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Neu im Ulrike Helmer Verlag

Ein Kultbuch für viele queere Chines*innen – jetzt auf Deutsch

Das bewegende lesbische Meisterwerk "Aufzeichnungen eines Krokodils" der taiwanesischen Autorin Qiu Miaojin ist erstmals in einer deutschen Übersetzung erschienen.


Die Autorin Qiu Miaojin beging 1995 mit nur 26 Jahren Selbstmord, sie avancierte durch ihre post­hum veröffentlichten Romane zur LGBTI-Ikone
  • 13. März 2020, 01:02h, noch kein Kommentar

Taiwan in den Achtzigerjahren: Ausgerechnet an der Elite-Uni in Taipeh erwacht die Gegenkultur. Nachdem das Kriegsrecht aufgehoben ist, bricht die Jugend auf. Sie will leben und lieben wie sie will. Aber wie geht das eigentlich: Freiheit?

Die Studentin Lazi liebt Frauen – und wehrt sich dagegen. Es ist schließlich verboten, Sünde, "verdorbene Nahrung". Aber ihre Liebe zu der etwas älteren Shui Ling wird zur Obsession. Die beiden ringen heftig mit- und umeinander. Als Grenzen verletzt sind, flüchtet Lazi zu einer Clique schillernder Außenseiter*innen, aber auch sie kämpfen mit sich und dem Leben. Da taucht eines Tages ein Krokodil in Menschenkleidern auf, das gern Pelze streichelt und am liebsten Windbeutel frisst. Und es gibt immer mehr Krokodile!

Die "Aufzeichnungen eines Krokodils" avancierten im asiatischen und amerikanischen Raum der Overseas Chinese Community zum Kultbuch. Der Spitzname Lazi steht dort heute für "Lesbe", das Krokodil gilt als Symbol für trans Menschen.

Radikal und visionär


"Aufzeichnungen eines Krokodils" ist im Ulrike Helmer Verlag erschienen

Der leidenschaftliche, mit literarischen Formen wie Tagebuchnotizen, Aphorismen, allegorischen Einschüben sowie (Genre-)Grenzen spielende Roman einer großen chinesischsprachigen Autorin ist voller Scharfsinn und skurrilem Witz, erzählt aber auch ganz offen vom Schmerz ihrer Zeit.

Eine Leseprobe von "Aufzeichnungen eines Krokodils" gibt es auf der Verlagsseite.

Die Autorin Qiu Miaojin (1969-1995) studierte in Taipeh und ging für ein weiterführendes Studium der Klinischen Psychologie nach Paris, wo sie (u.a. bei Hélène Cixous) auch Gender Studies studierte, daneben schrieb sie und filmte. 1995 beging sie mit nur 26 Jahren Selbstmord. Die junge Autorin, die für ihre Kunst und ihre sexuelle Orientierung starb, aber für die Hoffnung und die Liebe lebte, avancierte durch ihre post­hum veröffentlichten Romane zur LGBTI-Ikone. Heute wird sie darüber hinaus als eine visionäre Schriftstellerin der Moderne wieder­entdeckt und literarisch gewürdigt. Qiu Miaojin schrieb, wie sie lebte: ohne Kompromisse.

Die Übersetzerin Martina Haase, 1961 geboren, studierte Sinologie, Kunstgeschichte und ostasiatische Kunstgeschichte in Hamburg und auf Taiwan und arbeitete als Übersetzerin und Dolmetscherin für Chinesisch. Sie übersetzte unter anderem Li Ang, Lung Ying-tai, Lia Yiwu und den Literaturnobelpreisträger Mo Yan. (cw/pm)

Infos zum Buch

Qiu Miaojin: Aufzeichnungen eines Krokodils. Roman. 340 Seiten. Softcover. Format: 12,8 x 21,1 cm. Ulrike Helmer Verlag. Roßdorf 2020. Taschenbuch: 20,00 € (ISBN: 978-3-89741-441-9). Ebook: 8,99 €.