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Corona-Pandemie
Eurovision Song Contest 2020 abgesagt
In diesem Jahr fällt der beliebte Wettbewerb erstmals seit seinem Beginn 1956 aus.

Die Bühne in Rotterdam hätte unter anderem eine innovative semi-transparente LED-Wand geboten (Bild: EBU)
- 18. März 2020, 13:42h 3 Min.
2020 wird es keinen Eurovision Song Contest geben. Wie die European Broadcasting Union am Mittwoch bekannt gab, würden die weiteren Arbeiten an den diesjährigen Live-Shows in Rotterdam nicht weitergeführt. Man führe Gespräche, dass der Wettbewerb im nächsten Jahr in der Stadt ausgetragen werden könnte.
Die schwere Entscheidung hatte die Referenzgruppe der EBU nach einer Besprechung am Dienstag mit Vertretern der teilnehmenden Sender, der Stadt Rotterdam und des niederländischen Fernsehens getroffen. Zur Debatte hatten unter anderem auch eine Verschiebung um einen oder mehrere Monate oder eine Austragung ohne Publikum gestanden – wie viele andere Möglichkeiten waren die Ideen mit eigenen Fragezeichen oder Einschränkungen verbunden. Der Aufbau in der Arena Rotterdam Ahoy hätte regulär Anfang April, die erste Probenwoche mit angereisten Landesdelegationen und Presse- und Fanvertretern Anfang Mai begonnen.
Die EBU lässt noch offen, was mit den bereits ausgewählten 41 teilnehmenden Songs geschehen könnte. Die Regeln des Contest verhindern eigentlich, dass die Künstler mit den gleichen Beiträgen antreten könnten – sie wären auch nicht mehr aktuell. Vermutlich soll jeder Sender selbst entscheiden, ob er Künstler erneut antreten lässt, dann wohl mit neuen Songs. Damit könnten in der nächsten ESC-Saison zugleich etliche der bei Fans beliebten Vorentscheide entfallen.
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Eurovision Song Contest (@Eurovision) March 18, 2020
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Wie andere Länder hatten die Niederlande in den letzten Tagen das öffentliche Leben aufgrund der Corona-Pandemie stark eingeschränkt und unter anderem Bars und Geschäfte geschlossen. Aufgrund von Einreisebeschränkungen wurden bereits vor wenigen Tagen die Arbeiten an den Video-Postkarten eingestellt, mit denen sich ESC-Teilnehmer in niederländischen Locations vorstellen sollten – die kurzen Filme werden während den Umbauten auf der Bühne gezeigt.
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In den letzten Wochen waren bereits von Fans jährlich organisierte Konzerte und Partys mit ESC-Teilnehmern abgesagt worden, darunter die London Eurovision Party und Eurovision In Concert in Amsterdam.
"Wir sind sehr stolz auf den Eurovision Song Contest, der seit 64 Jahren Menschen in ganz Europa vereint. Und wir sind zutiefst enttäuscht über diese Situation", so Jon Ola Sand in seinem letzten Jahr als Executive Supervisor der Show. "Die EBU zusammen mit den Host Broadcastern NPO, NOS, AVROTROS und die Stadt Rotterdam werden weiterhin darüber sprechen, ob es möglich ist, den Eurovision Song Contest 2021 in Rotterdam auszurichten." Man bedauere die Situation sehr. "Aber ich kann Ihnen versprechen: Der Eurovision Song Contest wird stärker als je zuvor zurückkehren."
Planung war weit fortgeschritten
41 Länder sollten beim bereits 65. Song Contest antreten, 26 von ihnen im Finale am 16. Mai. Der NDR hatte vor wenigen Wochen Ben Dolic mit "Violent Thing" als deutschen Beitrag bekannt gegeben. Für Irland sollte die lesbische Sängerin Lesley Roll auftreten, für die Gastgeber der schwule Sänger Jeangu Macrooy (queer.de berichtete). In den letzten Tagen gab es Empörung über den russischen Beitrag: In einem früheren Tourvideo hatte die St. Petersburger Band Little Big Teilnehmer eines CSD verspottet und beleidigt (queer.de berichtete).
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Der ESC in Rotterdam hätte unter dem Motto "Open Up" stattfinden sollen. Die Niederlande waren am Zug, nachdem ihr Vertreter Duncan Laurence mit "Arcade" den Wettbewerb im letzten Jahr in Tel Aviv gewonnen hatte. Zuletzt hatte das Land den Contest 1980 in Den Haag ausgetragen (statt des Vorjahressiegers Israel) und 1975 gewonnen (Teach-In mit "Ding-a-dong"). (cw)















Und die Gesundheit (und in diesem Fall sogar Menschenleben) gehen vor.
Vielleicht hätte man mal überlegen können, ob man es nicht in den Spätsommer oder Herbst verlegen könnte, aber das sind natürlich langfristige Planungen und wenn es dann immer noch nicht möglich wäre, wäre der finanzielle Verlust noch größer.
Eine andere Alternative wäre gewesen, das ohne Publikum stattfinden zu lassen und die Teilnehmer strikt zu separieren. Aber ob es dann noch dasselbe gewesen wäre, ist auch fraglich.
Ich hoffe, dass der ESC nächstes Jahr wieder stattfinden kann und dass bis dahin die Krise überwunden ist. Es wäre eine schöne Idee, wenn man jeden, der bis dahin noch mit seinem Beitrag antreten möchte, dies auch ermöglichen würde.