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Korrektur der Rangliste

Fünf Dax-Unternehmen schummelten beim LGBT+ Diversity Index

Ein Sechstel der deutschen Großunternehmen hat sich LGBTI-freundlicher gemacht als es ist. Am dreistesten ging der Energiekonzern E.on vor.


Der Leverkusener Konzern Bayer ist jetzt nur noch Achter im Ranking (Bild: Bayer AG)

Die Uhlala Group hat am Mittwoch eine korrigierte Liste des ersten LGBT+ Diversity Index herausgegeben. Anlass ist, dass fünf Unternehmen bei ihren Angaben geschummelt haben. Diese Firmen rutschten dadurch in der Liste der 30 Dax-Unternehmen teils drastisch ab: Der Leverkusener Chemiekonzern Bayer fiel von Rang vier auf Rang acht, die Hamburger Beiersdorf AG (Nivea, Tesa, Labello) rutschte um einen Platz auf Rang 14 ab, Henkel verlor zwei Plätze und liegt jetzt auf Rang 16 und HeidelbergCement muss sich jetzt mit dem 25. statt dem 22. Platz zufrieden geben. Am stärksten verlor der Essener Konzern E.on: Das Unternehmen, das Homo-Hasserin Katherina Reiche beschäftigt, fiel von Rang acht auf Rang 19.


Links das Ranking aus dem Dezember 2019, rechts die korrigierte Liste (Bild: Uhlala GmbH )

Ursprünglich hatte die Uhlala Group, die unter anderem die queere Karrieremesse Sticks & Stones organisiert, die Liste im Dezember 2019 veröffentlicht (queer.de berichtete). Diese beruhte auf einem Fragebogen zum LGBTI- und Diversity-Engagement, der von 22 der 30 Firmen beantwortet wurde. Bei den anderen Firmen, darunter etwa auch die Deutsche Telekom und BMW, wurde das LGBTI-Engagement recherchiert. Die Ergebnisse wurden in Punkte umgerechnet.

Kurz nach Veröffentlichung übte der Blogger Johannes Kram Kritik an der Einstufung von E.on, woraufhin das Ergebnis Mitte Januar vorläufig korrigiert wurde (queer.de berichtete). Die Uhlala Group forderte außerdem Nachweise für die Behauptungen der Firmen ein. Dabei wurden bei den betreffenden fünf Firmen Unstimmigkeiten festgestellt. Auch wurde nun berücksichtigt, ob Maßnahmen im ganzen Konzern oder, wie etwa bei E.on, nur in Tochterunternehmen galten.

"Valides Ranking"

"Wir freuen uns, ein valides Ranking präsentieren zu können und bedanken uns bei den teilnehmenden Unternehmen. Wir wissen den Aufwand sehr zu schätzen", sagt Stuart B. Cameron, der Initiator des Indexes und Chef der Uhlala Group. "Wir bedanken uns außerdem für die kritischen Hinweise aus der LGBT+-Community, die uns geholfen hat, das Ranking zu verbessern."

Der Index zeige, "dass noch viel zu tun ist", so Cameron weiter. "Das Ziel für einen inklusiven Arbeitgeber müssen 100 Punkte sein!" Bisher erreicht nur der Walldorfer Software-Konzern SAP diesen Wert. Cameron hofft, dass sich die DAX-Unternehmen ihr Ergebnis zu Herzen nehmen und weiter an ihrem Diversity Management arbeiten. "Ende 2020 werden wir den LGBT+ Diversity Index erneut herausgeben und wir sind gespannt, welche Unternehmen diesem Ziel dann näher gekommen sind." (dk)

Twitter / UhlalaDE



#1 NuminexEhemaliges Profil
  • 26.02.2020, 16:55h
  • Johannes Krams mal wieder. Man kann dem Mann gar nicht genug danken, für seinen Nollendorfblog und dass er sich stets für LGBT einsetzt. Eine Schande, dass er auf Twitter und das Blog nicht mehr Follower hat.

    Erschreckend zu sehen, wie lax die Bedingungen sind, unter denen man in das Scoring kommt, aber umso besser zu wissen, dass man hier im Grunde belogen wird und solche Scorings künftig direkt an den digitalen Müllschlucker weiterleiten kann.

    Im Übrigen haben sie erstmal gemauert und abgestritten, dass es Fehler in der Liste gäbe, als Krams das erste Mal Kritik äußerte. Selbst als er konkrete Beispiele und Lügen der Unternehmen aufzeigte...

    PS: Unterstützt den Johannes bitte, wenn ihr könnt.
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#2 NuminexEhemaliges Profil
#3 JeroenAnonym
  • 26.02.2020, 18:00h
  • "Am dreistesten ging der Energiekonzern E.on vor."

    Wer so viel Erfahrung mit Greenwashing hat, hat auch keine Probleme mit Pinkwashing.
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#4 ahmadAnonym
  • 27.02.2020, 17:48h
  • diese ganzen diversity-Kampagnen von Unternehmen sind Schall und rauch und Etikettenschwindel

    erinnert mich an unsere damalige Uni wo die Präsidentin stolz verkündet hat, dass auch qualifizierte Menschen mit Migrationshintergrund eingestellt werden und es auch schon viele gäbe. Doch jeder wusste, dass das nicht stimmt. Unter diesen Migranten die eingestellt waren, handelte es sich nur um Spätaussiedler so viel dazu.
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