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Urteil

Frau terrorisierte Grindr-Nutzer: 13 Monate Haft

Eine Französin muss in England ins Gefängnis, weil sie mehreren schwulen Männern das Leben zur Hölle gemacht hatte.


Bei der Online-Dating-App Grindr trifft man manchmal auch auf Personen, die es nicht gut mit einem meinen

Ein Amtsgericht im Süden Londons hat am Montag die 31-jährige Yannick G. zu einer Haftstrafe von 13 Monaten verurteilt, weil sie mehrere Grindr-Nutzer gestalkt hatte. Die französische Staatsbürgerin hatte sich zuvor in allen Anklagepunkten schuldig bekannt. Eine Grund dafür, warum sie homosexuellen Männern nachgestellt hatte, nannte sie nicht.

Laut Staatsanwalt John McNamara soll G. 2017 unter dem Pseudonym "Steven St. Pier" Kontakt mit einem Mann aufgenommen haben – sie habe sich dabei als schwuler Mann ausgegeben. Das Opfer habe persönliche Daten wie die Telefonnummer, E-Mail-Adressen sowie Nacktbilder ausgetauscht. Er habe ihr auch seinen Lebenslauf geschickt, weil sein Gegenüber ihm einen Job in Aussicht gestellt hatte. Als der Mann Verdacht schöpfte und den Kontakt abbrach, habe sie ihn monatelang belästigt. Sie habe seine Nacktbilder an seinen Stiefvater und Freunde gesandt, sei ihm durch die Stadt gefolgt und habe ihrem Opfer Fotos von ihm in der U-Bahn geschickt, die sie offenbar heimlich aufgenommen hatte.

Ein anderes Opfer erwischte es 2018 noch schlimmer: Die Angeklagte habe bei der Polizei anonym Anzeige gegen dessen damaligen Lebenspartner gestellt und angegeben, dass dieser Kinder sexuell missbraucht habe. Dann habe sie sich als Vorgesetzter des Opfers ausgegeben und gegenüber der Polizei erklärt, dass der Mann Kinderpornografie auf seinem Computer gespeichert habe. Außerdem habe sie sich auf Datingseiten als das Opfer ausgegeben und Männer, die auf der Suche nach Sex waren, zu jeder Tageszeit zu dessen Haus geschickt. Zudem stalkte sie die Männer fortlaufend auf der Straße.

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Richter: Täterin war offenbar "voller Neid"

Richter Silas Reid erklärte bei seiner Urteilsbegründung laut "Independent": "Es ist schwer zu verstehen, warum Sie das getan haben. Mir fällt als Grund nur ein, dass sie voller Neid waren und einfach Lust auf Rache hatten."

G. war kurz vor ihre Festnahme nach Frankreich geflohen. Ihr Heimatland lieferte sie aber im Januar nach Großbritannien aus. Während des Prozesses sagte ihr Anwalt, dass seine Mandantin ihre Taten bereue. Sie sehe ein, dass diese "fies, grausam und dumm" gewesen seien.

Ein ähnlicher Fall hatte sich auch in Bremen ereignet: Dort begann im Januar der Amtsgerichts-Prozess gegen einen Mann, der mutmaßlich aus Hass auf Homosexuelle mehrere schwule Männer gemobbt und regelrecht terrorisiert haben soll (queer.de berichtete). Das Amtgericht übergab den Fall schließlich an das Landgericht, nachdem eine Gutachterin den Mann als möglicherweise psychisch krank diagnostiziert hatte – der 31-Jährige befindet sich seither in einer Nervenklinik (queer.de berichtete). (dk)



#1 DramaQueen24Profil
  • 05.03.2020, 01:11hBerlin
  • Hier scheint mir das Tatmotiv weniger der Neid, als vielmehr der Hass zu sein, weil sie danach trachtete, dass Leben der schwulen Männer zu zerstören, indem sie Nacktbilder und Ähnliches verschickte.
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#2 karaxAnonym
  • 05.03.2020, 09:15h
  • Seid vorsichtigt, wenn ihr Profile unterschiedlicher Netzwerke miteinander verknüpft, zum Beispiel Instagram oder Facebook in Grindr.
    Das ist auch indirekt möglich:
    Über die Kombination von Ort/Alter/Größe/Gewicht könnte man auf PlanetRomeo mittels Filter euch finden, und von dort aus vielleicht zu mehr Daten kommen (Freunde, etc)
    Natürlich lässt sich sowas nicht 100% verhindern, aber man sollte sensibel dafür sein.
    Das wertvollste und intimste ist immer eure (wahre) Identität (Name, Adresse, Telefonnummer, Arbeitsort, etc), mehr noch als Nacktbilder.
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#3 AltoAnonym
  • 05.03.2020, 10:32h
  • Antwort auf #2 von karax
  • Richtig, fremden Leuten Nacktbilder, Lebensläufe, Emailadressen der Eltern/Arbeitgeber, Kontodaten, etc. zu geben, ist eine sehr dämliche Idee. Das muss leider immer mantraartig wiederholt werde.
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#4 JadugharProfil
  • 05.03.2020, 14:36hHamburg
  • Antwort auf #1 von DramaQueen24
  • Leider ist das Tatmotiv nicht bekannt. Es gibt viele Gründe, andere Menschen zu schikanieren. Leute mit narzißtischen Persönlichkeitsstörungen tun dieses auch sehr gern, um andere zu erniedrigen und damit sich selbst zu erhöhen. Wenn sie glauben, daß jemand auf Grund irgendwelcher persönlicher Merkmale weniger wert ist, dann hacken sie besonders darauf herum. Narzißtische Stalker (Nachsteller) wollen die Opfer zermürben, um die Erfüllung der ich-bezogenen Bedürfnisse zu erzwingen.

    Manche Leute stalken aus Liebeswahn!

    Rachsüchtige Stalker: sehen sich durch ihre gestörte Persönlichkeit fälschlicherweise selbst als Opfer oder bilden sich ein, Opfer der Personen zu sein, denen sie nachstellen; Hilfe, die sie bekommen, nutzen sie zur fortgesetzten Rache und Befriedigung aus.

    Erotomane, morbide, krankhafte Stalker : Kontrolle/Dominanz meist psychopathische Persönlichkeit .

    Sadistische Stalker: Gefühl der Befriedigung.

    Nachstellungen sind strafbare Handlungen!
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