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Nikki-Kuhnhausen-Gesetz

"Gay and Trans Panic"-Verteidigung illegal in neun US-Staaten

Immer mehr Bundesstaaten verbieten es Gerichten, die Homo- oder Transphobie von Mördern als strafmildernd einzustufen. Das neueste Gesetz in Washington wurde nach einer 17-jährigen Transfrau benannt, die vergangenes Jahr erdrosselt worden war.


Nikki Kuhnhausen wurde letztes Jahr von einem Mann ermordet, der als Grund Schock über ihre Transsexualität anführte

Der Senat des US-Bundesstaates Washington in Olympia hat vergangenen Mittwoch mit 46 zu drei Stimmen beschlossen, bei Strafverfahren wegen Mordes oder Totschlags die "Gay and Trans Panic"-Verteidigungsstrategie zu verbieten. Bereits zuvor hatte das Repräsentantenhaus den Gesetzentwurf mit 90 zu fünf Stimmen gebilligt.

Bislang konnten Angeklagte, die eine homo- oder eine transsexuelle Person umgebracht hatten, mit einem milderen Urteil oder gar einem Freispruch rechnen, sollten sie die panische Angst vor LGBTI als Grund für ihren Übergriff anführen. Diese Strategie wurde in den USA seit den Sechzigerjahren immer wieder erfolgreich nach Tötungen von schwulen Männern angewandt, in den letzten Jahren aber vermehrt auch bei Gewalttaten gegen Transsexuelle.

Als erster Staat hatte Kalifornien 2014 diese Praxis verboten (queer.de berichtete). Inzwischen haben auch Connecticut, Hawaii, Illinois, Maine, Nevada, New Jersey und New York ähnliche Verbote beschlossen.

In Washington wurde das entsprechende Gesetz nach der Transfrau Nikki Kuhnhausen benannt. Sie war letzten Sommer von einem 25-jährigen Mann erdrosselt worden, nachdem er erfahren hatte, dass sie eine Transfrau war. Ihre Leiche wurde erst im Dezember in einem abgelegenen Teil von Washington entdeckt.

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Langjährige Forderung

LGBTI-Aktivisten werben bereits seit langem für ein Verbot dieser Verteidigungsstrategie. Sie argumentieren etwa, dass Gerichte schon seit längerem keine "Schwarzen-Panik"-Verteidigungsstrategie mehr zulassen würden, sollte das Opfer dunkelhäutig sein. Die American Bar Association, der größte juristische Verband der Vereinigten Staaten, hat sich dieser Forderung angeschlossen und 2013 angeregt, dass alle Staaten die "Gay Panic"-Verteidigung untersagen sollten. Trotzdem ist diese Verteidigungsstrategie nach der Entscheidung aus dem Staat Washington noch immer in 41 der 50 US-Bundesstaaten legal.

Eine Studie aus dem Jahr 2017 kam zudem zu dem Ergebnis, dass es unter Heterosexuellen keine "natürlichen" Ablehnungsreaktion auf Homosexuelle gebe, sondern das Homophobie schlicht anerzogen sei (queer.de berichtete).

Der bekannteste Versuch einer "Gay Panic"-Verteidigung wurde nach dem Mord am schwulen Studenten Matthew Shepard im Jahr 1998 unternommen. Die Täter wurden allerdings dennoch zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Anderswo war die Strategie aber erfolgreich: So wurde 2009 in Chicago ein heterosexueller Mann freigesprochen, der einen Schwulen mit 61 Dolchstichen getötet hatte (queer.de berichtete). Zwei Jahre später wurde er zwar in einem Zivilverfahren zur Zahlung von 600.000 Dollar an die Angehörigen des Opfers verurteilt, gilt aber strafrechtlich nach wie vor als unschuldig. (dk)



#1 Leon 4Anonym
  • 02.03.2020, 16:16h
  • Es gibt den strafbestand der "hate crime" und eben jene "hate crime" kann dann strafmildernde Auswirkungen haben??

    Das ist... kreativ! Strunzdoof und schäbig, aber kreativ oO
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#2 PetterAnonym
  • 03.03.2020, 14:18h
  • Das sollte überall gelten!

    Man kann doch Straftaten (erst recht so schwere wie Körperverletzung oder gar Mord) doch nicht mit irgendwelchen angeblichen Ängsten rechtfertigen...
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