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Bits & Pretzels

Kevin Spacey ist Stargast bei Münchner Gründertreffen

Der tief gefallene Hollywood-Star soll am Wochenende die Eröffnungsrede bei einem virtuellen Gründertreffen halten. Seine Qualifikation: Er habe lernen müssen, wie man mit einer unvorhergesehenen Situation umgeht.


Kevin Spacey in seiner Paraderolle als Präsident Frank Underwood in der Streaming-Serie "House of Cards" (Bild: Netflix)

Kevin Spacey ist zurück: Der zweifache Oscar-Gewinner und Star aus der Netflix-Serie "House of Cards" soll am 29. März bei einem virtuellen Gründerfrühstück der Münchner Konferenz "Bits & Pretzels" eine Rede halten. Das Thema: Wie geht man mit ungewohnten Umständen um.

"In einem exklusiven Gruß an unsere Community teilt Kevin seine Gedanken über Widerstandsfähigkeit und wie der Umgang mit Unsicherheiten vergleichbar damit ist, was Existenzgründer erwartet, wenn sich die Situation plötzlich und drastisch ändert", heißt es auf Englisch auf der Facebookseite von "Bits & Pretzels". "Kevin ist ein Unterstützer seit 2016. Beziehungen, die durch gute und herausfordernde Zeiten andauern, bedeuten uns am meisten."

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Gepostet von Bits & Pretzels am Montag, 23. März 2020
Facebook / Bits & Pretzels

Gegen den 60-jährigen Spacey waren im Rahmen der #MeToo-Bewegung seit Herbst 2017 mehrere Vorwürfe sexueller Übergriffe laut geworden. Der Hollywood-Schauspieler soll es dabei auf junge Männer abgesehen haben. Die Welle ins Rollen gebracht hatte der offen schwule "Star Trek: Discovery"-Darsteller Anthony Rapp. Er berichtete, dass er vor drei Jahrzehnten als 14-Jähriger von einem angetrunkenen 26-jährigen Spacey bedrängt worden sei. Daraufhin veröffentlichte Spacey eine umstrittene Stellungnahme, in der dieser sich für die möglicherweise begangene Tat entschuldigte und sich als schwul outete (queer.de berichtete).

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"Keine einzige laufende Anklage" gegen Spacey

"Bits & Pretzels" hatte nach dem Beginn des Skandals nach außen hin die Beziehung zu Spacey gekappt und erklärt, man sei "schockiert über das mutmaßliche Verhalten" des amerikanischen Schauspielers. Offenbar war der Kontakt aber intern nie abgebrochen. Jetzt verteidigt das Gründerfestival das Engagement Spaceys mit den Worten: "Die Entscheidung über alle Anschuldigungen überlassen wir den Gerichten. Es gibt unserer Information nach keine einzige laufende Anklage. Auf der Bühne und außerhalb der Messehallen war Kevin Spacey immer ein verlässlicher Partner für uns und wir schätzen seine Unterstützung."

Tatsächlich wurde Spacey – anders als etwa Harvey Weinstein – nie rechtskräftig wegen der Anschuldigungen verurteilt. Die Staatsanwaltschaft in Massachusetts stellt etwa im Juli 2019 ein Missbrauchverfahren gegen Spacey ein (queer.de berichtete). Ende Dezember wurde auch eine Klage in Kalifornien zurückgezogen, weil das angebliche Opfer wenige Monate zuvor gestorben war. (dk)



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#1 m_phnxAnonym
  • 24.03.2020, 15:33h
  • Richtig so - es gilt auch weiterhin die Unschuldsvermutung, und selbst Straftäter müssen irgendwann wieder Teil der Gesellschaft werden. Eine dauerhafte Ächtung, dann auch noch auf unbewiesenen Geschichten basierend, ist einer modernen Zivilgesellschaft nicht angemessen.

