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Podcast-Premiere

Warum sich Schauspieler outen sollten

Im ersten QUEERKRAM-Podcast spricht Johannes Kram mit dem schwulen Theaterregisseur Falk Richter und dem heterosexuellen Schauspieler Jonas Dassler über queere Vorbilder, toxische Männlichkeit und eine "ziemlich kaputte Branche".

  • 28. Februar 2020, 18:08h 25 2 Min.

Direktlink | MP3 | Die erste Folge (59 Min.) | Der Podcast bei iTunes, Spotify, Podigee
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Ein kleines Tonstudio im Berliner Wedding ist der Ort, an dem es am Freitagmittag plötzlich ernst wird. Johannes Kram ist die Aufregung vor der Aufzeichnung des ersten QUEERKRAM-Podcasts nicht anzumerken, er ist betriebsam wie immer. Die Gäste sind pünktlich und gut gelaunt.

Kram, der wortgewaltige Nollendorfblogger und Buchautor, betritt heute mehrfach Neuland. Im Studio muss er spontan reagieren, ohne sich die Worte vorher zurechtzulegen, auch sein großes Thema, die Alltagshomophobie in Deutschland, steht diesmal nicht im Vordergrund. Zumindest nicht am Anfang des Gesprächs.

Passend zu den Filmfestspielen spricht Kram mit dem (heterosexuellen) Schauspieler Jonas Dassler, der auf der Berlinale als "European Shooting Star" ausgezeichnet und hofiert wurde, und dem (schwulen) Regisseur und Teddy-Preisträger Falk Richter über ihre Erfahrungen am Theater, über toxische und alternative Männlichkeit und die eigenen Biografien. Der 23-jährige Dassler steht schließlich in Richters Väter-Stück "In My Room" am Berliner Maxim Gorki Theater auf der Bühne. "Unbedingt anschauen", sagt der Gastgeber gleich zweimal.


Dreier im Tonstudio (v.l.n.r.): Falk Richter, Jonas Dassler, Johannes Kram

Der natürlich-offene Jonas Dassler, der seinen schnellen Ruhm noch nicht ganz fassen kann, und Falk Richter, der politische Kämpfer und Erklärer, ergänzen sich perfekt. Zusammen zeigen sie eindrucksvoll, wie politisch das Private ist. Da ist auf der einen Seite der Regisseur, der von seinem Vater nach dem Coming-out verprügelt wurde, auf der anderen der junge Remscheider aus einem liberalen und unterstützenden Elternhaus, der sich mehr queere Sichtbarkeit und Schulaufklärung wünscht: "Vor ein paar Jahren wusste ich auch noch nicht, was Stonewall ist."

Viel mehr sei nicht verraten aus dem lebendigen Gespräch – ein Podcast ist schließlich zum Anhören da. Nur so viel: Beide beklagen homophobe Strukturen in der Theater- und Filmwelt. Dass sich homosexuelle Schauspieler aus Angst um ihre Karriere nicht outen, sei "Symptom einer ziemlichen kaputten Branche", kritisiert Dassler. Auch Richter beklagt mit harten Worten fehlende Courage bei homosexuellen Kolleg*innen. Outen wollen sie aber niemanden.

Nach einer Stunde verabschiedet Johannes Kram seine Gäste, etwas erschöpft, aber hoch zufrieden. Eine gelungene Podcast-Premiere, die jetzt noch leicht geschnitten werden muss und dann am Abend hoffentlich auch gut bei den Hörer*innen ankommt. Im Weddinger Tonstudio wird schon mal eine Flasche Sekt aufgemacht… (mize)

-w-

#1 ahmadAnonym
  • 28.02.2020, 21:45h
  • nein schwule und lesbische Schauspieler sollten sich auf keinen Fall outen, es sei denn sie heissen Ulrike Folkerts oder Neil Patrick Harris oder Jim Parsons. Alle anderen vor allem jene, die newcomer sind, sollten sich auf keinen fall am anfang der Karriere outen, sonst werden sie nur noch solche Klischeerollen bekommen das ist das gleiche bei Minderheiten wie asiaten oder Türken oder anderen Südländern die dann nur gangstarollen bekommen

    moralisch ist Outing zu begrüßen doch alles andere ist kontraproduktiv
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#2 TheDad
  • 29.02.2020, 10:28hHannover
  • Antwort auf #1 von ahmad
  • ""nein schwule und lesbische Schauspieler sollten sich auf keinen Fall outen, es sei denn sie heissen Ulrike Folkerts oder Neil Patrick Harris oder Jim Parsons.""..

    Absurd..
    Denn den "Promi-Status" wird hier ein Wirkung zugeschrieben, die er bisweilen hat, er kann und soll an einigen Stellen Leute zum "Aufwachen" zwingen..

    Das ist aber nicht der eigentliche Zweck eines Coming Out, welches so selbstverständlich sein MUSS wie die "erste liebe" bei Heterosexuellen, die man dann den Eltern vorstellt..
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#3 homooeconomicusAnonym
  • 29.02.2020, 10:30h
  • Super Sache, der neue Podcast - bitte stellt ihn doch auch über Apple Podcasts bereit...
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