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Suchmeldung der Polizei

Vermisst: Wer hat Daniel gesehen?

Daniel Frauenberger engagierte sich in queeren Projekten in Göttingen. Von einer Wanderung in Schulenberg im Oberharz kam der 27-Jährige nicht zurück.


In diesem Outfit brach Daniel am Sonntagmorgen zu seiner Wanderung auf (Bild: Polizei Goslar)

Seit Sonntagmorgen wird der 27-jährige Daniel Frauenberger aus Göttingen vermisst. Er war in einer Pension in Schulenberg im Oberharz untergebracht und von dort gegen 7 Uhr zu einer Wanderung aufgebrochen, seitdem fehlt von ihm jegliches Lebenszeichen.

Frauenberger, der sich u.a. in queeren Bildungsprojekten, engagierte, ist schlank (50-60 kg), hat kurze braune Haare und war beim Verlassen der Unterkunft mit einer schwarzen Jacke, eine blaue Mütze mit Adidas-Logo und grauen Wanderstiefeln bekleidet, zudem führte er einen braunen Rucksack mit sich.

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Suchmaßnahmen bislang ohne Erfolg

Entprechend durchgeführte Suchmaßnahmen in und um Schulenberg, an denen sich u.a. auch die Bergwachtgruppe Clausthal-Zellerfeld, ein Mantrailer-Hundeführer der Polizeidirektion Lüneburg sowie der Ortsbrandmeister der Gemeinde Schulenberg beteiligten, und Ermittlungen der Polizei Oberharz und der sachbearbeitenden Fachkommissariats 1 der Polizeiinspektion Goslar blieben bislang ohne Erfolg.

Personen, die den Vermissten seit dem gestrigen Sonntag gesehen haben oder Angaben über seinen derzeitigen Aufenthaltsort machen oder andere sachdienliche Hinweise können, die eine Feststellung der Person ermöglichen, werden gebeten, sich unter Tel. (05321) 7339-0 mit der Polizei Goslar in Verbindung zu setzen.

Die Vermisstenmeldung teilte auch der LGBTI-Verein Gerede aus Dresden, wo sich Frauenberger vor seinem Umzug nach Göttingen engagierte. (cw/ots)

VERMISST // Liebe alle, unser Freund* Daniel wird seit gestern vermisst! Bitte teilt und streut diese Meldung – vielen Dank! Weitere infos gibt es hier: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/56518/4548549

Gepostet von Gerede E V Dresden am Montag, 16. März 2020
Facebook / Gerede E V Dresden



#1 saltgay_nlProfil
  • 17.03.2020, 20:06hZutphen
  • Hm, nicht gut. Diese Gegend ist sehr weitläufig. Ich würde auf alle Fälle die noch offenen Stollen und Schachtpingen in Mittel- und Oberschulenberg kontrollieren. Ganz extrem wäre es, wenn er durch Zufall den Tiefen Schulenberger Stollen aufgefunden hat. Der war schon vor 30 Jahren äußerst gefährlich. Aber wahrscheinlich ist der Eingang komplett verbrochen. Falls die Stollen am Einlauf der Okertalsperre zum Dietrichsberg nicht geschlossen wurden, obwohl das Oberbergamt da sehr aktiv war, müsste da nachgeschaut werden, das würden auch Hunde nicht aufspüren. Meist sind die aber bei Normalwasserstand gar nicht zugänglich.

    Ist aber nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. Nicht nur bei Herzanfällen, die so manchen Eingeborenen im Wald die letzte Ruhestätte bescherte. Früher dienten die offenen Schächte auch gern dazu sein Leben wirksam abzukürzen. Die Trauerfeier entfiel meist, wegen der Teufe. Das war auch für die Feuerwehrleute besser, die bei Stürzen von der Hauptsperrmauer die Leichen bergen mussten, bis vor einigen Jahren Fangvorrichtungen angebracht wurden.
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#2 FinnAnonym
  • 18.03.2020, 15:06h
  • Antwort auf #1 von saltgay_nl
  • Ich kenne mich damit leider gar nicht aus.

    Sind das so Stollen, wo man aktiv reingehen muss und dann vom Wasser überrascht werden kann (wie voriges Jahr die Fußball-Kids in Thailand) oder den Weg raus nicht mehr findet?

    Oder sind das Löcher, wo man versehentlich reinfallen kann?

    Und in beiden Fällen: kann man sowas nicht komplett verfüllen, um solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden? Oder haben die noch eine Funktion? Und wozu wurden die überhaupt angelegt?

    Aber vor allem:
    hoffentlich wird der Vermisste noch rechtzeitig gefunden und wird wieder ganz gesund.

    Ich hoffe, dass auch in Zeiten der Corona-Krise weitergesucht wird.
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#3 TomCLZAnonym
  • 18.03.2020, 16:00h
  • Das Foto - das ist doch am Jägersbleeker Teich? Wohne in Clausthal und fahre da hin und wieder mit dem MTB lang.