    Ich hoffe, dass Spacey sein Verhalten am Set bessern konnte und er bald wieder in Produktionen sichtbar sein wird.
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#2 FilipProfil
  • 24.03.2020, 16:02hHamburg
  • Antwort auf #1 von m_phnx
  • Ich will Dir inhaltlich NICHT widersprechen, aber

    "Richtig so - es gilt auch weiterhin die Unschuldsvermutung, ..." um weiter später zu schreiben
    "Ich hoffe, dass Spacey sein Verhalten am Set bessern konnte...."
    widerspricht sich ein wenig, finde ich. Oder missverstehe ich hier etwas?
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#3 m_phnxAnonym
  • 24.03.2020, 16:28h
  • Antwort auf #2 von Filip
  • Jein. Das, sagen wir, anstrengende Verhalten am Set wurde ja tatsächlich bestätigt - damit meine ich aber explizit nichts strafrechtlich relevantes, sondern lediglich Spaceys Allüren. Und da er lt. eigener Aussage ja in Therapie/Beratung war, könnte sich ja auch da tatsächlich was bewegt haben.
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#4 TheDadProfil
  • 24.03.2020, 21:27hHannover
  • Antwort auf #3 von m_phnx
  • ""Jein. Das, sagen wir, anstrengende Verhalten am Set wurde ja tatsächlich bestätigt - damit meine ich aber explizit nichts strafrechtlich relevantes, sondern lediglich Spaceys Allüren.""..

    Und das hätte nun mit den erhobenen Anschuldigungen genau was zu tun ?

    Wenn sich eine Darstellende Person als "schwierig" erweist, dann hat das auch mit dem zu tun, wie Gesellschaft mit Menschen umgeht..
    Spacey ist ein Schwuler Mann, und da kommen all die Schieflagen zum Tragen die alle anderen LGBTTIQ*-Menschen auch zu überwinden haben..

    Sich dann darauf zu fokussieren ein Mensch wie er sei "schwierig" hat aber mit den erhobenen Vorwürfen so rein gar nichts zu tun..

    Andere "schwierige Menschen" in vielen anderen Bereichen sieht man dann ihre Attitüden nach ?

    Am Bestem macht man darauf Comedy..

    www.youtube.com/watch?v=zOAPw6BGO5U
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#5 PiakAnonym
#6 TheDadProfil
  • 25.03.2020, 08:35hHannover
  • Antwort auf #5 von Piak
  • Ich mache mir da keinen eigenen "Standard" drauf..
    Es gibt bislang keinen Richter der es als übergriffig ansah, ein Teil der Anschuldigungen sind derweil längst verjährt, und dann noch im Kontext der Zeit zu sehen, wenn Heute dann Beteiligte das als übergriffig ansehen, dann muß man die Vorwürfe ausführlich besprechen..
    Ob das vor einem Gericht sein muß, ist eine andere Frage, es gibt dort auch andere Möglichkeiten..

    Wie erwähnt gilt aber die Unschuldsvermutung, und vor dieser muß man dann auch Kevin Spacey eine Teilnahme an gesellschaftlichen Vorgängen gestatten, denn alles andere wäre ja auch so eine Art der "Selbstjustiz", die ich nicht billigen kann..
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#7 Leon 4Anonym
  • 25.03.2020, 08:37h
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • Ist hier ein wenig schwieriger, oder... Spacey hat sich ja erst nach Bekanntwerden der Vorwürfe geoutet... Und auf den Vorwurf "er hat mich angefasst als ich 14 war" mit "leute, ich bin schwul" zu antworten.... Findest du nicht dass das ein derbst fragwürdiges Statement ist....? Also, die Vorwürfe nicht zu bestreiten sondern den Vorwurf zu nutzen um sein eigenes coming out zu zelebrieren... Das war schon ein sehr merkwürdiger Text den er damals verfasst hat....

    Und das bleibt halt in der Wahrnehmung hängen....
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#8 TheDadProfil
  • 25.03.2020, 09:26hHannover
  • Antwort auf #7 von Leon 4
  • ""Ist hier ein wenig schwieriger, oder... Spacey hat sich ja erst nach Bekanntwerden der Vorwürfe geoutet...""..

    Den Zeitpunkt ihres ComingOuts bestimmen die Menschen immer noch selber..
    Erst neulich hat es ein Hundertjähriger Schauspieler in Polen getan, weil er vorher offenbar keine Veranlassung dazu sah..
    Das muß man dann auch einem Kevin Spacey zugestehen..

    Natürlich hat er hier missachtet, daß die Idee "ich bin schwul und mein opfer auch" gar nicht greift, denn Übergriff bleibt Übergriff..
    Doch ob das zu der damaligen Zeit überhaupt als Übergriff wahrgenommen worden ist, ist eine deutlich andere Frage die nur derjenige beantworten kann, dem dieser Übergriff gegolten hat..
    Der hat dann 30 Jahre dazu gebraucht um sich entsprechend zu äußern..

