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"Ritterschlag" für schwules TV-Dating

Grimme-Preis für "Prince Charming"

Die schwule Datingshow gehörte laut der Grimme-Jury im vergangenen Jahr zu den Highlights im deutschen Fernsehen.


Nicolas Puschmann war der Märchenprinz alias "Prince Charming" in der ersten Staffel der Datingserie (Bild: TVNOW / Arya Shirazi)

Die TVNOW-Realityshow "Prince Charming" ist eine von drei Sendungen, die mit dem Grimme-Preis 2020 in der Kategorie Unterhaltung ausgezeichnet werden. Das gab das Grimme-Institut am Dienstagvormittag bekannt. Die Show ist das erste Reality-Datingformat, das in der 56-jährigen Geschichte des deutschen TV-Awards einen Preis erhält.

Neben "Prince Charming" konnte in dieser Kategorie auch die RBB-Talkshow "Chez Krömer" und die ProSieben-Kurzshow "Joko & Klaas LIVE – 15 Minuten" die Auszeichnung ergattern. Diese drei Shows konnten sich gegen die ebenfalls nominierten Sendungen "The Masked Singer" (ProSieben), "Per Anhalter durch Bayern: Woidboyz on the Road" (BR), "Festival der Liebe" (Tele 5) und "Late Night Berlin" (ProSieben) durchsetzen.

Twitter / grimme_institut

Die Experten-Jury begründete ihre Entscheidung für "Prince Charming" mit den Worten: "Dank der Unbefangenheit, die ein Format so nur in seiner Debütstaffel haben kann, brechen sich in 'Prince Charming' immer wieder unerwartet Momente echter Gefühle und echter Verbundenheit Bahn." Die Show sei "nicht nur tolle, emotionale Fernsehunterhaltung", sondern "auch eine neue Art von Märchen". Die Preisverleihung findet am 27. März im nordrhein-westfälischen Marl statt.

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"Mehr Vielfalt in der deutschen Unterhaltung"

Henning Tewes, Co-Geschäftsleiter des RTL-Streamingportals TVNOW, bezeichnete die Auszeichnung als "großen Ritterschlag". So werde gezeigt, "dass es höchste Zeit für die erste schwule Dating-Show in Deutschland war". Show-Produzentin Nina Klink freute sich, dass die Sendung "für mehr Vielfalt in der deutschen Unterhaltung sorgen" durfte.

Twitter / TVNOW

In Kürze kommt die erste Staffel von "Prince Charming" auch ins Free-TV: Der Sender Vox zeigt das Erfolgsformat ab dem 20. April immer montags um 22.15 Uhr.

"Prince Charming" basiert auf dem amerikanischen Format "Finding Prince Charming", das 2016 als eine Art schwuler "Bachelor" ins Leben gerufen und im LGBTI-Sender Logo gezeigt wurde. In den USA lief die Sendung aber nur wenig erfolgreich und wurde nach einer Staffel abgesetzt. In Deutschland sorgte "Prince Charming" hingegen durch kluges Casting und unterhaltsame Spannungsbögen für Lob von Zuschauern und Kritikern. Deshalb hatte RTL bereits eine zweite Staffel bestellt, bevor die letzte Folge der ersten Staffel überhaupt zum Streaming bereitgestellt wurde (queer.de berichtete).

Der altehrwürdige Grimme-Preis wird seit 1964 vergeben. Ausgezeichnet werden Produktionen und TV-Leistungen, die "die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf hervorragende Weise nutzen und nach Inhalt und Methode Vorbild für die Fernsehpraxis sein können". (dk)

Direktlink | Bei "Prince Charming" sucht Märchenprinz Nicolas Puschmann nach der großen Liebe



#1 NuminexEhemaliges Profil
  • 03.03.2020, 13:13h
  • Der Ritterschlag - ich lach mich kaputt. Das ist die schwule Kopie des Bachelor-Formats, also die Anbiederung an die Heteronormativität, die im Original ja schon mit der Lebensrealität wenig zu tun hat und eigtl. nur eines ist: frauenverachtend. Allein der Name Bachelor sagt ja schon, dass es hier nicht um Liebe, sondern einen mediel ausgetragenen Bitchfight um Geld, Aufmerksamkeit und Lebensluxus durch den Herren geht.

