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Corona-Pandemie

Eurovision Song Contest 2020 abgesagt

In diesem Jahr fällt der beliebte Wettbewerb erstmals seit seinem Beginn 1956 aus.


Die Bühne in Rotterdam hätte unter anderem eine innovative semi-transparente LED-Wand geboten (Bild: EBU)

2020 wird es keinen Eurovision Song Contest geben. Wie die European Broadcasting Union am Mittwoch bekannt gab, würden die weiteren Arbeiten an den diesjährigen Live-Shows in Rotterdam nicht weitergeführt. Man führe Gespräche, dass der Wettbewerb im nächsten Jahr in der Stadt ausgetragen werden könnte.

Die schwere Entscheidung hatte die Referenzgruppe der EBU nach einer Besprechung am Dienstag mit Vertretern der teilnehmenden Sender, der Stadt Rotterdam und des niederländischen Fernsehens getroffen. Zur Debatte hatten unter anderem auch eine Verschiebung um einen oder mehrere Monate oder eine Austragung ohne Publikum gestanden – wie viele andere Möglichkeiten waren die Ideen mit eigenen Fragezeichen oder Einschränkungen verbunden. Der Aufbau in der Arena Rotterdam Ahoy hätte regulär Anfang April, die erste Probenwoche mit angereisten Landesdelegationen und Presse- und Fanvertretern Anfang Mai begonnen.

Die EBU lässt noch offen, was mit den bereits ausgewählten 41 teilnehmenden Songs geschehen könnte. Die Regeln des Contest verhindern eigentlich, dass die Künstler mit den gleichen Beiträgen antreten könnten – sie wären auch nicht mehr aktuell. Vermutlich soll jeder Sender selbst entscheiden, ob er Künstler erneut antreten lässt, dann wohl mit neuen Songs. Damit könnten in der nächsten ESC-Saison zugleich etliche der bei Fans beliebten Vorentscheide entfallen.

Twitter / Eurovision

Wie andere Länder hatten die Niederlande in den letzten Tagen das öffentliche Leben aufgrund der Corona-Pandemie stark eingeschränkt und unter anderem Bars und Geschäfte geschlossen. Aufgrund von Einreisebeschränkungen wurden bereits vor wenigen Tagen die Arbeiten an den Video-Postkarten eingestellt, mit denen sich ESC-Teilnehmer in niederländischen Locations vorstellen sollten – die kurzen Filme werden während den Umbauten auf der Bühne gezeigt.

Playlist-Direktlink | Alle 41 Beiträge des Wettbewerbs als Youtube-Playlist

In den letzten Wochen waren bereits von Fans jährlich organisierte Konzerte und Partys mit ESC-Teilnehmern abgesagt worden, darunter die London Eurovision Party und Eurovision In Concert in Amsterdam.

"Wir sind sehr stolz auf den Eurovision Song Contest, der seit 64 Jahren Menschen in ganz Europa vereint. Und wir sind zutiefst enttäuscht über diese Situation", so Jon Ola Sand in seinem letzten Jahr als Executive Supervisor der Show. "Die EBU zusammen mit den Host Broadcastern NPO, NOS, AVROTROS und die Stadt Rotterdam werden weiterhin darüber sprechen, ob es möglich ist, den Eurovision Song Contest 2021 in Rotterdam auszurichten." Man bedauere die Situation sehr. "Aber ich kann Ihnen versprechen: Der Eurovision Song Contest wird stärker als je zuvor zurückkehren."

Planung war weit fortgeschritten

41 Länder sollten beim bereits 65. Song Contest antreten, 26 von ihnen im Finale am 16. Mai. Der NDR hatte vor wenigen Wochen Ben Dolic mit "Violent Thing" als deutschen Beitrag bekannt gegeben. Für Irland sollte die lesbische Sängerin Lesley Roll auftreten, für die Gastgeber der schwule Sänger Jeangu Macrooy (queer.de berichtete). In den letzten Tagen gab es Empörung über den russischen Beitrag: In einem früheren Tourvideo hatte die St. Petersburger Band Little Big Teilnehmer eines CSD verspottet und beleidigt (queer.de berichtete).

Direktlink | Bei den Wettbüros lag zuletzt der bulgarische Beitrag vorne

Der ESC in Rotterdam hätte unter dem Motto "Open Up" stattfinden sollen. Die Niederlande waren am Zug, nachdem ihr Vertreter Duncan Laurence mit "Arcade" den Wettbewerb im letzten Jahr in Tel Aviv gewonnen hatte. Zuletzt hatte das Land den Contest 1980 in Den Haag ausgetragen (statt des Vorjahressiegers Israel) und 1975 gewonnen (Teach-In mit "Ding-a-dong"). (cw)



#1 FinnAnonym
  • 18.03.2020, 14:55h
  • Schade, aber absehbar.

