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Darmstadt

Hessen: Trans Frau musste in Abschiebeknast für Männer

In der nur für Männer vorgesehenen "Abschiebungshafteinrichtung" in Darmstadt wurde in der vergangenen Woche auch eine trans Frau untergebracht. Für Polizei und Innenministerium ist sie bis heute ein Mann.


Protestschild bei einer Demo gegen Abschiebungen (Bild: Ivan Radic / flickr)

Die Unterbringung einer trans Frau in der nur für Männer vorgesehenen hessischen "Abschiebungshafteinrichtung" in Darmstadt sorgt für heftige Kritik. Der Vorfall zeige, "dass auch hier in Darmstadt Menschen- und Selbstbestimmungsrechte angeblich 'abzuschiebender' Menschen missachtet werden", erklärte das lokale Bündnis "Community 4 All", das sich für die Schließung der Einrichtung einsetzt. Auf die inhaftierte trans Frau seien Mitglieder in der vergangenen Woche "zufällig bei einem Besuch im Gefängnis" aufmerksam geworden.

Gegenüber der "Frankfurter Rundschau" bestätigten das Polizeipräsidium Südhessen und das hessische Innenministerium die anderthalbtägige Unterbringung der trans Frau. Anschließend sei sie abgeschoben worden – in welches Land, ist nicht bekannt.

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Behörden weder sensibel noch differenziert

Informationen oder Aussagen zur Frage, ob die trans Frau von Mitgefangenen oder dem Wachpersonal diskriminierend behandelt wurde, liegen ebenfalls nicht vor. Polizei und Ministerium behaupteten gegenüber der "FR", das Personal der Abschiebeeinrichtung sei "für den Umgang mit Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung sensibilisiert" und treffe die notwendigen Maßnahmen "aufmerksam und differenziert". In den Stellungnahmen der Behörden wurde die trans Frau allerdings als "transsexueller Mann" misgendert. Bis zur Abschiebung habe sie sich "hauptsächlich im eigenen Haftraum" aufgehalten, "und es kam zu keinen beobachtbaren Schwierigkeiten".

Der Darmstädter Abschiebeknast wurde 2018 eröffnet. Derzeit gibt es 20 Haftplätze, bis Ende des Jahres sollen diese auf 80 aufgestockt werden. Die Betroffenen können sie sich innerhalb der Einrichtung frei bewegen und dürfen Internet und Telefon nutzen. Dennoch kam es in Darmstadt immer wieder zu Protesten gegen die Haftbedingungen. Zuletzt eskalierte die Situation am vergangenen Wochenende, nachdem aufgrund der Corona-Pandemie die Abschiebeflüge der meisten Inhaftierten ausgesetzt, die Betroffenen jedoch zunächst nicht entlassen wurden.

In ihrem Koalitionsvertrag hatten die beiden Regierungsparteien CDU und Grüne versprochen, dafür zu sorgen, "dass in Hessen alle sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten respektiert und wertgeschätzt werden" (queer.de berichtete). (cw)



#1 AnonymAnonym
  • 18.03.2020, 08:07h
  • Schwarz-Grün lügen, wenn die nur das Maul aufmachen!

    Hessen ist als Land im Sinne der Genfer Flüchtlingskonventionen nicht sicher. LGBTI, etc. müssen dieses "Deutschland-Bild" vom "Asylgeber der Welt" aus den Köpfen rausbekommen. Den Letzten beißen die Hunde!

    Das, was unten bei herauskommt ist, wie in diesem Fall, die Realität. Was immer diese schwarz-grüne Regierung da oben redet!
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#2 Homonklin_NZAnonym
  • 18.03.2020, 09:33h
  • ""...ob die trans Frau von Mitgefangenen oder dem Wachpersonal diskriminierend behandelt wurde...""

    Mindestens wurde sie durch diese Art Unterbringung schon genug diskriminierend behandelt, und wenn man ihre Selbstdefinition einfach ignoriert hat.
    Eigentlich müsste man in D doch weiter sein. Allerdings sinkt das Umgangsniveau, sobald Jemand für Abschiebung aussortiert wurde, anscheinend sowieso ins Bodenlose, und die Leute werden so betrachtet, als wären sie bereits weg.

    Merkt man deutlich auch immer an den Begründungen, die für abgelehnte asylanträge teils kursieren.

    Ohne Näheres zu wissen, ist das allerdings schwierig einzuschätzen. Vermuten kann man viel.
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#3 TheDadProfil
  • 18.03.2020, 09:56hHannover
  • Antwort auf #1 von Anonym
  • ""Schwarz-Grün lügen, wenn die nur das Maul aufmachen!

    Hessen ist als Land im Sinne der Genfer Flüchtlingskonventionen nicht sicher.""..

    Wie auch schon im Artikel angeklungen ist : Darmstadt..

    Der "Ansprechpartner" in einem Asylverfahren ist der Bund, beauftragt damit das Bundesinnenministerium und sein BAMF..

    Hessen als Bundesland und auch Darmstadt sind hier nur "Erfüllungegehilfen"..

    Wenn schon protestieren, dann doch bitte an die richtige Adresse wenden, denn die Finanzierung für die Missstände liegt weder beim Land noch der Stadt, obwohl sie dafür ganz sicher Mitverantwortung tragen..

    Grundsätzlich gibt es hier dann noch anzumerken..

    Wenn nicht einmal bekannt ist aus welchem Land die Abgeschobene Frau stammt..
    Wie sieht es denn dann mit der Betreuung von LGBTTIQ*-Menschen unter den Geflüchteten insgesamt aus ?

    Wo liegen da die Missstände in der Betreuung, die dann auch dazu beitragen können das es zu solchen Abschiebungen kommt ?
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#4 Ralph
  • 18.03.2020, 10:19h
  • Wenn das Ministerium in Bezug auf diesen Vorfall sagt, das Personal sei für den Umgang mit Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierungen sensibilisiert, dann hat es auch 2020 noch immer nicht begriffen, dass Transidentität keine sexuelle Orientierung ist.
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#5 FinnAnonym
  • 18.03.2020, 14:59h
  • "Anschließend sei sie abgeschoben worden in welches Land, ist nicht bekannt."

    Vielleicht soll man das ja auch gar nicht wissen.

    Denn Union und SPD hatten ja behauptet, dass kein LGBTI in LGBTI-feindliche Staaten abgeschoben würden. Das haben die ja schon mehrfach gebrochen und vielleicht wollen sie in Zukunft dafür sorgen, dass man das gar nicht mehr erfährt.

    Aber ich finde es eh skandalös, in den aktuellen Corona-Zeiten hilfesuchende Menschen, die einmal hier sind, abzuschieben. Egal wohin.
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#6 RyluriAnonym
  • 18.03.2020, 16:02h
  • Passt zu Deutschland und seinen Trans Gesetzen.
    Dank der aktuellen Krise dürfte es jetzt noch länger dauern bis sich da was tut. Das Dritte Geschlecht wird hier ja auch nicht ernst genommen, also zumindestens ich sehe bei fast allen Flyern immer nur die Option Männlich oder Weiblich.
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