    Und wie wir das aus unserem Privatleben kennen, wenn wir uns nach einem Partner sehnen, nehmen wir zwei Wochen Urlaub, laden uns 20 wildfremde Typen auf eine gemietete Villa in Griechenland ein, die wir zuvor weder gesehen, noch gesprochen haben, weil man in Deutschland nicht daten kann und im Wohnort schon gar nicht, führen mit jedem nach und nach kurze knackige Gespräche, die wir mit bedeutungsschwangerer Musik untermalen, um die Inhaltsleere zu übertünchen, küssen und schlafen uns durch unser katalogisiertes Menschenangebot, um einen nach dem anderen wegen charakter- oder körperlichen Defiziten auszusortieren und küren am Ende unseren strahlenden Sieger, weil es die ganz große Liebe ist und wir nach zwei Wochen Dauerflirt und Oberflächkeit mit zwanzig verschiedenen Menschen selbstredend die inneren Werte für uns entdeckt haben und diesen Menschen jetzt in- und auswendig kennen. Danach fliegen wir wieder zurück nach Deutschland, selbstredend jeder in sein eigenes Leben, seinen eigenen Freundeskreis und Wohnort und führen eine glückliche Fernbeziehung mit mehreren hundert Kilometern Abstand.
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#2 mactorProfil
  • 03.03.2020, 14:15hBerlin
  • Zitat Wikipedia: "Der Grimme-Preis (bis 2010 Adolf-Grimme-Preis)[1] zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Fernsehsendungen in Deutschland...."

    Ich hab die Serie gesehen und fand sie gut. Aber nicht mehr.

    Im Prinzip der Bachelor auf Schwul gemacht. Kurzweilige Unterhaltung für uns.

    Aber zum Besten im deutschen Fernsehen und vor allem Grimme-Preiswürdig würde ich es nicht zählen.
    Vor allem wenn sich im Netz anschaut welche Sendungen den schon bekommen haben...
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#3 PiakAnonym
  • 03.03.2020, 14:18h
  • Antwort auf #1 von Numinex
  • Da die beiden immer noch zusammen sind und mittlerweile eine gemeinsame Wohnung haben, war das ja im Ergebnis sogar erfolgreich. Singles sollten also ihre Strategien mal überdenken :-p

    Im Ernst: Es haben schon viel schrottigere Sendungen den Grimme-Preis bekommen, insofern habe ich mit einer Auszeichnung für dieses seichte Datingformat kein Problem. Man darf den Grimme-Preis eben schon lange nicht mehr ernst nehmen.
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#4 Leon 4Anonym
  • 03.03.2020, 14:53h
  • Antwort auf #1 von Numinex
  • "Das ist die schwule Kopie des Bachelor-Formats, also die Anbiederung an die Heteronormativität"....

    OK, sry, aber hä? Wie soll denn ein datingformat für schwule aussehen? N paar poppers im Raum verteilen und Licht aus??? Wo findet hier eine "anbiederung an die Heteronormativität" statt? (gosh, wie ich diesen dämlichen Satz verachte, is derzeit auch so des Schlagwort der Stunde, wird Zeit das buzzfeed mal wieder n neuen trigger präsentiert.... Aber ey, immerhin gibt's jetzt endlich n zweites todschlagargument neben den klassischen ww2 verweisen die immer gezogen werden wenn man argumentativ nicht mehr weiter weiß, aber so gern recht haben möchte :l )

    Und klar, des teil läuft unter "Unterhaltung", weder ein charming noch ein Bachelor etc hat den Anspruch irgendwelche Lebensrealitäten aufzuzeigen oder tiefergehende Weisheiten zu präsentieren, das will auch niemand sehen der solche Formate einschaltet....

    Preis passt daher schon, des teil präsentiert exakt das was versprochen wurde: Unterhaltung die (zurecht) gar nicht erst versucht mehr als das zu sein!

