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Kondome und Toys gefragt

Was Corona mit Sex und Erotik macht

Die Deutschen hamstern nicht nur Klopapier und Nudeln – auch Kondome, Gleitgel und Sexspielzeuge verzeichnen deutlich steigende Verkaufszahlen. Das Streaming von Pornos stieg um bis zu 30 Prozent.


Masturbatoren sind derzeit gefragt

Quarantäne, Ausgehsperren und soziale Isolation: Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie verbringen viele Menschen mehr Zeit zu Hause. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es viele. Steigende Verkaufszahlen bei vielen Erotik-Onlineshops lassen Vermutungen darüber zu, womit sich der eine oder die andere derzeit die freie Zeit vertreibt. Gleichzeitig trifft die Krise viele Sexarbeiter*innen hart.

Sexspielzeuge etwa verkaufen sich derzeit besonders gut. Die Bestellzahlen bei dem Online-Erotikshop Eis.de haben sich eigenen Angaben zufolge parallel zum Auftauchen des Coronavirus verdoppelt. Auch im Onlineshop von Orion ist mehr los seit der Corona-Krise, sagt eine Sprecherin. Verkaufs-Hits seien derzeit ein Vibrationskissen und ein per Fernbedienung steuerbarer Paarvibrator.

Mehr Zeit für neue sexuelle Erfahrungen

Sexualtherapeutin Ulrika Vogt wundert das nicht. Ob allein oder mit mehreren, "beim Sex und besonders beim Orgasmus werden etliche positive Hormone ausgeschüttet. Das gibt den Leuten ein selbstbewusstes Gefühl und beruhigt, und das ist besonders jetzt wichtig", sagt Vogt. Menschen hätten nun mehr Zeit und könnten die unter anderem dafür nutzen, ihre eigene Sexualität zu erweitern, "und vielleicht auch die Spielzeugsammlung".

Auch der Kondomfabrikant Ritex merkt das Voranschreiten der Pandemie in Deutschland deutlich: "Wir verzeichnen tatsächlich im laufenden Monat einen drastischen Umsatzanstieg bei den Kondomen", teilt eine Sprecherin mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hätten sich die Umsätze fast verdoppelt. "Besonders stark haben sich Großpackungen verkauft." Auch Gleitgel werde mehr nachgefragt.

Dass in Deutschland neben Toilettenpapier und Nudeln auch Kondome gehamstert werden, vermutet auch der Berliner Kondomhersteller Einhorn. Seit dem vergangenen Wochenende steigen die Verkaufszahlen der fairen Kondome spürbar, sagt ein Sprecher.

Pornos für die kurzfristige Beruhigung

Auch Pornos stehen derzeit hoch im Kurs. So berichtet Erika Lust, Produzentin feministischer Pornos, dass mehr Menschen ihre Filme abrufen als sonst. Seit dem Covid-19-Ausbruch seien die Streaming-Zeiten auf ihren Plattformen um 20 bis 30 Prozent gestiegen. Das Erotikfilm-Portal "Pornhub" hatte vor einigen Tagen über Twitter verkündet, dass Menschen, die in Italien leben, nun bis Anfang April kostenlose Premium-Zugänge erhalten sollten.

"Das kann wirklich eine zumindest kurzfristige Beruhigungsmaßnahme sein", sagt Sexualtherapeutin Vogt. Auf vielen Portalen gebe es schon Corona-Unterkategorien, in denen Darsteller etwa Mundschutz und Plastikhandschuhe tragen würden. Danach werde besonders in Krisengebieten in Italien und Spanien häufig auf den einschlägigen Portalen gesucht.

Für einige Sexarbeiter*innen hat die Pandemie drastische Auswirkungen. "Ich habe einfach keine Arbeit", sagt Sexarbeiterin Marlen, die ihren vollen Namen an dieser Stelle nicht lesen möchte. Sie habe ein paar Rücklagen und könne zumindest ein paar Wochen pausieren. Andere könnten das nicht. Vor einigen Tagen haben Bund und Länder entschieden, Bordelle zu schließen. Viele Sexarbeiter*innen wohnen auch dort, einige hätten nun keine Unterkunft mehr, heißt es aus mehreren Beratungseinrichtungen. Sexarbeiter*innen, die keine andere Wahl hätten, gingen nun zu deutlich niedrigeren Preisen arbeiten. "Die ärmsten der Armen trifft es dann wieder besonders hart", sagt Marlen.

Mehr Nutzer*innen auf Tinder, Grindr & Co.

Die Empfehlung, soziale Kontakte einzugrenzen, scheint Dating-Apps nicht zu schaden: Bei Plattformen wie Tinder oder Grindr etwa ist mehr los als sonst. Viele Apps berichten, dass die Nutzungszahlen seit einigen Wochen steigen. Bei den meisten gibt es Warnhinweise: "Wir haben die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO in der App veröffentlicht", erklärte etwa ein Grindr-Sprecher. "Damit wollen wir den User*innen helfen, informierte Entscheidungen zu treffen".

