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Einzelkommentar zu:
Karneval in Kroatien: Regenbogenfamilie aus Pappe verbrannt


#48 Ralf 1Anonym
  • 26.02.2020, 09:22h
  • Antwort auf #46 von TheDad
  • Mehr als tausend Jahre lang stand Homosexualität unter Todesstrafe, die durch Verbrennung vollstreckt wurde.

    "Daher ist deine Praxis zu loben, dass du alle, die die lasterhafte Gewohnheit haben, den männlichen Körper, der für die Frau eingerichtet ist, daddurch herabzuwürdigen, dass sie Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann haben und sich in nichts von den Frauen unterscheiden, festnimmst, wie die Ungeheuerlichkeit dieses Verbrechens es verlangt, und dass du sie aus allen Männerbordellen -es bringt mich in Verlegenheit, das auszusprechen- herausholen lässt, und dass sie angesichts allen Volkes ihr Verbrechen öffentlich in den Flammen büßen sollen."
    (Kaiser Theodosius I. an den Stadtpräfekten von Rom, 390)

    "Denn wir wissen, durch die heilige Schrift belehrt, welche gerechte Strafe Gott denen, die einst in Sodom wohnten, wegen dieser wahnsinnigen fleischlichen Vermischung zugefügt hat, so dass jene Gegend bis jetzt in ungelöschtem Feuer brennt."
    (Kaiser Justinian I., Novelle 141 Kapitel 1, Konstantinopel 559)

    "So ein Mensch mit einem Viehe, Mann mit Mann, Weib mit Weib unkeusch treiben, die haben das Leben verwirkt und man soll sie der gemeinen Gewohnheit nach mit dem Feuer vom Leben zum Tod richten."
    (Art. 116 CCC, d.i. Strafgesetzbuch des Heiligen Römischen Reiches, erlassen von Kaiser Karl V. im Jahre 1533)

    Erst im 17. Jh. begann man die Feuerstrafe als unangemessen und inhuman zu empfinden und wechselte -ohne Gesetzesänderung- zur Enthauptung. Im 18. Jh. wuchsen Zweifel, ob Homosexualität tatsächlich ein todeswürdiges Verbrechen sei, und als die deutschen Einzelstaaten gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jh.s eigene Strafgesetzbücher entwickelten, entfiel die Todesstrafe zu Gunsten harter Freiheitsstrafen. In einigen Staaten, z.B. im damals vorbildlich liberalen Bayern, verzichtete man sogar ganz auf jede Strafverfolgung schwuler Männer.

    Leider ist den allermeisten Schwulen von der Verfolgungsgeschichte ihrer Vorfahren fast nichts (und wenn, dann nur die Zeit 1933-69) bekannt. Die o.a. Fakten und Zitate stammen aus Gisela Bleibtreu-Ehrenberg, Homosexualität, Fischer 1981, nach wie vor das einschlägige Standardwerk für die Geschichte der Homosexuellenverfolgung von der Antike bis zur Einführung des § 175.

    (Hab leider zu spät gemerkt, dass ich nicht angemeldet bin, und poste deshalb als Gast.)

    Ralph
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