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Einzelkommentar zu:
Homophobe Schmierereien gegen schwules Prinzenpaar


#8 zundermxeAnonym
  • 28.02.2020, 13:09h
  • Kontra!

    Die Absicht und das Verständnis verstehe ich sehr gut, warum einige von uns immer eine kompromisslose Reaktion auf solch manifestierten Hass fordern. Teile das auch ausdrücklich als eine mögliche Reaktion.
    Jedoch ist alles ambivalent und es sollte nicht einfach stets als wegducken, relativieren wollen, normatives Verhalten oder gar Feigheit ausgelegt werden wenn wer anders mit Hass umgeht.
    Die Umstände machen die Aussage.

    Es bleibt die Tatsache, dass bewusster Hass auch von einer für die/den Täter*innen erkennbaren Gegenreaktion lebt, bzw. von einer wie auch immer gearteten Art von Öffentlichkeit.
    Es geht um persönliche Beachtung, um Befriedigung der eigenen Gefühle und um möglichst viel Aufmerksamkeit der Täter*innen selbst.
    Käme aber auch so gar kein Echo, wäre das für viele ihrer Taten bewusste Täter*innen sehr frustrierend.
    Ob sie dann irgendwann aufhören würden, ihren Hass steigern würden oder neue Hassobjekte suchen würden, ist völlig offen und daher auch an dieser Stelle spekulativ.

    Dies soll kein Plädoyer für das Schweigen sein!!!

    Möchte nur, dass nicht jede*r unter Generalverdacht steht, wenn nicht immer mit den spitzesten Formulierungen geurteilt wird oder die größt möglichen Gegenreaktionen gefordert werden.
    Sich so zu verhalten kann ganz verschiedene Motivationen und Absichten haben. Diese sind nicht immer zwangsläufig einer Heteronormativität geschuldet und sogar in dem ein oder anderen Einzelfall individuell gut durchdacht.

    Ein Beispiel vollkommen aus einer anderen Welt.
    Hab die ersten Jahre meiner Berufstätigkeit im Handwerk aufm Bau als Arbeiter verbracht.
    Sex und erotische oder sexuelle Momente mit und unter Männern gibt es da natürlich genauso wie sonst überall auch (wer sie denn lesen kann und will). Einige meiner schönsten Erinnerungen rühren aus der Zeit.
    Aber hier keine Details! :-)
    Wenn da ein doofer Spruch kam ( hier müsst ich sagen homophober Spruch) bin ich nie zu nem Vorgesetzten oder hab viel Lärm drum gemacht. Sondern hab denjenigen mit ner passenden Antwort ganz unaufgeregt direkt kaltgestellt. Vom selben kam das nie ein zweites mal. Wenn andere dabei waren, stand der Sprücheklopfer ziemlich blöd da.
    In dieser Arbeitssituation und dann noch rein unter Männern wäre jede andere Art der Reaktion weniger effektiv und nachhaltig gewesen.
    Das war in der Zeit in der Situation meine authentische Art damit umzugehen - das war angebracht aber nicht angepasst.
    Weder zu Studentenzeiten noch in irgendwelchen Angestelltenjobs konnt ich danach so unbeschwert sein. Lass uns mal drüber reden, wie ist das eigentlich, das darfst du dir aber nicht gefallen lassen etc... macht ja manchmal Sinn, ist aber nicht selten der reine Ego-Trip und eine ständig gestellte Erwartung sich und alles zu erklären.
    Meine Lebenserfahrung ist halt, dass je größer die Verkopfung und die damit idR verbundene Erwartungshaltung von innen wie von außen, desto verklemmter und vom eigentlichen Anlass entfernt spielen sich die Dinge jenseits eines konstruktiven Effekts ab.

    Wie gesagt, kein Plädoyer für das Schweigen. Aber es gibt eine Palette von Möglichkeiten zu reagieren. Welche gewählt wird, sollte zu allererst den Betreffenden überlassen werden ohne, dass sich Dritte ohne Personen und Details zu kennen uniform und urteilend dazu äußern. Egal wie richtig das vllt im Prinzip sein mag, deckt es halt eindeutig nicht jeden Einzelfall ab.
    Keine Regel ohne Ausnahme.
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