Die schwule Dating-App Hornet empfiehlt seinen Nutzer*innen sogar, ein "soziales Netzwerk auf Distanz" zu pflegen. "Wir haben in der App eine Auswahl von Newsbeiträgen geteilt und Nachrichten verschickt", meinte Unternehmensgründer Sean Howell gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Kleinen Läden macht die Pandemie das Leben hingegen schwer. Uwe Kaltenberg, Geschäftsführer des Bundesverbands Erotikhandel, sorgt sich besonders um die Sexshops, die jetzt schließen müssen. Auch sie verkaufen Spielzeuge, Wäsche und allerhand Zubehör. Einen Online-Shop haben die meisten aber nicht. "Die haben kaum Rücklagen." Der Boom bei den einen bedeutet Krise für die anderen: Die Lage für die Inhaber sei "einfach katastrophal". (cw/dpa)



#1 BennyBunnyAnonym
  • 21.03.2020, 15:52h
  • Manche Menschen, die es ärmer trifft und die die die Unterkunft verloren haben, tun mir leid. Die obrigen Polit-Bonzen sagen zwar jetzt, keiner würde im Stich gelassen (finanzielle Aushilfen usw.), aber mal ehrlich - wie realistisch ist das?

    Ich selbst bin ein attraktiver und eigentlich ganz okay(er) Mensch, aber nicht nur in der Corona-Krise gibt es doch auch so nicht viel Weitblick und ernsthaftes Interesse an einer Beziehung bei GAYROMEO-Usern. Ja, schade. Viele haben Herz und wollen auch Liebe geben - ich z.B. Mich zwingt es auch unabhängig von Corona mir sexuelle Bedürfnisse zu erfüllen oder erfüllen zu müssen - ich habe den passenden Dildo zu Hause und was weiteres folgt bald.

    Die Menschen suchen Schutz, Sicherheit und...Geborgenheit. Wenn auch in Form von Sex. Ich kann es gut verstehen. Nicht nur Menschen in einer festen Beziehung haben eben Sehnsucht nach Sex. Danke für den Artikel, der ist fein.
    Und bin ich einsam, hab ich Lust,
    steck ich ihn wieder rein - gegen all den ganzen Frust. Lach :))))
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#2 CarstenFfm
  • 21.03.2020, 16:49h
  • debeste.de/121342/Coronasutra

    Sex in Zeiten von Corona. Große Menschen sind im Vorteil.
    Untenrum kann man es nicht übertragen - aber obenrum.
    Also Sex ist diesbezüglich auch nicht gefährlicher als Kuscheln, aber Kuscheln ist ja auch sehr gefährlich.
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#3 SchweigepdlichtAnonym
  • 21.03.2020, 20:09h
  • Schließen der Bordelle, und dadurch Sexarbeiter wohnungslos zu machen zeigt mal wieder, wie wenig durchdacht sowas ist. Da könnte sich die Politik großzügig zeigen, dafür sorgen, dass leerstehende Gebäude und Wohnungen für so Vertriebene geöffnet werden. Mal sehen, wie weit das soziale Engagement und die Solidarität gehen können.
    Ohne dass man der BILD verraten muss, wer von da so alles Kunde ist. Hihi.
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#4 andreAnonym
#5 TheDadProfil
  • 22.03.2020, 11:54hHannover
  • Am Ende solcher Krisen sind immer die gleichen Ergebnisse zu beobachten..

    Wie schon beim großem Stromausfall in New York 1977..
    Die Geburtenrate steigt an..

    Das werden wir auch hier wieder verzeichnen können..

    Was damals nicht durch die Presse ging :
    Auch die Scheidungsrate stieg an..

    Man darf also darauf gespannt sein, ab Weihnachten 2020 wird es einen "Baby-Boom" geben, ab Januar 2021 werden sich die Familiengerichte vermehrt mit Scheidungsanträgen befassen..
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#6 TheDadProfil
  • 22.03.2020, 12:01hHannover
  • Antwort auf #3 von Schweigepdlicht
  • ""Schließen der Bordelle, und dadurch Sexarbeiter wohnungslos zu machen zeigt mal wieder, wie wenig durchdacht sowas ist.""..

    Wie sozial sich die Behörden verhalten werden, wird man sehen wenn sich "Ausgangs-Beschränkungen" zu Ausgangssperren ausweiten..

    Was machen Wohnungslose Menschen in dieser Situation ?

    Wer nimmt sie auf, und vor allem WOHIN werden sie von der Polizei und den Ordnungs-Behörden geschickt ?

    Soziale Einrichtungen stehen vor dem Kollaps, Tagestreffs, Obdachlosen-Cafe's wo man mal Duschen oder seine Sachen waschen kann, oder Anträge an Ämter stellen, Ausweispapiere besorgen, und viele andere Hilfen erhält, stehen vor der Schließung..
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#7 FredericAnonym
  • 23.03.2020, 00:02h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • Beim Stromausfall weiß man, dass der Strom wieder angeht. Bei Corona weiß man dies nicht.

    Die Scheidungsraten werden ansteigen. Die Geburtenraten sicher nicht, denn in solch unsicheren Zeiten (insbesondere wirtschaftlich gesehen), wird niemand der halbwegs vernünftig ist, ein Kind in die Welt setzen.
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#8 TheDadProfil
  • 24.03.2020, 08:21hHannover
  • Antwort auf #7 von Frederic
  • ""Beim Stromausfall weiß man, dass der Strom wieder angeht. Bei Corona weiß man dies nicht.""..

    Die jetzige Krise ist durchaus vergleichbar mit der SARS-Pandemie vor ein paar Jahren, und die in den folgenden Jahren regelmäßigen Vogel-Grippe-Pandemien..

    Das wird genauso vorbei gehen, das ist nur eine Frage weniger Wochen oder Monate..

    ""wird niemand der halbwegs vernünftig ist, ein Kind in die Welt setzen.""..

    Ich kann mir nicht vorstellen das ein "Kinderwunsch" hinter jedem Neugeborenem steht, oder das Menschen ausschließlich "aus Vernunft" Nachwuchs zeugen..
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