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- 07. Oktober 2005 1 Min.
Rom Über ein Dokument des Vatikans, das Richtlinien zum Umgang mit schwulen Priestern enthalten soll, sind am Freitag neue Details bekannt geworden. So seien Schwule als Priester sogar denkbar, wenn sie mindestens drei Jahre lang enthaltsam gelebt hätten. Sie dürften sich aber nicht öffentlich zu ihrer sexuellen Orientierung äußern und keine Schwulen-Treffs besuchen. Auch eine allzu große Anziehung durch die "homosexuelle Kultur", etwa durch Filme oder Bücher mit homosexueller Thematik, sei ein Grund, um die Priesterweihe zu verweigern. Das 16-Seiten-Dokument soll im November endgültig verbreitet werden, berichtet die italienische Tageszeitung "Corriere della Sera". Grünen-Chefin Claudia Roth erklärte laut AFP dazu in Berlin, die Ankündigung des Vatikans, Homosexuellen den Zugang zum Priesteramt zu verwehren, sei "ein Anachronismus sondergleichen". Es werde sich im Alltag von Homosexuellen in der Kirche nicht viel ändern, "weil sie ihre Sexualität auch vor dem neuen Dokument vom Papst Benedikt XVI. nicht offen leben durften". Das Dokument sei "ein verheerendes Signal der Ausgrenzung" und führe "im Ergebnis zu mehr Heuchelei und nicht zu mehr Wahrhaftigkeit". Der Bundesverband Grüne Jugend erklärte mit Blick auf den Skandal um pädophile Priester in den USA, dem Papst sei offenbar entgangen, dass "98 Prozent aller Missbrauchsfälle heterosexuell motiviert sind". (nb)
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