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Evangelische Kirche

Gleichgeschlechtliche Paare heiraten selten kirchlich

Laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur epd gehen schwule und lesbische Paare unterdurchschnittlich häufig vor den Traualtar.


Kirchliche Trauung eines schwulen Paares in den USA

Wenige Jahre nach der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben und Beschlüssen vieler evangelischer Landeskirchen, die Paare kirchlich zu trauen, gehen nur wenige von ihnen vor den Traualtar. Das berichtet der Evangelische Pressedienst (epd) unter Berufung auf eine Umfrage unter den Kirchen.

In der Landeskirche Hessen und Nassau, wo bereits seit 2013 Lebenspartner getraut wurden, gingen demnach zwischen 2013 und 2017 218 gleichgeschlechtliche Paare vor den Traualter – und rund 19.000 heterosexuelle. In der badischen Landeskirche liege der Anteil gleichgeschlechtlicher Paare bei 20 bis 30 Trauungen pro Jahr bei deutlich unter einem Prozent, so epd.

Zwischen Einführung der Ehe für alle zum 1. Oktober 2017 und Ende 2018 hatten sich fast 33.000 schwule und lesbische Paare das staatliche Ja-Wort gegeben, hatte das Statistische Bundesamt im letzten Herbst mitgeteilt (queer.de berichtete). Sie machten damit rund 7,3 Prozent aller Ehen in dem Zeitraum aus. Allerdings ließen rund zwei Drittel der gleichgeschlechtlichen Paare ihre bereits bestehende Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln.

19 von 20 Landeskirchen bieten Zeremonie

Während die katholische Kirche homosexuellen Paaren ihren Segen verweigert, hatten in den letzten Jahren immer mehr evangelische Kirchen beschlossen, homo- und heterosexuelle Paare bei der Trauung gleichzustellen. Zuvor hatten einige bereits der Zeremonie ähnliche Segnungs-Gottesdienste mit oder ohne Eintragung ins Kirchenbuch durchgeführt. Derzeit sind in 14 Landeskirchen Trauungen möglich und in fünf weiteren Segnungsgottesdienste – einzige Ausnahme ist laut epd die Evangelische Landeskirche Anhalts, mit rund 33.000 Gemeindemitgliedern die kleinste.

Bei den anderen Landeskirchen sind teilweise noch "Gewissensvorbehalte" in Kraft, wonach Pfarrer oder Kirchenleitung die Zeremonie ablehnen dürfen. Nach langem Streit zwischen liberalen Gemeinden und Evangelikalen können gleichgeschlechtliche Paare inzwischen auch in Baden-Württemberg einen Segen, wenngleich keine Trauung, erhalten – nach dem gefundenen Kompromiss darf allerdings maximal jede vierte Gemeinde Segnungen durchführen (queer.de berichtete).



#1 Ralph
  • 24.02.2020, 11:47h
  • Nicht alle Landeskirchen erfassen gleichgeschlechtliche Ehen. Die Landeskirche der Pfalz z.B. sagt, sie führe darüber nicht zentral Buch, weil eine Unterscheidung der Paare in hetero- und homosexuell diskriminierend wäre. In der Statistik werden nur Eheschließungen als solche gezählt. Um da Zahlen gleichgeschlechtlicher Paare zu erlangen, müsste man jede einzelne Kirchengemeinde abfragen. Wie auch immer: Es ist ganz einfach zu spät, und die Verletzungen, die viele von uns durch das Christentum und christliche Kirchen erfahren haben, sind zu groß. Bei unserer Verpartnerung wäre es meinem Mann wichtig gewesen, kirchlich anerkannt zu werden. Wir wurden damals rüde abgewiesen. Das wird manchen Interessierten ähnlich gegangen sein und lässt sich nicht wiedergutmachen. Für mich war es nach Unterschlagung von Kirchengeldern durch den örtlichen Pfarrer, einer Hetzkampagne des Sozialdezernenten der Landeskirche gegen Sozialämter, der Leugnung der Verantwortung für die nationalsozialistische Vergangenheit der Kirche und der Tolerierung homofeindlicher Aussagen der sog. Landskirchlichen Gemeinschaft (das sind die Hardliner in der Landeskirche) der letzte Tropfen, der das Fass überlaufen ließ und mich zum Austritt brachte.
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#2 PeerAnonym
  • 24.02.2020, 12:16h
  • Kein Wunder bei einer Organisation, die uns immer noch nicht voll gleichstellt und immer noch in genug Regionen diskriminiert.