    (und eh... In nem Land das entweder fucking Mario Barth feiert bzw Mario Barth hasst und dann auf fucking Loriot als Maßstab verweist.... Puh, da ist prince charming doch wirklich eine absolut ehrbarer und sympathischer preisträger der Unterhaltung)
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#5 NuminexEhemaliges Profil
  • 03.03.2020, 16:19h
  • Antwort auf #4 von Leon 4
  • Ich finde es paradox, sich für eine differenzierte Argumentation stark zu machen und gleichzeitig das eigene Unvermögen bei dem Thema zur Schau zu stellen, indem meinen Beitrag als dämlich diffamiert oder sinnfreie Parallelen mit WWII-Vergleichen herleitet.

    Noch bedauerlicher finde ich, dass man in den restlichen 32 Zeilen keine Argumente entdeckt hat und einem beim Assoziieren mit schwulem Dating offenbar nur Poppers und Darkrooms einfallen, die ja mit Dating im Sinne der Suche nach einem Lebensgefährten, nicht einmal etwas zu tun haben, sondern mit schnellem, unverbindlichem Sex. (Zumindest brauche ich bei Abendessen, Kaffees oder Kinobesuchen kein Poppers.

    Nebenbei sehe ich in gewissen Kontexten "WWII-Vergleiche" oder den Begriff "Heteronormativität" auch nicht als "Todschlagargument" an, wenn man argumentativ nicht mehr weiter weis. Ein solches wäre z.B., wenn ich dich jetzt mit deiner fehlenden Zeichensetzung und Groß- und Kleinschreibung konfrontieren würde, da es und das ist der entscheidende Punkt, mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun hat und an der inhaltlichen Diskussion vorbeilaufen würde.

    Dein Mario-Barth-Loriot-Vergleich hinkt meine ich, ganz schön.
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#6 Ralph
  • 03.03.2020, 16:27h
  • Antwort auf #1 von Numinex
  • Der Name Bachelor sagt nur: Junggeselle, d.h. da ist wer frei und noch nicht gebunden. - Aber davon abgesehen: Ich miete für diesen Zweck jeden Sommer zwei Wochen lang Schloss Neuschwanstein und suche mir dann in König Ludwigs Bett aus zwölf Bewerbern meinen Lebensabschnittsgefährten für die folgenden zwölf Monate aus. - Macht das etwa irgendwer anders?

    Im Ernst: Natürlich ist das Format Quark, und deswegen guck ich mir so was gar nicht erst an. Aber dass die Jury des Grimme-Preises unter der Flut all dieses Humbugs ausgerechnet die bisher einzige schwule Runde auszeichnungswürdig findet, kann schon zu denken geben. Vielleicht hat die Jury ja sachliche Gründe für ihre Entscheidung. Mit Idioten ist sie sicher nicht besetzt.
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#7 Leon 4Anonym
  • 03.03.2020, 16:44h
  • Antwort auf #5 von Numinex
  • Ich hab deinen Beitrag weder als dämlich bezeichnet noch diffamiert, jesses, mach mal locker...

    Kernfrage: wo findet hier eine "anbiederung an die heteronorm" statt....?? (rhetorische Kernfrage, es findet ja nicht statt)

    und yeah, so wie dieses "Argument" genauso wie die ww2 Vergleiche in absolut jeder "Diskussion" vorgebracht werden passt das schon, is schlicht nix wert.... Ich mein, du bringst des vor nur weil es das Format schon für heten gibt... Und führst dann nicht mal wie eine schwule dating Show auszusehen hat.....?
    Und das soll keine Schlagwortrhetorik sein?

    Ahja...

    Zum Barth / Loriot Vergleich.... Na, hab einfach die beiden überbewertesten und am öfteren zitieren dudes genommen deren Publikum sich selbst am meisten für ihren "Humor" feiert...passt schon. Beides Lutscher für die Massen...

    Aber ey, häng dich weiter an der Rechtschreibung auf, gönn dir.....!
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#8 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 03.03.2020, 17:06h
  • Antwort auf #7 von Leon 4
  • Abgesehen davon, dass ich jemanden, der hier deutlich kundgetan hat, mit der Community nichts zu tun haben zu wollen, in einem queeren Diskussionsforum als Diskussionspartner nicht allzu ernst nehmen kann, möchte ich doch auf Deine Frage eingehen, was das Ganze mit Anbiederung an die Heteronormativität zu tun hat.

