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Bayern

CSU-Politiker mit Outing gedroht – der reagierte richtig

Ein Unbekannter erpresste den Buchloer CSU-Bürgermeisterkandidaten Robert Pöschl: Wenn er seine Kandidatur nicht sofort zurückziehe, werde er "die Bombe platzen" lassen und ihn als schwul outen.


Robert Pöschl will Bürgermeister von Buchloe werden (Bild: CSU)

Der Buchloer CSU-Bürgermeisterkandidat Robert Pöschl hat am Mittwoch wegen versuchter Nötigung Strafanzeige bei der Polizei erstattet. In anonymen Mitteilungen über Telefon und SMS habe ein Unbekannter von Pöschl und anderen CSU-Mitglieder gefordert, dass der Politiker seine Kandidatur bis Mittwoch zurückziehen soll, so die Polizei in einer Mitteilung. Ansonsten würde am Donnerstag "die Bombe platzen". Am Sonntag finden in Bayern Kommunalwahlen statt.

Der unbekannte ältere Mann, der laut Polizei sprachlich aus der Gegend stammt, hatte behauptet, dass Pöschl homosexuell sei und man "keinen Schwulen als Bürgermeister" brauche. Der CSU-Kandidat, der 1970 in Buchloe geboren wurde, erklärte bei der Anzeigenerstattung, dass er heterosexuell sei. Die Polizei hat die Anzeige an das für politische Straftaten zuständige Staatsschutzkommissariat bei der Kripo Kempten abgegeben. Hinweise zu dem anonymen Anrufer nimmt die Polizeiinspektion Buchloe unter der Telefonnummer (08241) 9690-0 entgegen.

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"Gegen jegliche Form von Diskriminierung"

Auf seiner Facebook-Seite machte Pöschl die Outing-Androhung öffentlich. "Unabhängig davon, dass die mir unterstellte sexuelle Orientierung (was im Übrigen Privatsache wäre) nicht stimmt, möchte ich euch sagen, dass ich gegen jegliche Form von Diskriminierung bin, schrieb er am Mittwoch in einem Post. Dazu veröffentlichte er eine Grafik mit der Forderung "Stopp Diskriminierung". Pöschl weiter: "Ich stehe ein für ein friedliches Miteinander in unserer Stadt. Wertschätzender Umgang, sachorientierte Diskussion und gegenseitiger Respekt sind Grundprinzipien meiner Politik. Ich bin für ein menschliches, vielfältiges und weiterhin starkes Buchloe!"

Ich möchte euch darüber informieren, dass ich Anzeige gegen Unbekannt wegen versuchter Nötigung bei der Polizei…

Gepostet von Robert Pöschl am Mittwoch, 11. März 2020
Facebook / Robert Pöschl

Buchloe ist eine Eisenbahnerstadt und mit über 13.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt im Landkreis Ostallgäu. Bei der Kommunalwahl 2014 wurde die CSU mit 40,8 Prozent stärkste Partei. Der seit 2013 amtierende CSU-Bürgermeister Josef Schweinberger tritt nicht mehr an. (cw)



#1 Homonklin_NZAnonym
  • 12.03.2020, 14:59h
  • Eigentlich müsste es recht einfach möglich sein, über Backtracing den Gerätestandort oder wenigstens ungefähren Raum herauszufinden, in dem sich der Unbekannte bewegt. Abhängig davon, inwieweit man diese mobile Phones lokalisieren kann. Anscheinend geht das irgendwie, wenn Jemand in der Pampa verletzt liegt, und selbst nichts mehr vernünftig mitteilen kann, also müsste man das in so einen Fall auch versuchen können. TNG-Polizisten wissen mehr.
    Bei Computern ist es viel einfacher, man kann auch VPN aushebeln.

    Jedenfalls hat Herr Pöschl das genau richtig gemacht.
    Wobei es eigentlich längst passé sein sollte, jemand mit einem vermeintlichen Outin überhaupt noch bedrohen zu können. Wenn das gesellschaftsweit als ganz normale Sache gelten könnte, bräuchte man ja bloß noch grinsen oder "Ja, und?" zu sagen brauchen.
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#2 PublikmenschAnonym
  • 12.03.2020, 19:28h
  • "Unabhängig davon, dass die mir unterstellte sexuelle Orientierung (was im Übrigen Privatsache wäre) nicht stimmt"

    Warum meinen Konservative immer, Sexuelle Orientierung sei "Privatsache"? Gleichzeitig rennen die doch ganz selbstverständlich mit ihrem gegengeschlechtlichen Partner durch die Gegend, stellen sie/ihn allen als Ehefrau/Ehemann vor, zeigen Urlaubsbilder mit der (vermutlich) eigens gezeugten cis-heterosexuellen Kleinfamilie und leben überhaupt in dem absoluten Selbstverständnis, dass Heterosexualität eben "normal" sei...

    Danke für die "Toleranz", lieber CSU-Mensch, aber was sie sagen gleicht einem "schwule Identität bitte geheimhalten". Ich höre da halt schon wieder so ein unionstypisches "Toleranz ja. Ehe nein." heraus...
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#3 VorbildlichAnonym
  • 12.03.2020, 21:45h
  • Man darf sich niemals erpressbar machen.

    Hoffentlich wird dieser homophobe (und noch dazu dumme) Erpresser bald geschnappt und aus dem Verkehr gezogen.
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#4 TechnikerAnonym
  • 13.03.2020, 10:08h
  • Kein Outing...

    Wenn jemand nicht schwul ist, kann man ihn nicht outen. Nur mit Gerüchten/Lügen erpressen...
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