    Entweder volle Gleichstellung und das überall oder die können uns gestohlen bleiben.

    (Zumal ich eh nicht verstehe, warum manche Leute auf den "Segen" irgendwelcher okkulten Vereine wert legen.)
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#3 GhostbusterAnonym
  • 24.02.2020, 12:19h
  • "... heiraten selten kirchlich."

    Es wäre auch wirklich sehr verwunderlich, wenn das anders wäre. Die übergroße Nähe zu den Kirchen, wie sie durch den LSVD oder auch hier zum Teil vertreten wird, findet sich in der Community nämlich nicht.
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#4 Carsten ACAnonym
  • 24.02.2020, 12:55h
  • Die können ja gerne weiterhin an sprechende Schlangen, verzauberte Äpfel und was weiß ich nicht alles glauben.

    Ich habe ja nichts gegen Fantasy-Fans. Aber dann sollen die andere damit in Ruhe lassen und sich nicht anmaßen, anderen Regeln aus ihren Fantasy-Welten aufzwingen zu wollen.
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#5 ReneAnonym
  • 24.02.2020, 12:55h
  • Mensch, das ist ja mal eine Überraschung!

    Ganz ehrlich:
    Wer als einigermaßen aufgeklärter Mensch in Europa einer Religionsgemeinschaft angehört, ist meiner Meinung nach nicht ganz dicht.
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#6 Homonklin_NZAnonym
  • 24.02.2020, 13:59h
  • Sollte an sich nicht verwunderlich sein, wenn man mal bedenkt, dass jede Anbiederung an eine Organisation, von der man aufgrund seiner natürlichen Eigenschaften verdammt, verteufelt, bestenfalls noch bedauert wird. Man müsste ja schon relativ masochistisch veranlagt sein, um bei denen noch den Bittsteller zu mimen,

    Und doch klingen 2018 oder um 30 pro Jahr herum immer noch nach recht Vielen. Die Art Masochismus scheint also ganz selten auch nicht zu sein.

    Wäre m,al vergleichsweise interessant, ob das bei toleranten Glaubensrichtungen, wie Pagans, Startrek, Jedi oder FSM ect. dann mehr sind.
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#7 mactorProfil
  • 24.02.2020, 14:03hBerlin
  • Wir schwulen heiraten nicht in Kirchen? Das ist gut so!
    Wer unterstützt schon freiwillig den Feind?

    Ständig pöbelt irgendein Kirchmann gegen uns und wir sollen die noch unterstützen?

    Sorry, vergesst es. Nicht schlimm wenn wir die Kirchen nicht unterstützen.
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#8 Homonklin_NZAnonym
  • 24.02.2020, 14:48h
  • Antwort auf #6 von Homonklin_NZ
  • Alter, ich schrieb Kauder-Walisisch. Verbesserung:

    Jede Anbiederung an so eine Organisation et cetera et cetera wäre eine Zumutung.

    Und 218 klingen nach viel, nicht 2018. Das ist nu schon ne Weile her.

    Ist spät. Ich muss mal langsam in die Kiste, ich Ochse!
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#9 QuickAnonym
  • 24.02.2020, 16:51h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Ich kann eure Verletzungen sehr, sehr gut nachempfinden! Und ich stimme Dir darin zu, dass der Schaden, den die Kirchen verursacht haben, zu groß ist, als dass er so einfach "wiedergut zu machen wäre. Aber die Kirchen könn(t)en daran arbeiten, nicht weiteren Schaden zu verursachen und sie könn(t)en wenigstens das bestmögliche machen, um Verletzten um Vergebung zu bitten. Allerdings passiert auch dazu zu wenig und zu viel Halbherziges.
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#10 TheDadProfil
  • 24.02.2020, 18:46hHannover
  • ""Gleichgeschlechtliche Paare heiraten selten kirchlich""..

    Widerstände an allen Ecken Landauf landab, aber man "wundert" sich anschließend wieso denn
    ""schwule und lesbische Paare unterdurchschnittlich häufig vor den Traualtar""
    treten..

    Facepalm..

    Wo kein Kino ist, kann man keine Filme ansehen, wo kein Supermarkt ist nicht einkaufen..
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