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"Homophobe homophile Priester"
Katholischer Theologe fordert Massen-Coming-out schwuler Priester
In der katholischen Kirche wird der Ruf nach Offenheit lauter: "Internalisierter Hass" verhindere aber, dass schwule Priester ihr Versteckspiel aufgeben.

Noch immer betrachtet die katholische Kirche Homosexuelle pauschal als sündhaft, sofern sie ihre sexuelle Orientierung nicht verleugnen (Bild: flickr / Cjames Fotografia / by 2.0)
- 2. März 2020, 15:42h 2 Min.
Dr. Andreas Heek, der Leiter der Arbeitsstelle Männerseelsorge der Bischofskonferenz und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der LSBTIQ-Seelsorger/innen in den deutschen Diözesen, hat in einem Meinungsbeitrag für das theologische Magazin "Feinschwarz" ein "Massenouting" von homosexuellen Priestern in der katholischen Kirche gefordert. "Homosexualität muss innerkirchlich dringend enttabuisiert werden", so sein Wunsch.
Dabei kritisierte Heek "die oft fast ins Hysterische gehende Neigung mancher kirchlicher Vertreter gegen Homosexuelle". Viele Kirchenvertreter würden dabei Schwule und Lesben ablehnen, weil diese "einem ausgedachten Ideal von Natürlichkeit nicht entsprechen". Die "Homophobie kirchlicher Obrigkeit" mache ein Coming-out für schwule Priester fast unmöglich.
"Tragische Hoffnung": Schwule Priester wollen mit Homophobie weniger schwul werden
Ein großes Problem sei nach Ansicht Heeks die "internalisierte Homophobie" bei schwulen Priester – diese Thelogen hassten sich also wegen ihrer sexuellen Orientierung selbst und würden deshalb auch oft Hass auf andere Homosexuelle verbreiten. Der Düsseldorfer Theologe erklärte, schwule Priester würden mit ihrer Homophobie "eine tragische Hoffnung" verbinden: "Wenn ich Homosexualität im Außen besiegt habe, vielleicht verschwindet dann auch die eigene Homosexualität."
In seiner Analyse stützte sich Heek unter anderem auf das Buch "Sodom: Macht, Homosexualität und Doppelmoral im Vatikan" von Frédéric Martel. Darin wird beschrieben, wie ein Machtzirkel aus homosexuellen Priestern, Kardinälen und Bischöfen jede Liberalisierung der Kirche verhindert.
Laut aktuellen Vorgaben aus dem Vatikan müssen Priesterschüler gefeuert werden, falls nur der Verdacht von Homosexualität aufkomme (queer.de berichtete).
Deutsche Kirche sendet widersprüchliche Singale an Schwule und Lesben
Aus der katholischen Obrigkeit in Deutschland kommen inzwischen aber auch oft positive Signale an Homosexuelle: Vergangenen Monat kritisierte etwa der Hamburger Erzbischof Stefan Heße die pauschale Ablehnung von gleichgeschlechtlichem Sex scharf (queer.de berichtete).
Allerdings bleibt die pauschale Ablehnung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen stets präsent: Wenige Tage nach der Äußerung von Erzbischof Heße attestierte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf heiratenden Homosexuellen eiskalt, sie würden "den Markenkern der katholischen Anthropologie" beschädigen (queer.de berichtete). In Deutschland ist es sogar wegen einer Ausnahme im Gleichbehandlungsgesetz möglich, homosexuelle Lehrer an (steuerfinanzierten) katholischen Schulen wegen ihrer sexuellen Orientierung zu feuern – und die Kirche macht von diesem Recht auch immer wieder Gebrauch (queer.de berichtete).
Derzeit dürfen in Deutschland und anderen Ländern gleichgeschlechtliche Paare nicht einmal von katholischen Priestern gesegnet werden. Tieren oder Autos dürfen Priester dagegen den katholischen Segen erteilen. (dk)















Jetzt noch "gläubig" zu sein, finde ich schlicht unwürdig.
Von der Verlogenheit des Konzerns Vatikan mal ganz abgesehen.