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Neue Netflix-Serie

Rocky Horror Sigmund Show

Ab Montag auf Netflix: In seiner achtteiligen Serie "Freud" schickt Marvin Kren das Publikum auf einen albtraumhaften Achterbahn-Trip und präsentiert eine Melange aus Mystery, Thriller, Crime und Horror.


Robert Finster spielt den jungen Nervenarzt Sigmund Freud (Bild: Jan Hromadko / SATEL Film GmbH / Bavaria Fiction GmbH)
  • Von Dieter Oßwald
    22. März 2020, 09:17h, noch kein Kommentar

Hereinspaziert in die "Rocky Horror Sigmund Show". Den Gedanken an ein braves Biopic über den Über-Vater der Psychoanalyse sollte man sofort verdrängen. Regisseur und Koautor Marvin Kren hat multiple Horrorfilm-Erfahrung ("Blutgletscher", "Rammbock") sowie als Österreicher die zwanghafte Neigung zu Skurrilem.

In acht Folgen schickt Kren das Publikum auf einen albtraumhaften Achterbahn-Trip und präsentiert eine Melange aus Mystery, Thriller, Crime und Horror – auch für eine heimliche schwule Lovestory zwischen zwei Soldaten ist noch Raum.

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Mit Hypnosen auf Mörderjagd

Wir schreiben das Jahr 1886. Der 30-jährige Nervenarzt Doktor Freud (Robert Finster) steht noch am Beginn seiner Karriere. Um seine misstrauischen Kollegen von der Kraft der Hypnose zu überzeugen, soll seine Haushälterin die vermeintliche Patientin spielen. Das abgekartete Spiel mit Leonore misslingt. Bei dem fragilen Medium Fleur (Ella Rumpf) hingegen löst das Hypnotisieren unheimliche Fähigkeiten frei. Davon will auch das ungarische Aristokratenpaar Szápáry profitieren, das einen Anschlag auf den Kaiser plant.

Während sich Freud und sein Freund Arthur Schnitzler mit Koks und Partys vergnügen, wird Wien von einer Serie mysteriöser Morde erschüttert. Der kriegstraumatisierte Inspektor Kiss (Georg Friedrich) steht vor einem Rätsel. Da springt Freud freudig als Profiler ein und kommt mit Hilfe von Fleur samt ihren Halluzinationen dem Täter immer näher auf die Spur.

Für das Medium freilich haben die Seancen fatale Folgen. Die unterbewussten Geister, die Freud bei Fleur rief, werden nicht nur ihm bald zum Verhängnis: So mancher Macho wird seine sexuellen Übergriffe bitter bereuen.

Sittengemälde vor dem Untergang der Donau-Monarchie

Mit Mut zum wilden Erzählen präsentiert Regisseur Marvin Kren sein Sittengemälde vor dem Untergang der Donau-Monarchie. Die Fin-de-Siècle-Nachtfahrt verblüfft mit visuellem Einfallsreichtum sowie überzeugender Darsteller. Der surreale Bilderbogen reicht von einer Gruppe nackter Männer beim obskuren Blutritual über Kriegserinnerungen des Polizisten bis zum Kaiser, der vor seinen Verfolgern in einen Irrgarten flieht – "Shining" lässt grüßen.

Beiweilen ziemlich harte Kost wird bei brutalen Erschießungen geboten. Aber so ist das eben einmal auf einer Geisterbahn, die Freud wohl gefallen hätte – nicht nur, weil mit Brigitte Kren schon wieder die Mutter des Regisseurs mitspielt, so wie in allen seinen Filmen.

Direktlink | Offizieller Trailer zur Serie

Infos zur Serie

Freud. Serie. Österreich 2020. Regie: Marvin Kren: Darsteller. Robert Finster, Ella Rumpf, Georg Friedrich, Brigitte Kren. Acht Episoden à 55 Minuten. Sprache: deutsche Originalfassung. Untertitel: Englisch (optional). FSK 16. Ab 23. März 2020 auf Netflix