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Georg Bätzing gewählt

Deutsche Bischofskonferenz erhält relativ liberalen Chef

Georg Bätzing tritt die Nachfolge von Reinhard Marx als Chefbischof an. Der Limburger Bischof gilt als relativ offen auch gegenüber LGBTI, lehnt aber trotzdem die Segnung homosexueller Paare ab.


Bischof Georg Bätzing ist der neue deutsche Oberkatholik (Bild: Bistum Limburg)

Der Limburger Bischof Georg Bätzing ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Die katholischen Bischöfe wählten den 58-Jährigen am Dienstag bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in Mainz für eine sechsjährige Amtszeit. Bätzing löst den Münchner Erzbischof Reinhard Marx ab, der im Februar seinen Rückzug bekannt gegeben hatte.

Bätzing wird in den nächsten Jahren auch das Verhältnis der Kirche zu sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten klären. Er hatte immer wieder weltoffene Kräfte in der Kirche unterstützt. 2018 stellte er sich etwa hinter Ansgar Wucherpfennig (queer.de berichtete). Der Jesuitenpater war vom Vatikan von seinem Posten an der Spitze der Theologisch-Philosophischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main geschasst worden, weil er eine stärkere kirchliche Anerkennung von Lesben und Schwulen gefordert hatte. Nach Protesten nahm der Vatikan fünf Wochen später die Entlassung zurück (queer.de berichtete).

Homo-Hassern ist Bätzing ein Dorn im Auge

Wegen seiner offenen Haltung musste Bätzing auch die Häme von Homo-Hassern über sich ergehen lassen. Im Mai letzten Jahres tauchten etwa in seiner Heimatstadt Limburg homophobe Flyer auf, in denen Bätzing vorgeworfen wurde, sich vor der "Homo-Lobby" zu bücken (queer.de berichtete).

Freilich hält auch er an Teilen der homophoben Politik der katholischen Kirche fest. So sagte er letzten August, dass er weiterhin am Verbot von Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare festhalten werde, selbst wenn diese verheiratet sind. Er begründete dies mit Treue zum Vatikan (queer.de berichtete).

Bätzings Vorgänger Reinhard Marx hatte dagegen kurz vor seinem Abgang erklärt, dass lesbische und schwule Paare von ihm einen Segen "im Sinne einer seelsorglichen Begleitung" erhalten könnten (queer.de berichtete).

In anderen Fragen rüttelt Bätzing an der Überzeugungen der katholischen Obrigkeit. So setzte er sich vergangenes Jahr dafür ein, das Zölibat für Priester freiwillig zu machen. (dk)



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#1 PetterAnonym
  • 03.03.2020, 14:13h
  • "lehnt aber trotzdem die Segnung homosexueller Paare ab."

    Mit anderen Worten:
    auch er will weiter diskriminieren.

    Das finde ich keineswegs "relativ liberal". Es gibt kein bisschen Diskriminierung oder weniger schlimme Diskriminierung.

    Entweder ist man voll gleichgestellt oder nicht. Punkt. Und alles, was nicht volle Gleichstellung ist, ist Diskriminierung. Das ist die Definition des Wortes.
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#2 userer
  • 03.03.2020, 16:14h
  • "[Bätzing] gilt als relativ offen auch gegenüber LGBTI, lehnt aber trotzdem die Segnung homosexueller Paare ab."

    Eine sich selbst widersprechende Aussage in nur einem Satz mit wenigen Worten. Das muss man erst mal hinkriegen, dk.

    Nicht einmal die Zustimmung zur "Segnung" wäre liberal, da diese noch immer diskriminieren würde - nein, nicht mal dieses klitzkleine Trppelschrittchen kriegt der aus weltlichen Staatsmitteln durchgefütterte Katholenfürst hin. Der ist nicht "relativ liberal", wie die Überschrift lügt, sondern antirechtsstaatlich menschenverachtend.
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#3 PietAnonym
  • 03.03.2020, 16:15h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Mal ganz abgesehen davon, dass auch eine Segnung schon Diskriminierung wÃäre, weil es eben nicht dasselbe ist, was Heteros offen steht (Ehe), ist es schon bezeichnend, dass die Kirche kein Problem damit hat, Tiere, Autos, MotorrÃäder, Spielzeuge, Waffen, etc. zu segnen, aber die Segnung liebender Menschen fÃür die Kirche ein Problem darstellt...
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#4 Ralph
  • 03.03.2020, 16:18h
  • Ein galiläischer Wanderprediger sagte mal, die Rede sei ja ja oder nein nein, alles andere sei von Übel. Dem kann man sich meiner Meinung nach nur anschließen. Eine Position, die da sagt, nicht mehr so ganz nein, aber auch auf keinen Fall ja, ist unaufrichtig. - Es ist aber auch egal, wer Vorsitzender der Bischofskonferenz ist. Das Äußerste, was sich vielleicht ändern könnte, ist die Form. Es könnte also bestenfalls einen Wechsel von dreckiger Hetze zu süßlich formulierter Ablehnung geben. In der Substanz wird es zu keiner Reform kommen.
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#5 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 03.03.2020, 17:25h
  • Es ist doch SO einfach:

    Entweder ich diskriminiere.
    Oder ich diskriminiere NICHT.

    Ich diskriminiere "ein bisschen":
    Gehe zurück zu "Ich diskriminiere."

    Und nun wieder von vorn.
    Bis zum jüngsten Tag.

    www.kirchenaustritt.de/
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#6 AlbrechtAnonym
  • 03.03.2020, 18:02h
  • Die Frage ist nur, ob jemand an der Spitze steht, der ganz offen hetzt oder jemand, der Kreide frisst, aber hinter den Kulissen weiterhin dafür sorgt, dass sich nichts ändert und dass LGBTI weiterhin diskriminiert werden oder sogar gegen sie gehetzt und aufgestachelt wird.

    So oder so bleiben die bei ihrem "Markenkern" (wie sie es selbst nennen) der Homo- und Transphobie, nur das Marketing ändert sich. Aber das Handeln bleibt gleich.
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#7 TheDadProfil
#8 easykeyProfil
  • 03.03.2020, 20:38hLudwigsburg
  • Zu dem Thema fällt mir eine Szene aus dem Film "Christine" aus 1983 ein:
    "Man kann Kuhmist nicht polieren."
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#9 zundermxeAnonym
  • 03.03.2020, 21:06h
  • Der Tag geht und die Homophobie bleibt.
    Gibts da nix von Ratiopharm?

    Wann wird Homophobie endlich als Krankheit anerkannt und Konversions-Therapien dafür angeboten?

    Ach-ne, das is ja andersrum.
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