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England

Teenager bei Grindr-Date mit 128 Messerstichen getötet: Mindestens 24 Jahre Haft

Der brutale Mord an einem 18-jährigen Schwulen hatte vergangenes Jahr England geschockt. Der zum Tatzeitpunkt minderjährige Täter kann nun frühestens 2043 damit rechnen, wieder in Freiheit zu kommen.


Alex Davies starb vergangenes Jahr bei einem Grindr-Date (Bild: Lancashire Police)

Ein Gericht in nordwestenglischen Preston hat einen jungen Mann am Dienstag zu einer Mindesthaftstrafe von 24 Jahren verurteilt, weil er vergangenen April sein 18-jähriges Grindr-Date Alex Davies brutal getötet hatte. Brian H., der zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alt war, war bereits am Montag von Geschworenen schuldig gesprochen worden. Die Jury brauchte weniger als eine Stunde, um sich auf den Schuldspruch zu einigen – und das, obwohl Ärzte beim Täter eine Nervenkrankheit diagnostiziert hatten.

H. hatte sein Opfer, einen Baumarkt-Angestellten, über die schwule Dating-App Grindr kennengelernt. Der gebürtige Litauer, der im Alter von sieben Jahren mit seiner Familie nach England umgezogen ist, hatte Davies zum Date auf einen mehrere Kilometer entfernten abgelegenen Hügel gelockt. Er hatte ihm erzählt, dass er noch nicht out sei und sich deshalb nur an einem "diskreten Ort" treffen wolle.

Auf dem Hügel stach der Täter dann mit einem Küchenmesser 128 Mal auf sein Opfer ein. Danach zog er den noch lebenden Davies in ein Versteck. Am selben Abend fuhr er mit seinem Geländefahrrad seelenruhig an einer Überwachungskamera vorbei – mit dem Rucksack des Opfers auf seinem Rücken. Das Opfer wurde drei Tage später von einem Wildhüter gefunden. Laut dem Autopsiebericht erstickte Davies qualvoll.

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Geldbeutel des Opfers beim Täter sichergestellt

Zwei Tage später wurde H. festgenommen. In seinem Haus fanden die Polizisten Kopfhörer, Handy und Geldbeutel samt Bankkarte des Opfers.

Gegenüber Ärzten habe H. angegeben, dass eine Stimme in seinem Kopf gesagt habe, dass ihm Gefahr drohe und er deshalb Davies attackieren müsse. Er habe das Messer nur auf den Hügel mitgenommen, um sich selbst zu schützen. Er sagte, er sei sexuell an Männern und Frauen interessiert gewesen, habe aber nie eine Beziehung gehabt. Mehrere Psychiater attestierten dem Angeklagten eine paranoide Schizophrenie, was allerdings von den Geschworenen ignoriert wurde.

Richter an Angeklagten: "Sie sind ein manipulativer, berechnender und hinterhältiger Mensch"

Richter Mark Brown erklärte laut britischen Medienberichten bei der Urteilsverkündung: "Alex war ein gutherziger, sanfter und hart arbeitender junger Mann, der nie jemandem Leid zugefügt hätte". Er wandte sich dann an den Angeklagten: "Sie haben ihn auf den Hügel gelockt und auf barbarische Art ermordet. Sie haben die Tat ohne Frage geplant. Sie sind ein manipulativer, berechnender und hinterhältiger Mensch." Da H. bereits knapp ein Jahr in Untersuchungshaft saß, kann er erstmals 2043 einen Antrag auf Haftentlassung stellen.

Weiter erklärte Brown, es sei ein glücklicher Umstand gewesen, dass H. festgenommen werden konnte, bevor er anderen Leid zufügte. Laut Polizei hatte H. nach dem Mord bereits mit vier weiteren Männern auf Grindr Kontakt aufgenommen, mit denen er sich ebenfalls im Freien treffen wollte.

