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Chicago

Smollett plädiert auf nicht schuldig

Der Rechtsstreit um einen mutmaßlich inszenierten homophoben Angriff auf den US-Schauspieler und "Empire"-Star Jussie Smollett geht in eine neue Runde. Am Montag stand er erneut vor Gericht.


Jussie Smollett gehörte zum Cast der US-Serie "Empire" – nach dem Vorfall im Januar 2019 wurde seine Rolle als offen homosexueller Sohn eines Hip-Hop-Moguls gestrichen (Bild: Promo)

  • 25. Februar 2020, 07:35h, noch kein Kommentar

Der US-Schauspieler Jussie Smollett hat in einem neuen Verfahren wegen eines mutmaßlich inszenierten Angriffs auf nicht schuldig plädiert. Der 37-Jährige wies die Vorwürfe gegen sich am Montag vor einem Gericht in Chicago zurück. Dem einstigen Serienstar wird in sechs Anklagepunkten ordnungswidriges Verhalten zur Last gelegt, weil er der Polizei gegenüber falsche Angaben über einen angeblichen Angriff auf sich gemacht haben soll (queer.de berichtete).

Der Fall voller Wendungen hat in den USA und international für Aufsehen gesorgt. Der afroamerikanische und schwule Schauspieler hatte im Januar 2019 angegeben, er sei nachts in Chicago auf offener Straße von zwei Maskierten angegriffen und rassistisch und schwulenfeindlich beleidigt worden (queer.de berichtete). Die Angreifer hätten ihm einen Strick um den Hals gelegt und geschrien, Chicago sei "MAGA-Land" – in Anspielung auf den Wahlkampfslogan von US-Präsident Donald Trump, "Make America Great Again" ("Macht Amerika wieder großartig").

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Zweifel an Smollets Darstellung

Nachdem die angebliche Attacke für Ensetzen sorgte, wurden schnell Zweifel an der Darstellung des aus der Fernsehserie "Empire" bekannten Schauspielers laut. Nach Überzeugung der Polizei war die Attacke gestellt: Smollett soll sich selbst einen Drohbrief geschickt und anschließend zwei Bekannte mit dem vorgetäuschten Angriff beauftragt haben (queer.de berichtete). Der 37-jährige Schauspieler soll sich von seiner Opferrolle berufliche Vorteile erhofft haben.

Der Fall nahm eine kuriose Wende, als die Staatsanwaltschaft im vergangenen März die 16 Anklagepunkte gegen Smollett überraschend fallen ließ (queer.de berichtete). Der Schauspieler musste lediglich Sozialstunden leisten und 10.000 Dollar zahlen. Das wurde von der Polizei und der Stadt Chicago scharf kritisiert (queer.de berichtete).

Schließlich wurde ein Sonderstaatsanwalt damit beauftragt, sich erneut des Falls anzunehmen. Eine sogenannte Grand Jury erhob schließlich vor zwei Wochen Anklage gegen Smollett. (AFP/cw)