiffung, worüber einige so schrieben? Die haben noch nie New Orleans - The big sleazey gesehen.
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