Polizeikommissarin Tracey McMurdo rief anlässlich der Verurteilung dazu auf, beim Online-Dating vorsichtig zu sein: "Wir bitten Sie – sobald das Leben nach Corona wieder normal weiterläuft – Sicherheitshinweise zu beachten. Sie sollten ihr Date am besten an einem belebten Ort treffen, einem Freund oder Familienmitglied von ihren Plänen erzählen […] und möglicherweise ihren GPS-Standort auf ihrem Smartphone mit einem Freund oder Familienmitglied teilen." (cw)



#1 Homonklin_NZAnonym
  • 26.03.2020, 03:37h
  • Da verschlägt es einem die Sprache.

    Dass psychische Krankheit solchen Taten häufig eine gewisse Abmilderung der Schuldfähigkeit geben mag, ist zu Glück nicht überall im selben Umnachtungstrend. Auch mit der Krankheit und "Stimmen im Kopf" kann einer eben nicht machen, was diese grade anzuweisen scheinen. Das mit der Hinterhältigkeit ist bei der Art von Störungen ein Merkmal.

    Dass Leute sich bei dieser Datinggeschichte so leichtsinnig verhalten, steht auf einem anderen Blatt.
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#2 IckeAnonym
  • 26.03.2020, 08:34h
  • Leute, auch wenn der Chatpartner nett ist und ihr flicken wollt, das erste Treffen niemals bei euch, bei ihm oder irgendwo in der Natur oder an eibem verlassenen Ort. Immer erstmal abchecken wer da wirklich kommt und im Café oder sonst wo treffen.
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#3 Pink FlamingoAnonym
#4 TechnikerAnonym
#5 SarkastikerAnonym
#6 Albaboy
#7 Albaboy
#8 SqueezerAnonym
  • 26.03.2020, 17:46h
  • Antwort auf #4 von Techniker
  • Hierzulande hätte er womöglich gar keine Strafe bekommen, sondern wär für ein paar Monate in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden, um dann anschließend weitermorden zu können. Schön zu sehen, dass andere Länder nicht solche opferverachtenden "Strafen" aussprechen, wie es die deutsche Justiz nur zu gern tut und dass die Ausrede "ich habe Stimmen in meinem Kopf gehört" hier nicht zur Strafmilderung geführt haben. Kompliment an die englische Justiz, wo es offenbar noch gilt: Opferschutz vor Täterschutz!
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#9 TheDadProfil
  • 27.03.2020, 12:01hHannover
  • Antwort auf #4 von Techniker
  • ""Hierzulande wären 10 Jahre Jugendstrafe das Höchste der Gefühle gewesen...""..

    Falsch..
    Auch im Jugendstrafrecht der BRD liegt die Höchststrafe für Mord seit einigen Jahren bei 15 Jahren Haft..

    Doch dieser Täer wäre hier mit Sicherheit erst einmal in die Psychiatrie eingewiesen worden, denn so lange die Paranoide Schizophrenie unbehandelt bleibt, wird der Täter die Folgen seiner Tat auch in einer noch so langen Haft nicht wirklich reflektieren und begreifen..

    Und hierzulande sind Haft und Psychiatrie voneinander getrennt, das heißt, der Aufenthalt in der Psychiatrie verkürzt den Aufenthalt in der Haft nicht um einen Tag..
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#10 TheDadProfil
  • 27.03.2020, 12:03hHannover
  • Antwort auf #6 von Albaboy
  • ""Finde 24 Jahre zu wenig! 50 Jahre minimun!!!""..

    Was für ein Unfug..
    So lange der Täter nicht in Psychiatrische Behandlung kommt ist es einfach irrelevant ob er 10, 20 oder 50 Jahre hinter Gittern verbringt..

    Augenscheinlich brechen sich hier reine Rachephantasien Bahn..
    Exkat der Grund warum es in einem Rechtsstaat eine unabhängige Justiz gibt..
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