    Und die Gesundheit (und in diesem Fall sogar Menschenleben) gehen vor.

    Vielleicht hätte man mal überlegen können, ob man es nicht in den Spätsommer oder Herbst verlegen könnte, aber das sind natürlich langfristige Planungen und wenn es dann immer noch nicht möglich wäre, wäre der finanzielle Verlust noch größer.

    Eine andere Alternative wäre gewesen, das ohne Publikum stattfinden zu lassen und die Teilnehmer strikt zu separieren. Aber ob es dann noch dasselbe gewesen wäre, ist auch fraglich.

    Ich hoffe, dass der ESC nächstes Jahr wieder stattfinden kann und dass bis dahin die Krise überwunden ist. Es wäre eine schöne Idee, wenn man jeden, der bis dahin noch mit seinem Beitrag antreten möchte, dies auch ermöglichen würde.
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#2 Johann 2Anonym
  • 18.03.2020, 16:17h
  • Gut daß abgesagt wurde. Nicht gut daß keine "online-Version" draus wurde. Wie schon viele vorgeschlagen haben. Jedes Land präsentiert in seinem Land im TV-Studio ohne Zuschauer. Online Voting und Jury Voting macht jeder alleine zu Hause. Zu gucken machen auch Millionen zu Hause (es gibt sowieso Ausgangssperre). So hätte es mit den beiden Semi Finals und dem Grand Finale sein können. Die Künstler wären bekannt geworden wie immer - mit ihren aktuellen Songs.
    Was soll das bringen 2021 in Rotterdam mit den gleichen Songs von 2019/2020. Langweilig und gegen die Regeln. Was wenn ein Land aber ein anderes Lied schicken will. Was mit den Ländern, die 2020 nicht mit machen wollten aber vielleicht 2021. Nein. Das war unüberlegt von der EBU komplett abzusagen ohne eine Internetversion des ESC.
    Dann eben 2021 komplett neu! Reset-Taste. Einfach beginnen wie jedes Jahr.
    Wie sagt man immer Nachdem ESC ist vor dem ESC.
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#3 Stephan KölnAnonym
  • 18.03.2020, 17:43h
  • OMG .. jetzt wird die Selbstmordrate unter Schwulen vermutlich dramatisch ansteigen ...... Wenn jetzt noch die CSD ausfallen, ist das wohl das Ende der schwulen Welt ......
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#4 AnonymAnonym
  • 18.03.2020, 18:05h
  • Man könnte zumindest die Songs in einem Album veröffentlichen und verkaufen - und sei es, um das Geld zu spenden oder einfach wieder den teilnehmenden Ländern zurückzuführen (für die nächste Produktion).
    Alternativ könnte in dem Ausnahmefall die EBU, die Regeln auch mal lockern und die Länder entscheiden lassen, ob diese mit dem Künstler und dem Lied noch einmal antreten wollen (einige Lieder sind ja zeitlos und das Ganze hat ja schon viel Geld gekostet).
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#5 FilipProfil
  • 18.03.2020, 18:48hHamburg
  • Antwort auf #3 von Stephan Köln
  • " OMG .. jetzt wird die Selbstmordrate unter Schwulen vermutlich dramatisch ansteigen ..."

    Wer weiß? Vielleicht aber auch unter unabhängig ihrer sexuellen Identität wirtschaftlich dann Abgehängten? Hoffen wir auf die richtigen Maßnahmen! Da ist mir gerade nicht so zum Lachen zumute.

    "Wenn jetzt noch die CSD ausfallen, ist das wohl das Ende der schwulen Welt ... "

    Nö! Sorgen mache ich mir eher allgemein um die schwule Szene (Clubs, Kneipen usw.). Die, wie ja bereits in anderen Artikeln als schrumpfend beschrieben wurde. Und von einigen Kommentatoren sogar mit teilweise Aussagen wie "selber Schuld" quasi fast als verzichtbar eingestuft wurde (augenroll).

    Zu empfehlen ist hierzu der Nollendorf Blog"After Corona: Das Versprechen"
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#6 JarJarProfil
  • 20.03.2020, 19:50hKiel
  • Unverständliche Entscheidung, die Zuschauer stimmen doch ab, warum halt nicht einfach ohne Publikum die Künstler auftreten lassen? Ist doch für das Fernsehen egal und die Leute haben zu Hause was zu gucken, wenn sie dann noch drin sein müssen.
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