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Ende der Beugehaft
Chelsea Manning ist eine freie Frau
Ein US-Bundesgericht ordnete die sofortige Freilassung der früheren Wikileaks-Informantin an. Zuvor hatte sie einen Suizidversucht unternommen.

Chelsea Manning hat bereits einen großen Teil ihres Lebens hinter Gittern verbringen müssen (Bild: Twitter / @xychelsea)
- 13. März 2020, 02:26h 2 Min.
Ein US-Bundesgericht hat die sofortige Freilassung der früheren Wikileaks-Informantin Chelsea Manning aus dem Gefängnis verfügt.
In der Anordnung von Richter Anthony Trenga in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia hieß es, Mannings Aussage vor einem Geschworenengericht sei nicht länger notwendig. Damit entfalle auch die Notwendigkeit der Beugehaft. Mannings Anwälte hatten am Mittwoch mitgeteilt, die Whistleblowerin habe versucht, sich im Gefängnis das Leben zu nehmen. Sie wurde demnach in ein Krankenhaus gebracht, um sich dort zu erholen. Laut "New York Times" hat Manning bereits 2016 zwei Mal versucht, sich das Leben zu nehmen.
Seit Mai 2019 in Beugehaft
Manning sitzt seit Mai 2019 wegen Missachtung des Gerichts in einem Gefängnis in Alexandria in Beugehaft. Sie hatte sich geweigert, wie von einem Bundesrichter angeordnet vor einer Grand Jury über den Gründer der Enthüllungs-Plattform Wikileaks, Julian Assange, auszusagen (queer.de berichtete).
Die Whistleblowerin hatte Wikileaks 2010 Hunderttausende geheime Militärdokumente zukommen lassen. Es geht dabei um die US-Militäreinsätze und Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan. Manning war während des Einsatzes im Irak festgenommen worden. Sieben Jahre saß Manning in US-Militärhaft. Sie war 2010 in Untersuchungshaft genommen worden. 2013 wurde sie nach einem Teilgeständnis bei einem Militärgerichtsverfahren zu 35 Jahren Haft verurteilt, wegen Verstößen gegen Militärregeln, Diebstahls und Spionage.
Manning kam 2017 frei, nachdem der damalige US-Präsident Barack Obama die vorzeitige Freilassung angeordnet hatte (queer.de berichtete). 2013 hatte sie ihr Coming-out als trans Frau (queer.de berichtete). In der damaligen Haft im Militärgefängnis Fort Leavenworth, deren Bedingungen national und international scharf kritisiert worden waren, hatte Manning den Wunsch nach einer Geschlechtsanpassung bekannt gegeben, die ihr das Militär zunächst verweigerte. Nach einer Klage, einem Selbstmordversuch und einem Hungerstreik genehmigte das Pentagon ihr schließlich eine Hormonbehandlung. (cw/dpa)













