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Einzeleintrag aus:
Die "Siegessäule" ist gerettet



14.05, 17:05h

Queeres Jugendzentrum anyway braucht Spenden


Die Corona-Krise trifft auch das Kölner LSBT*Q-Jugendzentrum anyway mit voller Härte. Aufgrund entgangener Vermietungen, verschobener und abgesagter Benefizveranstaltungen und der Schließung des Cafébetriebes können keine Eigenmittel erzielt werden, teilte das Zentrum an der Kamekestraße am Donnerstag mit. "Es fehlen 32.870 Euro für unsere Arbeit mit LSBT*-Jugendlichen", so Geschäftsführer Jürgen Piger in einer Pressemitteilung. "In vielen unserer Projekte, die von der Kommune, dem Land NRW sowie von Stiftungen gefördert werden, sind Eigenmittel notwendig. Diese sind fast vollständig weggebrochen. Uns fehlt deshalb die Gegenfinanzierung zu teilgeförderten Projekten. Lohnkosten laufen aufgrund von Arbeitsverträgen aber trotzdem weiter."

Hinzu komme, dass das anyway aufgrund der Corona-Pandemie auch seine Arbeitsweisen anpassen musste. Seit der Ausgangsbeschränkungen ab Mitte März hat das Zentrum sein Angebot massiv im digitalen Bereich ausgebaut und virtuelle Beratungs- und Gruppenangebote geschaffen (Infos dazu, aktuell bei Facebook). Damit reagierte es auf den gestiegenen Beratungsbedarf und die hohe psychische Belastung, der LSBT*Q-Jugendliche ausgesetzt sind und waren. Dafür musste in Technik investiert werden. 


Auf seiner Webseite bietet das Zentrum ein Spendenformular mit zusätzlichen Informationen – über 19.000 Euro sind für die beliebte Anlaufstelle schon zusammengekommen. Ab Montag öffnet das anyway wieder langsam seine Türen für einen eingeschränkten Betrieb. "Wir haben hier einige Investitionen vornehmen müssen, damit ein Café-Betrieb möglich ist und Jugendliche sich entsprechend Corona-Schutzmaßnahmen begegnen können. Für sie ist das anyway das zweite Kinderzimmer und deshalb unglaublich wichtig", so Thomas Haas, Betriebsleitung des Cafés.

Einige langjährige Unterstützer haben bereits gespendet – ebenso die NRW Bank im Rahmen ihres sozialen Engagements. Aber das reiche nicht aus. "Es droht, dass wir in Zukunft unser Angebot und unsere Projekte zurückfahren müssen", sagt Piger. Das anyway unterstützt deshalb insbesondere auch Initiativen, demm gemeinnützigen Sektor mit staatlichen Rettungsmaßnahmen zu helfen.

Das anyway ist Europas ältestes und größtes LSBT*Q-Jugendzentrum. Es besteht seit 1998. Mehr als 1.500 Jugendlichen pro Jahr finden hier im Coming-out Unterstützung. Hinzu kommen 1.000 Schüler*innen, die jedes Jahr zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt durch das anyway-Aufklärungsteam weitergebildet werden. Damit leistet es auch einen wichtigen Beitrag für ein offenes und akzeptierendes Klima in der Stadt. Mit seinen verschiedenen Medienprojekten erreicht das anyway außerdem Jugendliche auf der ganzen Welt im Coming-out. Allein die empowernden Serien "Julian - junge Liebe anders" und "KUNTERGRAU" wurden mehr als 11,8 Millionen Mal angeschaut.



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