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Elektropop

Kraftvoll und bunt: MiAs neues Album "Limbo"

Nach fünf Jahren hat die erfolgreiche Berliner Elektropop-Band um Sängerin Mieze Katz einen neuen Longplayer veröffentlicht – mit Haltung und (fast) durchgängig tanzbaren Songs.


Mieze Katz & Co.: MiA wurde 1997 in Berlin als Schülerband gegründet
  • Von Anna Krämer
    27. März 2020, 06:10h, noch kein Kommentar

Heute ist das neue Album der Berliner Band MiA erschienen. Mitten im Frühling also, und wie der Frühling selbst sind auch die elf Titel von "Limbo" bunt, voller Kraft und Lebensfreude. Wer die Songs hört, spürt die Energie, die in der Musik steckt. Das liegt sicher an der Powerstimme von Sängerin Mieze Katz, aber natürlich auch am Sound und Rhythmus, den Gitarrist Andy Penn, Schlagzeuger Gunnar Spiels und Bassist Robert Schütze auf die Beine stellen.

Mittlerweile gibt es MiA, die als Schulband am John-Lennon-Gymnasium in Berlin gestartet sind, fast ein Vierteljahrhundert. Seit ihrem Debüt "Hieb und stichfest" im Jahr 2002 brachte die Band regelmäßig alle zwei bis vier Jahre insgesamt sechs Alben heraus. Nun ist nach einer Pause von fünf Jahren das siebte auf dem Markt – beschwingt, energiegeladen, abwechslungsreich – und wie der Titel "Limbo" ahnen lässt, mit (fast) durchgängig tanzbaren Songs.

Nachrichtensprecher Thorsten Schröder in ungewohnter Pose


"Limbo" ist bei Four Music erschienen

Vor dem offiziellen Release veröffentlichte die Band im Februar nach "Kopfüber" und "Tortenguss" auch den Titelsong "Limbo" vorab. Schon jetzt erfreut sich das Musikvideo dazu – mit Nachrichtensprecher Thorsten Schröder in ungewohnter Pose – großer Begeisterung bei den Fans. "Der Song ist unglaublich eingängig & tanzbar! Highlight: Thorsten Schröder @Tagesschroeder in der Hauptrolle! Er performt & dreht durch – außergewöhnliche Szenen! Lohnt sich!", schreibt Fan @reporterpaul_ auf Twitter. "Für uns war klar, dass es für diese Idee keine bessere Besetzung gibt, als einen Menschen, der durch die tagtägliche, aufrichtige und fundierte Auseinandersetzung mit den Nachrichten dieser Welt, wenn überhaupt, eher für wohldosierten Optimismus steht", sagte Sängerin Mieze Katz gegenüber n-tv.

Direktlink | Video zu "Limbo"

Das Zeug zum Ohrwurm und Lieblingslied hat neben "Limbo" sicher auch der Song "Kopfüber". Es geht um Neuanfänge, den berühmten Sprung ins kalte Wasser, die Frage "Wie finde ich zu mir?" und die Gewissheit: "Ich muss nicht bleiben, wo ich bin". Super Text, wunderschön umgesetzt von Sängerin und Band.

Vertrauen in die eigene Kraft

Texte und Musik strahlen aus, wie sehr diese Band selbstbewusst ihr ganz Eigenes macht. Dieses Vertrauen in die eigene Kraft, kann auch den Hörer*innen Mut machen. "Unser Credo ist: Egal, wie du bist – du bist gut genug, es ist alles in Ordnung […] Mir geht es darum Selbstvertrauen zu schenken und den Leuten ein gutes Gefühl zu geben", sagte Sängerin Mieze Katz im Gespräch im Refinery29.

In diesem Interview äußerte sich die 41-Jährige auch zum Thema Fehlermachen: "Fehler sind nichts Schlimmes. Lieber einmal mutig sein, Fehltritte in Kauf nehmen und daraus lernen, als sein ganzes Leben auf Nummer sicher zu gehen und so das Schönste zu verpassen. Und vielleicht später Dinge zu bereuen, weil man gewisse Sachen nicht getan hat. Das tut mir leid. Ich glaube nicht, dass wir dafür auf der Welt sind."

Wortwitz und leicht erhobener Zeigefinger

Die Freude am Umgang mit dem Wort, Wortspiele, Wortwitz sind auch beim Song "Sorgenfalter" (noch so ein Lieblingslied-Kandidat) zu spüren. "Lass mich dein Sorgenfalter sein, ich falte große Sorgen klein […] Wie ein Flugzeug aus Papier fliegt alles weg von dir". Liebe, Freundschaft, Erinnerungen, Entwicklungen sind Themen, die das Album durchziehen. Gesellschaftskritisch werden die Vier, die nach eigenen Worten für "Limbo" das erste Mal alles "von der Idee bis zum Vocalrecording gemeinsam und im Kollektiv erarbeitet" haben, beim Song "Richtig im Falschen". Mit leicht erhobenem Zeigefinger spricht der Text an, wie leichtsinnig wir mit der Erde umgehen, Zeichen ignorieren, nicht rasch genug handeln, uns in falscher Sicherheit wiegen. Dabei ist "die Luft fast aufgebraucht".

"Limbo" sei eine Platte über Haltung, über Verantwortung; eine Standortbestimmung, der man das Wachsen anmerke, aber auch den Wachstumsschmerz der Band, die nun schon so viele Jahre zusammen auf der Bühne stehen, schreiben die Vier über sich selbst.

Direktlink | Video zu Single "No Bad Days"