    Doch die Umstände dazu muß man ebenso kritisch betrachten..

    ""Also, die Vorwürfe nicht zu bestreiten sondern den Vorwurf zu nutzen um sein eigenes coming out zu zelebrieren...""..

    Das habe ich damals nicht so gesehen, das sehe ich auch Heute noch nicht so, es war kein "zelebrieren"..
    Es war sicher ein Reflex zur Verteidigung, angestoßen durch die ihm mögliche Wahrnehmung..
    Denn auch Kevin Spacey hat dazu seine eigenen Wahrnehmungsmöglichkeiten, und die sind den Umständen der damaligen gesellschaftlichen Situation geschuldet..

    Damit sind auch alle Vorstellungen die sich bei Licht betrachtet auf
    "ich bin ein kleines licht, er ein großer schauspieler" reduzieren lassen irrelevant..
    Auch ein solcher großer Schauspieler unterliegt dem gesellschaftlichem Druck einer Zeit in der es Illegal war Schwul zu sein..

    Doch das alles hat dann nichts damit zu tun ob sich eine Vereinigung wie "Bits & Pretzels" einen Menschen wie Kevin Spacey zu einem Gründertreffen einladen kann, oder nicht..

    Ich denke das ja..
    Denn so lange hier kein Urteil wie im Fall Weinstein vorliegt, muß man diesen Mann auch seine wirtschaftliche Unabhängigkeit zugestehen, alles andere ist "Selbstjustiz"..
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#9 PiakAnonym
  • 25.03.2020, 10:10h
  • Antwort auf #6 von TheDad
  • Ich bin auch gegen einen Spacey-Bann und die Vorwürfe von A.Rapp sind auch eher abwegig (was erwartet er, wenn er allein nach einer Party spätnachts im privaten Schlafzimmer auf den sturzbesoffenen Beschuldigten wartet - nicht betatscht zu werden?). Dennoch hatte Spacey in den Prozessen extrem viel Glück (mutmaßliches Opfer tot, verschwundene/unverwertbare Beweismittel). Aber davon rede ich gar nicht. Die nicht gerichtsförmigen Anschuldigungen über unangemessenes Verhalten an Set und Bühne sind Legion und erreichen quantitativ vielleicht sogar Weinstein-Niveau. Er ist deswegen freiwillig in Therapie, so dass die Unschuldsvermutung, die außerhalb von Gerichten ohnehin eher sinnlos ist, hier auch keine Rolle spielt.
    Er ist halt nur wahrscheinlich kein Vergewaltiger. Das macht den für mich entscheidenden Unterschied.
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#10 Leon 4Anonym
  • 25.03.2020, 10:35h
  • Antwort auf #8 von TheDad
  • Das will ich auch gar nicht bestreiten @ wirtschaftliche unabhängigkeit....

    Aber ich geb auch ganz ehrlich zu das aufgrund der Masse an Vorwürfen und seiner absolut skurrilen Reaktion ( für welche ich "zelebrieren" egtl schon für passend halte) ein Geschmäckle bleibt.... (wenn auch unbestreitbar ist das Spacey wohl wirklich ein guter Redner für das Thema ist)....

    Und natürlich ist coming out, Zeitpunkt etc jeden selbst überlassen und ne private Entscheidung, aber da dieses coming out eben auf entsprechende Vorwürfe erfolgte und er diese zu diesem Zeitpunkt auch nicht bestritt hat er in gewisser Form Kindesmissbrauch und Homosexualität ein einen Topf geworfen... Glücklicherweise haben die meisten "anständigen" Medien den Post auch dahingehend zerpflückt... Das war schon eine zumindest sehr fragwürdige Aktion!

    Allerdings, und das ist eben auch wahr: Es steht jedem frei die Veranstaltung zu besuchen, ein "Boykott" oä fände ich auch bullshit... Aber ich find sein Statement jetzt auch nicht weniger fragwürdige und geschmacklos wie wenn irgendwelche Rugbyspielern Homosexuellen mit der Hölle drohen etc..... Daher bin ich über die verschiedenen Reaktionen auch ehrlich überrascht, ich hätte eher erwartet das gerade die queere community da ihre Stimme erhebt....
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