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Mönchengladbach

Homophobe Schmierereien gegen schwules Prinzenpaar

Das erste schwule Prinzenpaar im Mönchengladbacher Karneval sorgte beim Umzug für gute Stimmung. Jetzt wurde bekannt, dass kurz zuvor der Prinzenwagen mit schwulenfeindlichen Sprüchen beschmiert worden war.


Axel Ladleif und Thorsten Neumann führten den diesjährigen Karneval in Mönchengladbach an (Bild: Ira Ingenpass / MKV)

  • 27. Februar 2020, 12:33h 9 2 Min.

Tausende Menschen hatten beim Veilchendienstagszug Axel I. und Prinz "Niersius" Thorsten zugejubelt (queer.de berichtete). Zuvor hatte das erste schwule Prinzenpaar im rheinländischen Karneval noch erklärt, dass es zu "99,8 Prozent" positive Reaktionen auf sie gegeben habe.

Doch wie jetzt bekannt wurde, gab kurz vor dem Umzug auch einen homophoben Zwischenfall: Wie die "Rheinische Post" berichtet, war der Prinzenwagen am Wochenende "mit üblen homophoben Schmierereien" beschädigt worden. Zwar sind diese bis zum Veilchendienstag wieder übermalt worden. Allerdings habe der Karnevalsverband MKV die Tat fotografisch festgehalten und Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Erste Bilder vom Zug :-) Fotos © @Denise Brenneis. Die Bilder dürfen gerne bei Facebook geteilt werden, sind aber urheberrechtlich geschützt und somit ist eine anderweitige Verwendung untersagt!

Gepostet von MKV – Mönchengladbacher Karnevals-Verband e.V. am Dienstag, 25. Februar 2020
Facebook / MKV – Mönchengladbacher Karnevals-Verband e.V. | Eindrücke vom Umzug am Veilchendienstag
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Tat möglicherweise ein Insiderjob

Bei der Tat könnte es sich um einen Insiderjob gehandelt haben, denn der Wagen wurde in der Wagenbauhalle beschmiert. Der oder die Täter hatten dabei keine Einbruchspuren hinterlassen, sie könnten also einen Schlüssel gehabt haben. "Wir können leider nicht ausschließen, dass es jemand aus den Reihen der Karnevalisten war", räumte MKV-Chef Gert Kartheuser ein. "Das fände ich nicht nur traurig, sondern eine Unverschämtheit." Kartheuser hob jedoch die generell positiven Reaktionen auf das offen schwule Prinzenpaar hervor und konstatierte trocken: "Idioten gibt es immer wieder."

Axel Ladleif und Thorsten Neumann sind bereits seit 13 Jahren ein Paar. 2009 ließen sie sich verpartnern, vergangenes Jahr wandelten sie ihre Lebenspartnerschaft in eine echte Ehe um. Vor drei Monaten sind sie vor mehr als 1.000 Gästen offiziell als Prinzenpaar proklamiert worden (queer.de berichtete). Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners (CDU) setzte damals den schwulen Jecken feierlich die Prinzen-Kappe auf. (dk)

-w-

#1 PetterAnonym
  • 27.02.2020, 13:59h
  • Wieder mal Feiglinge, die im Schutz der Anonymität ihre Hetze verbreiten wollen. Sind wahrscheinlich so frustriert über ihr eigenes Leben, dass sie ihre Wut darüber an anderen auslassen wollen.
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#2 Taemin
  • 27.02.2020, 15:10h
  • Nein, das waren keine "Idioten", sondern Menschenfeinde, und man sollte sie nicht als "Idioten" verharmlosen.
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#3 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 27.02.2020, 17:25h
  • ""Idioten gibt es immer wieder.""

    Mit solchen Aussagen kann man solche Taten natürlich wunderbar herunterspielen und bagatellisieren. Passt natürlich auch zu deren vorheriger Aussage, dass sie ja "SO normal" seien.

    Alles "ganz normal"? Ganz offensichtlich ja doch nicht. Oder werden Karnevalswagen auch sonst regelmäßig mit Hassbotschaften beschmiert, und diesmal hat es eben zufällig die Schwulen getroffen?

    Schon ein bisschen sehr blauäugig.
    Und einfach auch gefährlich, weil mit solchen Äußerungen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit kleingeredet wird.

    Sie ist in unserem Land aber kein kleines Problem à la "Idioten gibt es immer wieder", sondern ein riesiges Problem. Wer das trotz der Ereignisse wie zuletzt Hanau immer noch nicht verstanden hat, schwebt irgendwo über den Wolken, im besagten -kuckucksheim. Die Realität zu verharmlosen bzw. gar zu leugnen, wird allerdings mit Sicherheit nicht dazu führen, dass in unserer Gesellschaft die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit plötzlich von ganz allein zurückgeht.

    Ganz im Gegenteil.
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