    Auf irgend einem Waldweg wird er wohl nicht liegen, da wäre bei dem schönen Wetter innerhalb von drei Tagen wohl mal jemand lang gekommen.
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#4 saltgay_nlProfil
  • 18.03.2020, 22:30hZutphen
  • Es handelt sich dort um den sogenannten Schulenberger Gangzug, der zu einem Haupterzgangzug von Hahneklee-Bockswiese- Schulenberg südöstlich streicht und in der Nähe des Okergranites vertaubt. Um 1900 fand dort ein starker Bergbau statt. In Oberschulenberg beißt der Gang über Tage aus und in der Spalte sind noch Quarzkristalle zu finden. Da besteht Unfallgefahr, aber es kommen häufiger Menschen vorbei. Der Tiefe Schulenberger Stollen befindet sich am Fuß des Hanges, war aber schon vor über 20 Jahren so einsturzgefährdet, dass ein Kommilitone von mir die Befahrung abgebrochen hat. Von dort aus kommt man unter Tage nach Mittelschulenberg. In Mittelschulenberg befanden sich zwei offene Schächte, die damals durch einen Maschendrahtzaun vor Wild gesichert waren. Dort ging es gut 90 m abwärts. Da hat sich mindestens ein Student reingestürzt. In den 80er Jahren begann das Oberbergamt dann Stollen zu vergittern. Das war eine Heidenarbeit. Nicht alle Stollen wurden so gesichert. Vor 13 Jahren war z.B. der Wasserlauf zwischen Ober- und Mittelschulenberg noch befahrbar. Der ist auch leicht zu finden. Der von mir beschriebe Herzog-August-Wilhelm Stollen liegt im Einzugsbereich der Talsperre am Langetal. Er ist je nach Wasserstand befahrbar. Bei Niedrigwasser brauchte ich aber dennoch Watstiefel. Dann ist noch ein weiterer Stollen im Lange Tal, der aber wohl verbrochen ist. Es bleibt im Bereich des Jägersbleeker Teiches eigentlich nur noch der Coventshaier Wasserlauf übrig. Der müsste aber excellent gewartet sein, weil nach der Übernahme des Wasserregals durch die Harzwasserwerke das komplette Wasser Richtung Okertalsperre dort abgeleitet wurde.

    Alte Wasserläufe dagegen sind mordsgefährlich und zählen zu den unangenehmsten Erfahrungen, die ich mit Stollenbefahrungen erlebt habe.
    Es ist immer die Frage, wie stabil ist das Deckgebirge und wer sich nicht auskennt mit den Gesteinen und eventuell an der falschen Stelle pickt, kriegt schnell etwas auf den Kopf. Da kann auch schon mal die Firste herunterkommen und dann findet einen kaum jemand mehr.

    Wassereinbrüche sind kein Thema in diesem Gebiet.

    Hoffe, ich konnte die Fragen beantworten.
    Glück Auf!
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#5 FinnAnonym
  • 19.03.2020, 12:31h
  • Antwort auf #4 von saltgay_nl
  • Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen.

    >>> Alte Wasserläufe dagegen sind mordsgefährlich und zählen zu den unangenehmsten Erfahrungen, die ich mit Stollenbefahrungen erlebt habe. <<<

    Heißt Befahrung mit einem Fahrzeug da durch fahren? Oder ist das Bergmannssprache für Begehung oder so?

    Wollen wir hoffen, dass er noch gefunden wird und alles gut wird.
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#6 saltgay_nlProfil
  • 20.03.2020, 08:26hZutphen
  • Danke für die Rückmeldung. Der Bergmann fährt immer. Egal, ob zu Fuß, in der Grubenbahn, dem Fahrzeug oder Förderband. Der Fahrschacht ist der Schacht, wo der Förderkorb Personen, Maschinen und das gewonnene Material zu Tage bringt. Nicht zu verwechseln mit dem Wetterschacht, der für die Grubendurchlüftung (Bewetterung) zuständig ist. Beispiel ist Schacht Konrad in Salzgitter. Auf der untersten noch befahrbaren Sohle herrscht durch eine geophysikalische Anomalie eine Temperatur von 50°C. Durch die Bewetterung, der Wetterschacht steht auf dem Hüttengelände, ziehen die Wetter durch den Grubenbau und kühlen ab auf ca. 28°C.

    Das ist übrigens der Knackpunkt für die Einlagerung, weil im Falle unerwünschter Kontamination radioaktive Spaltprodukte in die Umgebungsluft gelangen.

    Jetzt muss ich aber noch einmal Reklame machen, weil ein Teil meiner Bekannten sich vor Ort im Bergwerksmuseum in Zellerfeld engagieren. Bei einer Besichtigung dort wird man mit den Harzer Bergmannsbegriffen und -leben bekannt gemacht.

    Wenn es also mal wieder so ein Wetter mit Schneeregen, nasser Kälte und Wind gibt, dann ist ein Besuch dort empfohlen. Dann kann es einem auch egal sein, dass im Harzvorland schon die Obstbäume blühen.
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#7 Jonas HAnonym
  • 20.03.2020, 19:05h
  • Antwort auf #6 von saltgay_nl
  • Hallo,
    vielen Dank für die wertvollen Informationen über diese Stollen und Löcher in dieser Gegend! Ich bin Teil eines großen Freund*innen-Kreises zur Unterstützung von Daniels Suche. Wir finden, dass diese Infos sehr, sehr wichtig sind, deshalb sind wir total dankbar!
    Ist es dir möglich, diese Infos der Polizei (Nummer steht oben im Artikeltext) mitzuteilen und den Hinweis, dass dort auf jeden Fall nochmal gesucht werden sollte?
    Wenn das nicht geht, versuchen wir mit Dir Kontakt aufzunehmen und wir geben die Infos weiter. Du scheinst aber extrem viel Expertise zu haben, die nicht verloren gehen sollte, wenn wir erst telefonieren/schreiben müssen.
    Vielen Dank nochmal für Deine Anregungen!
    Jonas
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