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"Pietätlos, respektlos und geschmacklos"

Gießen: Transphobie-Vorwürfe gegen Faschingsparty

Zwei Wochen nach dem Ende der närrischen Tage sorgt ein Faschingsmotto noch immer für Irritationen in Mittelhessen.


Ein Faschingsmotto in Gießen erregt die Gemüter

In Gießen haben Unbekannte mit einem Transparent an einer zentral gelegenen Bahnbrücke gegen ein Faschingsmotto protestiert. "Transfeindlichkeit ist kein Kostüm" so die Aufschrift laut "Gießener Zeitung".

Anlass war ein Motto der "Ritzis Musik & Sports Bar", die von Altweiberfasching (Donnerstag) bis Faschingsdienstag verschiedene Mottos vorgegeben hatte. Neben "Piraten", "Army", "Gummibären", "Neon" und "Assi" fand sich auch das Motto "Transgender" auf der Liste.

Die Hochschulgruppe "Die Linke.SDS Gießen" kritisierte dieses Motto scharf: "Dass Geschlechtsidentität kein Kostüm ist, sondern dass Menschen mit einer trans*geschlechtlichen Identität mit alltäglicher Diskriminierung konfrontiert sind, die nicht selten in Körperverletzung oder sogar Mord enden, scheint den Betreiber*innen des Ritzis Musik & Sports Bar nicht bewusst zu sein", so die Hochschulgruppe am Dienstag auf Facebook. "331 transphobe Morde wurden weltweit allein zwischen 2018 und 2019 dokumentiert, die Dunkelziffer liegt weitaus höher. Sich einmal im Jahr daraus einen Spaß zu machen, ist pietätlos, respektlos und geschmacklos." Der SDS kritisierte auch Rassismus (etwa "Blackfacing") und Frauenfeindlichkeit, die beim Fasching alltäglich gewesen seien.

Fasching bleibt diskriminierend! Wir unterstützen die Aktion einer anonymen Gruppe aus Gießen, denn auch wir ziehen…

Gepostet von SDS Hochschulgruppe Gießen am Dienstag, 3. März 2020
Facebook / SDS Hochschulgruppe Gießen

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Bar: "Wir weisen diese Vorwürfe zurück"

Die Pächterinnen der Bar können diese Aufregung nicht verstehen. Als Reaktion auf die SDS-Kritik schrieben sie auf Facebook, dass das Motto "Gendertausch" am Altweiberfasching eine "lange Tradition" habe. "Dabei geht es eigentlich nur darum, dass die Frauen sich wie Männer kleiden, sich Bärte ins Gesicht kleben und die Männer sich wie Frauen kleiden, sich hohe Schuhe anziehen und eine bunte Perücke", so die Pächterinnen der Bar. "Fasching in der Ludwigstraße ist unpolitisch, daher weisen wir diese Vorwürfe zurück."

In dem Text boten die Pächterinnen auch eine Entschuldigung an, die allerdings auch als Sarkasmus gelesen werden kann. Wörtlich heißt es: "Sollte sich irgendjemand von unseren Faschings Mottos diskriminiert gefühlt haben (sofern man sich noch erinnert), entschuldigen wir uns natürlich von Herzen." (dk)



#1 LunaAnonym
  • 06.03.2020, 14:49h
  • Crossdressing und trans Menschen gleichsetzen aber natürlich nicht transfeindlich, klar doch..
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#2 Ralph
  • 06.03.2020, 15:20h
  • Wenn man Travestie meint, soll man Travestie schreiben und nicht was anderes. Allerdings ist nicht jede Dämlichkeit auch gleich menschenfeindlich - die Unfähigkeit, einfach nur fehlerhafte Wortwahl einzuräumen und sich dafür zu entschuldigen, nährt erst den Verdacht, dass doch was dran sein könnte. Man beachte die typische Wortwahl katholischer Bischöfe.
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#3 AhnungslosigkeitAnonym
  • 06.03.2020, 18:37h
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    Die Pächterinnen der Bar können diese Aufregung nicht verstehen. Als Reaktion auf die SDS-Kritik schrieben sie auf Facebook, dass das Motto "Gendertausch" am Altweiberfasching eine "lange Tradition" habe.
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    Offenbar sind die Pächterinnen schlicht ahnungslos und kennen die Unterschiede nicht.

    Niemand hat etwas dagegen, wenn es einen Tag gibt, wo man sich als das jeweils andere Geschlecht verkleiden soll. Im Gegenteil: das ist sogar eine schöne Idee.

    Aber Travestie, Crossdressing, o.ä. haben halt nichts mit Transgenders, Transsexuellen, o.ä. zu tun. Erstes ist ein fröhlicher Faschingsspaß, letzteres eine Verhöhnung von Minderheiten.
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#4 kaymahuProfil
  • 06.03.2020, 19:35hFrankfurt
  • Klar können wir uns hier aufregen, Wir könnten aber auch auf ihre Facebook Seite gehen und ihnen eine Nachricht zukommen lassen.

    Einen passenden anklickbaren Eintrag gibt es bereits:

    "Würdest du Ritzis Musik & Sports Bar empfehlen?"
    Jetzt noch auf "ja", oder "nein" klicken und kurz begründen.

    www.facebook.com/RitzisGiessen/?fref=mentions
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#5 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 06.03.2020, 20:24h
  • Antwort auf #3 von Ahnungslosigkeit
  • "Niemand hat etwas dagegen, wenn es einen Tag gibt, wo man sich als das jeweils andere Geschlecht verkleiden soll. Im Gegenteil: das ist sogar eine schöne Idee."

    Damit zementierst Du halt nur leider die traditionelle Ansicht, es gäbe nur zwei Geschlechter - nämlich "das eine" und "das andere". UND noch dazu die Ansicht, dass ja jedes der "beiden" Geschlechter jeweils auf eine bestimmte Weise aussieht.

    Nicht binäre Menschen und Intersexuelle bleiben, wie so oft auch hier in den Kommentaren, wieder mal unsichtbar. SO "schön" ist die Idee also vielleicht doch nicht.
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#6 qwertzuiopüAnonym
  • 07.03.2020, 16:29h
  • Ich sehe es wie die meisten hier: Da wurde eben der falsche Begriff verwendet, das alleine ist noch keine Menschenfeindlichkeit.

    Ich finde es allerdings interessant, dass sich eine linke Gruppe an sowas stört, am Motto "Assi" aber nicht. Die Romantisierung und Verächtlichmachung von "Asozialen" und Menschen in Armut sollte Linke doch wesentlich mehr aufregen, zumindest geht es mir da so.
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