    Ich kann mir, ehrlich gesagt, auch eigentlich nicht vorstellen, dass Du da nicht selbst darauf kommst - viel eher vermute ich, dass Du wieder mal nur wild herumtrollen willst, was Dein völlig absurder Vergleich mit dem 2. Weltkrieg eindrucksvoll zeigt.

    Sei's drum:
    "In der Heteronormativität", um es jetzt mal sprachlich einfach für Dich zu machen, gibt es EINEN Bachelor und wasweißichwieviele "Mädchen" (sic!), die sich ihm gegenüber versammeln und all ihre Blicke einzig auf IHN richten, IHN anschmachten, IHN erobern wollen (oder sich von ihm "erobern lassen" wollen). Er hat dann die grandiose Möglichkeit, zwischen all diesen "Mädchen" auszuwählen. Die "Mädchen" untereinander wollen in aller Regel gar nix voneinander, denn sie sind ja hetero, und zicken einander höchstens aufs Heftigste an.

    "In der Homo-Welt", um auf dem gleichen Niveau zu bleiben, ist auf der einen Seite EIN "Prince Charming", und auf der anderen Seite lauter schwule Männer, die nun ausgerechnet alle auf IHN fixiert sein sollen, um das Hetero-Format nachzuahmen/nachzuspielen. Wie lebensfremd ist DAS denn bitte? Wenn da, sagen wir, 21 schwule Männer sind (einer auf der einen und 20 auf der anderen Seite) - wie wahrscheinlich ist es in der Realität, dass all die 20 nur den einen angieren, nur um den einen buhlen, nur unbedingt DEN haben wollen bzw. von ihm "auserwählt" werden wollen? Merkste was? Muss ich wirklich noch hinzufügen, dass es viel wahrscheinlicher ist, dass die auch untereinander "anbandeln"?

    Denn es ist nun mal NICHT so (Achtung! Unterschied zwischen hetero und homo!), dass da 20 Menschen des "einen" Geschlechts sind und ausschließlich die eine Person des "anderen" Geschlechts anschmachten, sondern bei (angenommenen) 21 Menschen gleichen Geschlechts ist es einfach schlichte Realität, dass jeder an jedem grundsätzlich interessiert sein kann, sodass diese Fixierung auf den "Prince Charming" eigentlich total entfällt bzw. einfach nur blanker Unsinn ist, oder eben, anders ausgedrückt, eine Nachahmung der Heteronormativität, die im homosexuellen Bereich völlig unsinnig ist.

    Got it now?

    Falls immer noch nicht, lies doch mal bitte erst ein paar grundlegende Abhandlungen über die Unterschiede zwischen Hetero- und Homosexualität, bevor Du hier kundtust, wie sehr Du doch den Begriff "Anbiederung an die Heteronormativität" hasst.

    Gehasst wird ja oftmals das (oder der/die) Fremde, Unbekannte. Gegen Hass hilft in der Regel am besten, sich mit der Materie oder den Menschen bekannt zu machen. Dann ist nämlich meist keine Grundlage für den Hass mehr da.
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#9 David JacobAnonym
#10 TheDadProfil
  • 04.03.2020, 20:33hHannover
  • Antwort auf #3 von Piak
  • ""Singles sollten also ihre Strategien mal überdenken :-p""..

    Wahnsinnig witzig..
    Es liegt nicht im Interesse vieler Singles diesen Zustand zu ändern, und sich dann noch einen Kerl mit in die Bude zu nehmen..
    Also stehen hier dann nicht die "Strategien der Singles" zur Debatte, sondern höchstens die "Strategien der Verzweifelten", die ihre Anbiederung an die Heteronormativität unbedingt bis auf die Spitze treiben wollen..

    Davon mal abgesehen..
    Wenn dieses Format dann schon Grimme-Preis würdig sein soll, dann hat das Niveau der TV-Unterhaltung inzwischen den Kantstein erreicht, und steht kurz vor der Gosse..
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