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USA

Viel Kritik an Grenells Beförderung

Im Trump-Kabinett nimmt mit Richard Grenell ein schwuler Mann Platz – von Links kommt Kritik daran, dass der Neue völlig inkompetent ist, von Rechtsaußen wird seine Homosexualität beklagt.


Scharfmacher Richard Grenell, hier beim Antrittsbesuch im Berliner Bundesverkehrsministerium, wird selbst von rechten Trump-Anhängern kritisiert – nicht wegen seiner Politik, sondern wegen seiner sexuellen Orientierung (Bild: BM für Verkehr und digitale Infrastruktur / flickr)

Die Ernennung von Richard Grenell zum geschäftsführenden US-Geheimdienstkoordinator sorgt für Aufregung. Präsident Donald Trump hatte dem US-Botschafter in Deutschland vergangene Woche den Job mit Kabinettsrang angeboten (queer.de berichtete). Der offen schwule Diplomat gilt als 100-prozentig loyal zu Trump und hat mit seiner aggressiven Rhetorik mehrfach für Irritationen in Berlin gesorgt.

Demokraten und vereinzelt moderate Republikaner kritisieren die Ernennung, weil Grenell keine Erfahrung mit Geheimdiensten habe und nur eine Marionette Trumps sei. Die republikanische Senatorin Susan Collins, die sich im Impeachmentverfahren noch hinter den US-Präsidenten gestellt hatte, bezeichnete Trumps Entscheidung etwa als "bedauerlich".

Kritik an Grenell kommt auch vom rechten Rand der Republikaner und seinen evangelikalen Unterstützern – allerdings weniger wegen seiner vermeintlichen Inkompetenz, sondern wegen seiner sexuellen Orientierung. Sie kritisieren den 53-Jährigen als "Gay Activist" – und das, obwohl dieser selbst extrem homophobe Politiker verteidigte, sofern diese Trump-Anhänger waren. Über Vizepräsident Mike Pence und dessen Ehefrau Karen sagte Grenell etwa völlig ohne Ironie: "Das sind göttliche Leute. Sie sind Anhänger von Christus. Sie haben keinerlei Hass in ihrem Herzen."

Twitter / RichardGrenell | Grenell ist "happy", dem US-Präsidenten "dienen" zu dürfen

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Warnung vor Wiederaufleben des "kulturellen Imperialismus der Obama-Regierung"

Trotz dieser bedingungslosen Unterstützung der Trump-Politik durch Grenell erklärte etwa Tony Perkins, der Chef der einflussreichen Lobbygruppe Family Research Council: "Die Sorge bei Pro-Familien-Verbündeten um die Welt ist, dass Botschafter Grenell als Geheimdienstchef LGBT-Aktivismus betreiben wird." Er mache sich Sorgen, dass sich Grenell international für die Ehe für alle einsetze: "Die Neudefinition der Ehe anderen Ländern aufzuzwingen, wie sie uns durch den Supreme Court aufgezwungen worden ist, erinnert an den kulturellen Imperialismus der Obama-Regierung."

Der Russland-Bewunderer Peter LaBarbera, der Chef der Hass-Gruppe "Americans for Truth About Homosexuality" (Amerikaner für die Wahrheit über Homosexualität) sieht grundsätzlich jeglichen Einsatz für Nicht-Heterosexuelle als problematisch an: "Als offener und stolzer Homosexueller behauptet Grenell, ein evangelikaler Christ zu sein. Das entspricht nicht dem Evangelium und untergräbt das wahre, biblische Christentum."

Grenell hatte sich als Botschafter in Deutschland zwar auch für LGBTI-Rechte eingesetzt, allerdings nur, wenn es den politischen Initiativen der Trump-Regierung nützte. So kritisierte er nach der einseitigen US-Aufkündigung des Iran-Abkommens mehrfach das Mullah-Regime scharf, weil es die Todesstrafe auf Homosexualität verhängt (queer.de berichtete). Den US-Verbündeten Saudi-Arabien, der ebenfalls Folterstrafen oder Todesurteile gegen Homosexuelle verhängt, griff er dagegen nie an. (dk)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 25.02.2020, 20:14h
  • "kulturellen Imperialismus der Obama-Regierung."

    LOL

    Tja, da treffen sich 'Links'- und Rechtsextremismus.

    Ich liebe ja vor allem den 'kulturellen Imperialsmus' der Roosevelt-Regierung.

    Verdanke meine Heimatstadt dem 'kulturellen Imperialismus' des alten Roms.

    Und meine Grundfreiheit dem 'kulturellen Imperialismus' von 1789.

    Selbst ich sie leider mit skurpellosen reaktionären Karrieristen wie Grenell teilen muss.

    Merke: Zivilisation oder Tod!!!
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#2 NevermindAnonym
  • 26.02.2020, 02:56h
  • Wenn er als weltweit bekannter Politiker als >>Offener und stolzer Homosexueller<< wahrgenommen wird, erweist er zumindest unserer Sichtbarkeit einen Dienst. Und keinen kleinen.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 26.02.2020, 09:47h
  • Antwort auf #2 von Nevermind
  • Weidel ist leider auch sichtbar.

    Leider auch todbringend und hetzend unüberhörbar.

    Der Profiteur Grenell wäre mir auch unsichtbar lieber.

    Auch wenn er gesellschaftliche Veränderung sichtbar macht.

    Neben seiner Unterstützung für den schlechtesten US-Präsidenten aller Zeiten.
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#4 ahmadAnonym
  • 28.02.2020, 13:50h
  • gefährlicher mann. Der gute war früher bei der Hetzschrift BREITBART tätig. Und hat hierzulande vorträge bei der Jungen union gehalten. Eine schande, wenn Rechtspopulisten, rassisten und andere gefährliche Leute salonfähig werden.

    Seine homosexualität ist hierbei nicht von Bedeutung.
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