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Einzelkommentar zu:
Homophobe Schmierereien gegen schwules Prinzenpaar


#7 AndreasKAProfil
  • 28.02.2020, 09:05hKarlsruhe
  • Antwort auf #5 von RuferInDerWueste
  • Danke für deinen Beitrag, ich finde, du hast Recht!

    Der Eintrag auf dem Nollendorfblog führt das sehr gut vor Augen. Wir sollten immer wieder versuchen, uns in die Menschen, die von Anfeindungen betroffen sind, hinein zu versetzen, und dieser eindringliche Text schafft es ausgezeichnet, die echte Not, die etwa hinter scheinbar banalen Alltagsdingen steht, zu verstehen.

    Und dazu gehört auch ein Graffiti auf einem Karnevalswagen. Das Banalisieren durch das Etikett Idiot ist sicher gut gemeint gewesen. Vielleicht dachte man sich, die Tatsache, dass ein schwules Prinzenpaar allseits beklatscht wird, ist ein hinreichender Ausweis, dass sie voll akzeptiert werden. Doch das greift als Solidaritätsbekundung zu kurz.

    Eine einzige Schmiererei kann alles Erreichte aushebeln oder zumindest in Frage stellen. Jedesmal wird dabei eine vermeintliche Sicherheit torpediert und als brüchig erkennbar. Dabei ist es völlig Wurscht, ob es sich um besoffene, leichtfertige Teenager als Täter handelt, oder um jemanden, der echten Hass auf Schwule hegt.

    Solange Schwulsein sich als Schmähung eignet, ist der Weg der Akzeptanz noch nicht zu Ende gegangen.

    Solidarität ist kein Selbstläufer.
    Solidarität kann nur von Menschen, die selbst nicht betroffen sind, erwartet werden.
    Solidarität entsteht aus Mitfühlen und Verstehen, dass es purer Zufall ist, welcher Gruppe, die diskriminiert werden kann anzugehören. Und aus dem Begreifen, wie schnell sich ein Mainstream-Wind drehen kann und nahezu jedem hart ins Gesicht blasen bzw. umwehen kann.

    Jeder, absolut jeder ist auf die Solidarität anderer angewiesen.

    Gerade angesichts der quälenden, opferreichen Entwicklung für uns als Homosexuelle in Richtung Akzeptanz und Toleranz seitens des Gros der Gesellschaft, kann ich nicht verstehen, dass Schwule und Lesben ihrerseits nicht vorbehaltlos etwa auch Transpersonen unterstützen ... wie übrigens etwa auch people of colour, Menschen, die nicht deutsch aussehen oder heißen, Menschen mit Handicap ... die Liste kann verlängert werden.

    Es geht dabei doch nicht um die Vorstellung Kämpfe für andere mitzukämpfen.

    Es geht um Haltung, die im Alltag gelebt wird und durch Taten sichtbar wird. Nur das kann Diskriminierten helfen. In der Straßenbahn, auf dem Klo, im Karneval, in Demos oder sonstwo.
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